Neues Rathaus öffnet bald die Türen
Der ehemalige Bauamtsleiter Rolf Riggers (links) und Architekt Karsten Heins treffen sich regelmäßig auf der Baustelle . Foto Lankuttis
Das neue Rathaus der Samtgemeinde Lühe in Steinkirchen ist fast fertig. Es soll ab Montag, 3. September seine Türen für die Bürger öffnen. Der Umzug der Verwaltung in den Neubau ist für die letzten drei Tage im August geplant.
Damit endet auch die Arbeit von Rolf Riggers. Der ehemalige Bauamtsleiter hatte das Projekt auf den Weg gebracht und trotz Ruhestands als Minijobber begleitet.
Stattlich erhebt sich der Neubau mit zwei Flügeln am Alten Marktplatz in Steinkirchen. Zurzeit fliesen Handwerker die letzten Ecken an den Treppen und machen die Endmontage der Stromleitungen und der Heizung mit Erdwärme. Der Fahrstuhl wartet noch auf seinen Betrieb. Kabel hängen von den Decken, die Büros sind mit Kabelkanälen ausgestattet. Die elektrische Ausstattung zu bauen, sei eine anspruchsvolle Aufgabe, sagt Elek-tromeister Carsten Schröder aus Neuenfelde, „weil es sehr viel ist“. Mehr als zehn Kilometer Kabel seien verlegt worden, schätzt er.
Teppiche, Türen und Farbe fehlen noch. Draußen ist der Untergrund zum Pflastern vorbereitet, die Kantsteine stehen schon. Auch die Straße wird rot gepflastert.
„Alles ist sehr gut gelaufen“, sagt Bauleiter Karsten Heins und ist bester Stimmung: „Termine und Kosten sind im Rahmen geblieben.“ Der Architekt aus Jork hat das Rathaus auch entworfen. Laut Festvertrag wäre bis Oktober Zeit bis zur Übergabe. Der Finkenwerder Unternehmer Wilken Simonsen baut das Rathaus für die Samtgemeinde Lühe. Auf die Idee gebracht hat ihn Rolf Riggers.
Der damalige Bauamtsleiter erinnert sich, dass der Eigentümer Simonsen ihm vorgeschlagen hatte, noch ein zweites Mehrfamilienhaus an der Stelle zu bauen, wie er es schon im hinteren Teil des Grundstücks getan hat. Für ein Wohnhaus sei die besondere Lage zu schade, meinte Riggers: „Es wäre ideal für das Rathaus.“ Geschäfte kamen nicht infrage. Schließlich hatte sich trotz Bemühungen niemand gefunden, der ein Geschäft in dem früheren Rewe-Markt betreiben wollte. Und mit dem alten Rathaus gab es Probleme. Simonsen und der damalige Samtgemeindebürgermeister Hans Jarck unterstützten das Projekt.
Der Entscheidungsprozess in der Samtgemeinde habe aber noch eineinhalb Jahre gebraucht, sagt Riggers. Dennoch kann er sein letztes großes Projekt zu Ende führen. Der 67-Jährige war von 1985 bis Oktober 2016 Bauamtsleiter der Samtgemeinde Lühe, vorher leitete er drei Jahre lang das Ordnungsamt. An den Ruhestand schloss sich nahtlos ein Minijob für 450 Euro im Rathaus an, um den Neubau mit zu planen und zu betreuen. Baubeginn war im Mai 2017. Und Riggers ist einmal die Woche zur Baubesprechung auf der Baustelle.
Gerne zeigt der gebürtige Stader, der in Wöhrden lebt, das fast fertige Gebäude. Der Mittelteil mit großen Fenstern wirkt licht durch die offenen Galerien. Im Erdgeschoss wird der Empfang sein und das nur mit Glaswänden abgetrennte Bürgerbüro sowie weitere sechs Büros. Im ersten Stock sitzt der Samtgemeindebürgermeister zur Sonnenseite hin sowie der Hauptamtsleiter. Außerdem werden Saal und Trauzimmer dort eingerichtet. Der zweite Stock beherbergt Bauamt, EDV und Finanzen. Das Archiv im Keller könne voraussichtlich schon vorher einziehen, meint Riggers, wenn der Boden gestrichen ist und neue Regale aufgestellt sind.
Die meisten Möbel werden vom jetzigen Rathaus im Huttfleth mit umziehen. Die Samtgemeinde Lühe investiert voraussichtlich knapp 3,5 Millionen Euro. Zu dem vereinbarten Festpreis für das Grundstück und das Gebäude sind noch Kosten für die Einrichtung und vor allem für die Grunderwerbssteuer hinzugekommen.