Norden rüstet für Krisen – Länder sichern Kreditaufnahme ab
Schleswig-Holsteins Finanzministerin Silke Schneider (Grüne) will das Land für Notsituationen absichern. (Archivbild) Foto: Axel Heimken/dpa
Wenn die IT streikt oder Personal fehlt, springt das Nachbarland ein – so sichern Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ihre Liquidität in Krisenfällen.
Kiel. Die Nordländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein arbeiten in besonderen Notsituationen bei der Kreditaufnahme künftig enger zusammen. „Wir treffen Vorsorge für den Fall, dass personelle oder technische Ausfälle die regulären Abläufe beeinträchtigen“, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Heiko Geue (SPD).
Schleswig-Holsteins Finanzministerin Silke Schneider (Grüne) sagte, „die gemeinsame Sicherstellung der Liquiditätsbeschaffung in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist von hoher Bedeutung, da wir so Risiken mit erheblicher Außenwirkung deutlich verringern“. In Berlin unterzeichneten beide Länder eine Verwaltungsvereinbarung zur Kooperation ihrer Kreditreferate.
Gegenseitige Hilfe
Es geht um Vorkehrungen für den Fall größerer und länger andauernder Personalausfälle oder erheblicher Störungen der IT-Infrastruktur. Sollte eines der beiden Nachbarländer vorübergehend nicht in der Lage sein, selbstständig Kredite aufzunehmen, kann das jeweils andere Land aushelfen. Eine vergleichbare Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung ihrer Kreditreferate haben den Angaben zufolge Bremen und Hamburg geschlossen.

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Heiko Geue (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern hat Schneider nun eine Kooperation beider Länder vorangetrieben. (Archivbild) Foto: Jens Büttner/dpa
„Mit der Vereinbarung schaffen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zusätzliche Sicherheit für eine in Krisenfällen notwendige Aufnahme von Krediten“, sagte Geue.
Die Kreditreferate beschaffen am Kapitalmarkt Kreditmarktmittel und sichern damit die langfristige Liquidität der Länder. Dafür sind nach Angaben der Landesregierungen nicht nur erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter notwendig, sondern auch eine funktionierende IT-Infrastruktur und die ständige Kommunikation mit Banken und weiteren Akteuren auf dem Kapitalmarkt.