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Norbert Aust gegen die Kammer-Rebellen

Norbert Aust.

Norbert Aust.

Der Wahlkampf um die Handelskammer hat begonnen– und die Opposition schickt einen prominenten Kopf ins Rennen. Norbert Aust, Mitbegründer und langjähriger Geschäftsführer der Schmidt Theater auf dem Kiez, führt die Plattform „Starke Wirtschaft Hamburg“ an.

Von Markus Lorenz Donnerstag, 13.06.2019, 20:09 Uhr

{picture1s} Gemeinsam mit der Wirtschaftsprüferin Astrid Nissen-Schmidt bildet der 76-Jährige das Sprecherduo des Bündnisses, das die Dominanz der Kammerrebellen bei der Plenumswahl im Januar 2020 beenden will.

Aust begründete sein Engagement mit dem Chaos, das die Rebellengruppe „Die Kammer sind WIR“ unter dem früheren Präses Tobias Bergmann in der Wirtschaftsvertretung angerichtet habe. „Die Handelskammer Hamburg liegt quasi zerstört am Boden“, urteilte der Unterhaltungsprofi. „Das ist ein großes Unglück, denn die demokratische Selbstverwaltung der Wirtschaft in den Industrie- und Handelskammern ist eine zentrale Säule, auf der unser Gemeinwesen ruht.“ Die Kammer solle wieder eine starke Stimme der Wirtschaft werden.

Ziel sei der Neuaufbau der Institution, in der etwa 160 000 Firmen organisiert sind. Nissen-Schmidt, die bereits im Kammerplenum sitzt, rief die Wirtschaft zur Unterstützung auf: „Unsere Plattform hat mit dem heutigen Tag einen wichtigen Schritt Richtung Plenarwahl im Januar getan. Aber wir wünschen uns eine noch breitere Aufstellung.“ Das Duo ist Teil eines achtköpfigen Kompetenzteams, zu dem auch der Ex-Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft und ehemalige CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Thorsten Kausch gehört.

Das Bündnis kündigte an, im Falle eines Wahlsieges den Vertrag von Hauptgeschäftsführerin Christi Degen nicht verlängern zu wollen. Degen war von der WIR-Gruppe geholt worden, ihr Arbeitspapier läuft noch bis Ende 2020.

Nach den Vorstellungen von Starke Wirtschaft Hamburg agiert die mehr als 350 Jahre alte Institution zukünftig „voll digitalisiert, papierfrei und vernetzt“. Weitere Wahlforderungen sind eine „kooperative Führung in Haupt- und Ehrenamt, maßgeschneiderte Transformationsberatung für alle Unternehmensgrößen, eine 360-Grad-Gründerbegleitung sowie eine 24/7-Serviceline für Unternehmer“. Zudem will Aust die Zusammenarbeit mit Verbänden kooperativer und „mehr auf Augenhöhe“ gestalten. „Das war leider über viele Jahre nicht ausreichend der Fall.“

Ein Zurück in die Zeit vor dem Erdrutschsieg der Rebellen sei ausgeschlossen. Mit einem Seitenhieb auf den bis 2017 amtierenden langjährigen Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz betonte Aust: „Die Zeit der Sonnenkönige und Alleinherrscher ist auch in der Handelskammer vorüber.“

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