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Neu Wulmstorf macht groß Schule

Bewegung herrscht nicht nur auf dem Spielplatz: Die Grundschule Am Moor soll 2019 in die Räume der Hauptschule auf der anderen Straßenseite umziehen und sich dort zur Ganztagsschule mit Mensa entwickeln. In ihrem bisherigen Gebäude wird ein

Bewegung herrscht nicht nur auf dem Spielplatz: Die Grundschule Am Moor soll 2019 in die Räume der Hauptschule auf der anderen Straßenseite umziehen und sich dort zur Ganztagsschule mit Mensa entwickeln. In ihrem bisherigen Gebäude wird ein

Zur Lösung ihrer drängenden Schulraum-Probleme plant die Gemeinde jetzt den großen Wurf: Für 4,3 Millionen Euro soll es 2018 eine neue Oberschule und danach eine dritte Grundschule im Zentrum an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße geben.

Von Claudia Michaelis Mittwoch, 18.05.2016, 16:44 Uhr

Monatelang haben die Verwaltungen getüftelt, die betroffenen Schulen mit den Elternräten in Arbeitskreisen getagt. Der Politik im Gemeinderat und im Kreistag präsentieren sie nun ein Konzept, das Neu Wulmstorfs Schulstruktur mit Blick auf die schnell wachsende Gemeinde umfassend und zukunftsweisend neu ordnet.

Kernstück des Konzepts ist die neue weiterführende Schule, die Neu Wulmstorf angesichts des absehbaren Ausblutens der Hauptschule zum Schuljahr 2018/2019 bekommen soll. Die kreiseigene Realschule und die gemeindeeigene Hauptschule sollen dann zu einer neuen Schulform verschmelzen, wobei inoffiziell bereits ausgemacht scheint, dass es eine Oberschule werden wird. Eine Integrierte Gesamtschule (IGS) ist inzwischen selbst für die SPD keine Alternative mehr. Die Oberschule sei sinnvoll als ergänzendes Angebot, auch angesichts der Schülerzahlen, obendrein würde eine IGS in Neu Wulmstorf eindeutig das Gymnasium schwächen, „und das wollen wir nicht“, bestätigt SPD-Fraktionschef Tobias Handtke auf TAGEBLATT-Nachfrage.

Nach alter Planung sollte die aus den Nähten platzende Grundschule Am Moor in die Räume der Hauptschule wechseln, die Hauptschule zur Realschule auf die andere Straßenseite umziehen und dort mit der Realschule unter Einbeziehung des ehemaligen Grundschul-Gebäudes zur Oberschule aufgebaut werden. Dieser Gebäudetausch mit der erforderlichen Herrichtung der Räume hätte sich auf 3,54 Millionen Euro belaufen. Der Nachteil der Variante: Für die Zeit des Umbaus hätte die Hauptschule für mindestens ein Jahr in angemietete Klassenräume ausgelagert werden müssen.

Vor diesem Hintergrund und in der Erkenntnis, dass Neu Wulmstorf angesichts der bis 2019 erwarteten 1900 zusätzlichen Einwohner – allein im neuen Wohngebiet an der Lessingstraße entstehen 360 neue Mietwohnungen – bald 55 neue Schulkinder wird unterbringen müssen, hat die Gemeinde nun eine Variante ins Spiel gebracht, die zwar knapp 1,4 Millionen Euro mehr kostet, dafür aber auch die Grundschul-Versorgung im Hauptort langfristig sichert: Statt in die Grundschule zu ziehen, bekommt die neue Oberschule einen Anbau an das vorhandene Realschul-Gebäude. Das Hauptschulgebäude wird im Gegenzug für den Betrieb einer vierzügigen Ganztagsschule hergerichtet, und die Grundschule Am Moor wird zum Schuljahr 2019/2020 in das Hauptschul-Gebäude auf der anderen Straßenseite umziehen.

Im alten Gebäude der Grundschule Am Moor wird danach eine weitere, bis zu dreizügige Ganztagsgrundschule eingerichtet. Für die geschätzten Investitionskosten von 4,375 Millionen Euro soll die Gemeinde in Vorleistung treten, der Landkreis als künftiger Träger der neuen Oberschule dann ab 2020/21 mit der Rückzahlung beginnen.

UWG-Ratsherr Jan Lüdemann, Schulausschussvorsitzender im Neu Wulmstorfer Gemeinderat und Kreistagsabgeordneter der Wählergemeinschaft im Landkreis Harburg, ist von dieser Variante voll und ganz überzeugt. In vorhandende Gebäude Schulen hineinzubauen, sei sinnvoll, und für jeden, der in Neu Wulmstorf wohnen möchte, sei das so entstehende Schulzentrum mit allen gängigen Schulformen in einer Straße eine super Lösung, findet Lüdemann: „Wir haben dann etwas Ordentliches geschaffen, wenn wir viel Geld in die Hand nehmen.“ Genauso sieht das Handtke, der auch die SPD-Fraktion im Kreistag führt. Er begrüße diese Lösung sehr, weil sie die Spielräume der Schulen eindeutig erweitere, sagt Handtke: „Die SPD wird dem ihre Zustimmung geben, das ist eine nachhaltige, hervorragende Lösung.“

In der nächsten Woche sollen die politischen Gremien auf Gemeinde- und Kreisebene das Vorhaben zeitgleich auf den Weg bringen. Am Dienstag, 24. Mai, befasst sich zunächst der Neu Wulmstorfer Schulausschuss ab 19.30 Uhr im Rathaus mit dem Thema, einen Tag später, am Mittwoch, 25. Mai, hat dann der Kreisschulausschuss die Neu Wulmstorfer Schulsituation auf der Agenda. Dabei zeichnet sich ab, dass die große Variante sowohl in der Gemeinde als auch im Kreis eine Mehrheit finden wird. Auch die CDU/WG-Mehrheitsgruppe im Kreistag werde diese Lösung wohl mittragen, weiß Lüdemann.

Die jetzige Hauptschule verschmilzt 2018 mit der Realschule zu einer Oberschule und zieht ebenfalls auf die andere Straßenseite um.

Die jetzige Hauptschule verschmilzt 2018 mit der Realschule zu einer Oberschule und zieht ebenfalls auf die andere Straßenseite um.

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