Neu Wulmstorfs Bahnhofstraße ist gefragt
Das alte Gebäude des Versicherungsbüros gegenüber dem Rathaus Neu Wulmstorf soll weichen. Lepél
An der zentralen Meile gegenüber dem Rathaus entstehen neue Wohn- und Geschäftshäuser.
Das Interesse an Investitionen in Wohn- und Geschäftsgebäude im Zentrum von Neu Wulmstorf ist ungebrochen: An der Bahnhofstraße sollen gegenüber vom Rathaus links und rechts der Einfahrt in den Grenzweg dreigeschossige Bauten mit Wohnungen und Gewerbe entstehen. Über Detailfragen wird allerdings noch beraten. Nachdem die Politik für einen Neubau auf dem Gelände der früheren Gaststätte Hoyer im Anschluss an das Haspa-Gebäude mit dem Tjaden-Biomarkt bereits so gut wie grünes Licht gegeben hat, gibt es noch Zweifel an den Plänen für eine Bebauung des Grundstücks an der Bahnhofstraße 50, das sich auf der gegenüberliegenden Seite an der Kreuzung zum Grenzweg befindet.
Architekt John Basedahl und Dierk Heins, Geschäftsführer des Projektentwicklers HBI Hausbau- Immobiliengesellschaft mbH aus Nottensdorf, haben ihre Pläne jetzt im Bauausschuss vorgestellt. Dessen Mitglieder meldeten allerdings noch Beratungsbedarf an. Die HBI baut bereits ein Stück weiter Richtung Bahnhof auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte Schimmelreiter eine Wohnanlage mit Geschäftszeile.
Nun möchte sie ihr Engagement in Neu Wulmstorf ausweiten: Die Investoren wollen an der Stelle, wo heute ein Einfamilienhaus mit einem lang gestreckten Anbau steht, in dem sich eine Versicherungsagentur und eine Fahrschule befinden, ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus bauen. Das bestehende Gebäude müsste zu diesem Zweck abgerissen werden. Nach Information des TAGEBLATT sind die gewerblichen Mieter darüber noch nicht offiziell informiert worden.
Die Pläne für den Neubau sehen 26 Wohnungen plus etwa 750 Quadratmeter Gewerbefläche im Erdgeschoss sowie eine Tiefgarage mit Zufahrt über den Grenzweg vor. „Die Dreigeschossigkeit ist städtebaulich absolut vertretbar“, sagte Architekt Basedahl bei der Präsentation der Idee im Bauausschuss. Schließlich befinde man sich im Zentrum von Neu Wulmstorf. „Wir haben uns an die Gebäude in der Nachbarschaft angepasst. Das bleibt alles im vorhandenen Rahmen.“ Der noch nicht im Detail geplante Baukörper soll 55 Meter lang, 17 Meter breit und 15,80 Meter hoch werden. „Was die Farbe und die Fassade angeht, haben wir uns noch nicht festgelegt, und es kann darauf noch Einfluss genommen werden“, sagte Basedahl.
Das Grundstück ist 1900 Quadratmeter groß, und die Neu Wulmstorfer Verwaltung hat gewisse Bauchschmerzen mit der Geschossflächenzahl, die in einem ersten Entwurf des Architekturbüros vorgelegt worden war. „Jetzt haben die Architekten einen modifizierten Entwurf mitgebracht. Die Verwaltung möchte nicht über diese Grenze gehen“, sagte Hans-Jürgen Sausmikat vom Bauamt der Gemeinde. „Der aktuelle Entwurf sieht eine Überschreitung um etwa vier Prozent vor, aber wir haben noch Spielraum“, entgegnete HBI-Geschäftsführer Heins. „Die Obergrenze, die uns gesetzt wurde, müssen wir nicht erreichen.“ Er betonte, dass „wir uns schließlich noch im Stadium der Beratung befinden“.
Um das Projekt realisieren zu können, muss der Bauherr 280 Quadratmeter Grund von der Gemeinde für Stellplätze erwerben. „Dies ist zwingend erforderlich, weil wir den Gehweg auf unser Grundstück verlagern möchten“, erläuterte Heins. Dieser Grundstücksverkauf sowie die Abklärung verkehrlicher Voraussetzungen hinderten die Politiker daran, einer Umwandlung des betreffenden Gebiets von einer Wohn- in eine Mischnutzung bereits in diesem Planungsstadium zuzustimmen. „Wir sehen das grundsätzlich sehr positiv“, sagte der Vize-Ausschussvorsitzende Uwe Stockleben im Namen der SPD-Fraktion. „Wir befürworten eine Mischnutzung, aber man muss gucken, wie die Kreuzung den zusätzlichen Verkehr aufnehmen kann.“ Seine Fraktion müsse über die Pläne noch beraten.
Auch die CDU-Fraktion wollte den Entwurf noch einmal genau unter die Lupe nehmen, „wenn die Verkehrsfragen geklärt sind“, so CDU-Chef Malte Kanebley. Der Ausschussvorsitzende Thomas Grambow (SPD) betonte, dass der Neubau auf dem „VGH-Grundstück“ für den Ausschuss durchaus vorstellbar sei. „Wir möchten Ihnen ein Signal geben, dass dieser Ausschuss sich das vorstellen kann. Schließlich kosten solche Planungen ja auch Geld.“