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Neuer Laden in Bliedersdorf geplant

In Bliedersdorf brodelt die Gerüchteküche. Hans-Hinrich Schulz habe den ehemaligen Kaufmannsladen „nah & frisch“ gekauft, meint einer zu wissen, die Firma ZK-Grundbesitz sei der Käufer, sagt ein anderer. Genaueres weiß der stellvertretende Bürgermeister Tobias Terne (CDU).

Von Sabine Lohmann Mittwoch, 22.11.2017, 08:30 Uhr

Wolfgang Zeiss von der Hamburger Gesellschaft ZK-Grundbesitz sei an die CDU-Fraktion herangetreten und habe sie über seine Pläne informiert, erzählt CDU-Fraktionsvorsitzender Tobias Terne auf Nachfrage. Ein Kiosk für den Alltagsbedarf, „ein kleiner Augustin-Laden“, wie er sagt, soll an der Hauptstraße entstehen, damit die Bliedersdorfer wieder im Dorf einkaufen können. Aber nicht im ehemaligen Supermarkt-Gebäude, sondern in einem Geschäftsgebäude ein paar Häuser weiter. Der Supermarkt „nah & frisch“, den Kaufmann Günter Augustin vor einem Jahr verpachtet hatte, ist seit September geschlossen.

Der Mehrheitsfraktion wurde nun laut Terne mitgeteilt, dass der Investor das Augustin-Gebäude zwar gekauft habe, aber nicht plane, dort wieder einen Lebensmittelladen zu eröffnen. Die Gesellschaft ZK-Grundbesitz habe aber auch ein Gebäude in der Hauptstraße gekauft, in der früher eine Schlecker-Filiale und Berni’s Taxi untergebracht waren. Die Idee: in dem Gebäude auf 130 Quadratmetern einen Kiosk einzurichten und an einen Betreiber abzugeben – denn betreiben will die Firma den Mini-Laden nicht selbst. Zurzeit sei ZK-Grundbesitz noch auf der Suche nach einem möglichen Betreiber, berichtet Terne. Wer Interesse habe, könne sich gern bei der Gemeinde melden. „Sicherer kann man sich nicht selbstständig machen.“

Viele seien bereits an der Ausbau-Planung beteiligt, weiß der stellvertretende Bürgermeister. Ein Planer sei beauftragt worden, den Kiosk auszustatten, Gespräche mit möglichen Lieferanten würden geführt. Günter Augustin habe im Gespräch gesagt, ein Laden in der Größe hätte in Bliedersdorf eine Chance. Der ehemalige Kaufmann wisse, was im Ort gebraucht werde und sei bereit, bei der Planung zu helfen.

Ob die Gesellschaft ZK-Grundbesitz mit dem Unternehmer Hans-Hinrich Schulz, dem Bruder von Bürgermeister Rainer Schulz (CDU), verbandelt sei – zu der Frage wollte Ratsherr Terne sich nicht äußern. Er erinnerte aber daran, dass das im Gemeinderat schon einmal im Zusammenhang mit dem Baugebiet „Westlich Lahmsbeck“ bestritten wurde. ZK-Grundbesitz GmbH ist ebenfalls Eigentümer der Flächen in dem lange umstrittenen Baugebiet zwischen der Straße Lahmsbeck, der Nottensdorfer Straße und der Hauptstraße; zuvor hatte das Gelände der Schulz Immobilien Verwaltung GmbH gehört, der Firma des früheren Immobilieninvestors Hans-Hinrich Schulz. Drei der 22 Bau-Grundstücke werden über eine Stichstraße erschlossen, die direkt neben dem Gebäude für den Kiosk in die Hauptstraße mündet.

Der Kiosk wäre eine gute Lösung für die Nahversorgung im Ort, meint Terne. Ohne sich mit den anderen Fraktionen abgesprochen zu haben, könne er sagen, die Gemeinde stehe hinter den Plänen. „Wir wollen das Beste für den Ort rausholen, dazu haben wir jetzt eine Chance.“ Der Investor will die Gemeinde mit ins Boot nehmen. Am Freitag trifft sich die CDU-Fraktion mit allen Ratsfraktionen, um mit ihnen über die Pläne zu reden.

Geschäftsführer und Gesellschafter Wolfgang Zeiss will sich dazu auf Nachfrage noch nicht äußern. Auch den Kauf will er noch nicht bestätigen. „Im Moment kann ich dazu nichts sagen“, sagt er. „Rufen Sie mich in fünf bis sechs Wochen wieder an.“ Hans-Hinrich Schulz, der gern im Hintergrund agiert und von sich sagt, er gucke sich alles genau an und nehme die Dinge selbst in die Hand, war bisher nicht zu erreichen.

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