Neue Rettungswache in Buxtehude
G.A.R.D. hat eine Rettungswache am Alten Postweg in Buxtehude in Betrieb genommen: Aljoscha Schmidt (ganz links) ist der Wachabteilungsleiter vor Ort. Hanno Konow und Thomas Waskow sind bei der Gemeinnützigen Ambulanz und Rettungsdienst Gmb
Premiere im Landkreis Stade: Die zur dänischen Falck-Gruppe gehörende Firma G.A.R.D. GmbH hat ihre neue Rettungswache am Alten Postweg in Buxtehude in Betrieb genommen. Im Sommer hatte die Unternehmensgruppe eine Ausschreibung gewonnen.
Ein Krankentransporter und ein Rettungswagen sind seit dem 2. Januar im Gewerbegebiet stationiert. Bislang hatte das Deutsche Rote Kreuz de facto eine Monopolstellung inne.
„Wir sind reibungslos gestartet. Wir hatten bereits mehr als 50 Einsätze, zehn Prozent davon im Bereich des Rettungsdienstes“, betonte der Rettungsdienstleiter bei G.A.R.D. für Niedersachsen, Thomas Waskow, am Donnerstagmittag gegenüber dem TAGEBLATT. Die Abkürzung steht für Gemeinnützige Ambulanz und Rettungsdienst GmbH. Sie ist jetzt neben dem DRK und den ehrenamtlichen Bereitschaften der Malteser in Buxtehude und der Johanniter-Unfallhilfe im Auftrag des Landkreises Stade im Bereich der Notfallrettung und des qualifizierten Krankentransportes unterwegs – als erster Privater.
Fünf Stellen – besetzt mit Rettungsassistenten – hat das größte private Rettungsdienstunternehmen am Standort Buxtehude geschaffen. Elf Mitarbeiter sind unterm Strich im Einsatz, sie gehören zu einem gemeinsamen Personalpool, ergänzt Rettungsdienstleiter Hanno Konow aus Hamburg. Damit es keine personellen Engpässe gibt, kooperieren die Buxtehuder „in einem Wachverbund“ mit der G.A.R.D.-Rettungswache am Asklepios Klinikum in Harburg (30 Mitarbeiter). Diese gibt es bereits seit dem Jahr 2005. Wie berichtet, hatte das Unternehmen im Sommer die Ausschreibung des Landkreises Stade gewonnen und das DRK für 2017 bis 2019 ausgebootet. „Über die Qualität, nicht über den Preis“, betont Waskow. Die Rettungswache ist von montags bis freitags tagsüber besetzt: von 7 bis 13 Uhr für den Krankentransport (30 Wochenstunden), bis 16 Uhr im Rettungsdienst (43 Wochenstunden). Zwei Wagen sind in Buxtehude stationiert, der Rettungswagen – beim Fototermin im Einsatz – ist genauso ausgestattet wie die DRK-Fahrzeuge im Landkreis.
Untergekommen sind die Retter in der früheren Immobilie von Alfeys Abschleppdienst am Ex-Zollamt; Alfey sitzt jetzt in der Rudolf-Diesel-Straße.
Bundesweit beschäftigt die Falck-Gruppe an 65 Standorten 2500 Mitarbeiter im Rettungsdienst, diese fahren 600 000 Einsätze im Jahr. Tochter G.A.R.D. hat knapp 1300 Beschäftigte mit Standorten in Hamburg, Niedersachsen, Bremen sowie Nordrhein-Westfalen und Sachsen. In Hamburg betreibt die Firma elf Rettungswachen und ist im Bereich der Notfallrettung und des Krankentransportes aktiv. Auch in den Nachbarkreisen des Landkreises Stade ist G.A.R.D. aktiv. Seit 2007 unterhält sie eine Rettungswache in Dorum bei Cuxhaven (30 Mitarbeiter) mit drei Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug.
Die Unternehmensgruppe hat eine eigene Akademie für Notfallmedizin, sie setze auf Transparenz und veröffentlicht regelmäßig einen Qualitätsbericht. Und: G.A.R.D. werde sich auch in Zukunft an Ausschreibungen beteiligen, kündigte Waskow an.
Der Landkreis Stade arbeitet an einem neuen Bedarfsplan für das Rettungswesen. Geklärt werden soll 2017, wo Bedarf an Fahrzeugen und/oder neuen Rettungswachen ist. In spätestens 15 Minuten müssen die Retter vor Ort sein – in 95 Prozent der Fälle. Das ist etwa im Alten Land nicht überall gegeben. 35 000 Einsätze gab es 2016. Tendenz steigend. Etwa elf Millionen Euro kostet der Rettungsdienst im Landkreis Stade, doch nicht alles tragen die Krankenkassen. 300 000 Euro lässt sich der Kreis zwei zusätzliche Rettungswagen in Buxtehude und in Freiburg kosten. Für 2018 sind 400 000 Euro für den Ausbau der Wachen in Freiburg und in Drochtersen eingeplant.