Neu Wulmstorfs Kreuzkirche schließt ihre Türen
Die Kreuzkirche am Bredenheider Weg wird aufgegeben. Die Baptisten hoffen, dass eine andere Gemeinde ihre Kirche übernimmt. Foto: Michaelis
Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und fehlender Mitarbeiter ziehen Neu Wulmstorfs Baptisten den Schlussstrich: Nach 67 Jahren in Neu Wulmstorf löst sich die Freie Evangelische Gemeinde im Bredenheider Weg zum Jahresende auf.
Die Gemeinde Neu Wulmstorf, durch die vielen Zuzügler nach dem Krieg jahrzehntelang mit fünf verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinschaften bereichert, verliert einen weiteren Mosaikstein ihrer konfessionellen Vielfalt: Nachdem die Neuapostolische Gemeinde bereits vor zwei Jahren angesichts schwindender Mitglieder ihr Neu Wulmstorfer Gotteshaus am Bramweg aufgegeben hatte, ziehen sich nun auch Neu Wulmstorfs Baptisten aus der Gemeinde zurück.
Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde werde ihre Gemeindearbeit zum Ende des Jahres beenden, teilt die Gemeindeleitung jetzt offiziell mit. Der Entscheidung seien intensive Beratungen vorausgegangen, die letztlich zu diesem Beschluss geführt hätten. 1951 hatte sich die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Neu Wulmstorf gegründet. In den folgenden Jahrzehnten war sie stetig gewachsen, 1984 hatte die Kreuzkirche im Bredenheider Weg noch einen Anbau bekommen.
Schon seit längerer Zeit aber sei die Mitgliederzahl immer weiter gesunken, weiß Ute Jost, Mitglied der Gemeindeleitung, die sich mit ihrem Ehemann Eckehard seit mehr als 30 Jahren in der Gemeindearbeit engagiert. Zurzeit zählt die Gemeinde noch rund 50, meist ältere Mitglieder.
Das aber sei nicht der Grund für die Schließung, sondern vielmehr, dass keine Mitarbeiter mehr da seien, die die Gemeinde leiten und Veranstaltungen durchführen könnten, begründet das verbliebene Leitungsteam um Ute und Eckehard Jost, Waltraud Kanwischer und Reinhard Petersen die Entscheidung. Bereits Ende September hatte der langjährige Pastor Reinhard Dorra seinen Dienst auf der halben Stelle in Neu Wulmstorf beendet und war nach Hamburg gegangen.
Mit der Schließung der Kreuzkirche endet die mehr als 60-jährige Geschichte der Baptistengemeinde in Neu Wulmstorf. Es waren Jahre voll persönlichen Engagements, mit viel Wachstum und Aufbau, bilanzieren Ute und Eckehard Jost rückblickend. Mit einem Rückblick- und Dankgottesdienst am ersten Adventssonntag, 2. Dezember, wird die Gemeinde noch einmal an ihre Pastoren und engagierte Menschen, die das Gemeindeleben bereichert haben, erinnern. Dann wird die Gemeinde aufgelöst, Neu Wulmstorfs Baptisten werden sich nach Harburg oder Buchholz orientieren oder schauen, ob sie sich eventuell den künftigen Nutzern der Kreuzkirche anschließen könnten. Die Kreuzkirche nämlich solle nach Möglichkeit weiter für kirchliche Zwecke genutzt werden, wünscht sich Jost. Aktuell liefen Gespräche über eine Nutzung durch eine andere Gemeinde. Das könnte die Freie evangelische Gemeinde Neu Wulmstorf sein, die derzeit ihr Zentrum in der Königsberger Straße hat; aber auch zwei weitere Gemeinden aus der Umgebung hätten Interesse bekundet.