Nordlicht: Ein neuer Weihnachtsmarkt in Stade
Über den Fischmarkt in Stade wird im Winter ein Nordlicht aufgehen. So heißt der neue skandinavisch geprägte Weihnachtsmarkt, der vom 25. November bis 30. Dezember am alten Hansehafen über die Bühne geht.
Aufbruch zu neuen Ufern: Thomas Wefer aus Hamburg, Geschäftsführer der RSW-Veranstaltungs-GmbH, übernimmt mit seiner Firma im Auftrag der Stade Marketing und Tourismus GmbH die Organisation. Wefer hat darin Übung. Er zeichnet verantwortlich für die Weihnachtsmärkte am Jungfernstieg (Weißer Zauber), in der Hafencity, auf der Fleetinsel, in Altona (Rüm Hart) oder bei Ikea. Er veranstaltet die Weihnachtsparade und das Alstervergnügen. Stade habe ihn gereizt, weil der Fischmarkt ein „hübsches Plätzchen“ sei.
Das heißt: Die beiden Weihnachtsmärkte am Fisch- und am Pferdemarkt werden entkoppelt. Auf dem Pferdemarkt bleibt das Angebot eher klassisch-traditionell, auf dem Fischmarkt geht es nordisch zu. Die bislang 26 angemeldeten Hütten, die am Alten Hafen aufgestellt werden, sollen einheitlich daherkommen, alle sind aus Holz in den typischen schwedischen Farben Rot, Blau oder Ockergelb.
Auch Beleuchtung, Schilder, Auszeichnung und Dekoration sollen aufeinander abgestimmt werden. Natürliche Materialien werden bevorzugt. Das gilt auch für die angebotenen Waren. Sie werden auf Schwedisch angepriesen – mit deutscher Übersetzung. Es gibt zum Beispiel Pølser, Köttbullar oder Glögg. Auch Elchbratwurst, Elchsteak oder Flammlachs und schwedisches Gebäck sind denkbar.
Ein skandinavischer Weihnachtsmarkt in Stade, das passt, meint Dr. Andreas Schäfer als Geschäftsführer der Stade Marketing und Tourismus GmbH. Er verweist auf die besondere schwedische Geschichte der Stadt und die daraus gewachsene enge Verbindung zum Beispiel zur Partnerstadt Karlshamn. Unter anderem wird wieder Lucia mit Chor erwartet zur Weihnachtszeit, außerdem hat Thomas Wefer in Karlshamn ein Punsch-Museum entdeckt und will auch den „Carlshamns Flaggpunsch“ anbieten lassen. Künstler aus Malmö ergänzen das Angebot.
Schäfer denkt derweil weiter. Der neu gestaltete Weihnachtsmarkt lasse sich gut in der Metropolregion vermarkten auch im Zusammenspiel mit dem Klassiker auf dem Pferdemarkt. Möglich ist auch, dass die neue Elbfähre Liinsand in der Adventszeit zwischen Stadersand und dem Anleger an der Elbphilharmonie pendelt und so die Weihnachtsmärkte in Stade und in der Hafencity miteinander verbindet.
Während also viel Neues geboten wird, werden die Hüttenbetreiber alte Bekannte sein. Ein Großteil der bisherigen Anbieter vom Weihnachtstrubel am Fischmarkt ist auch beim überarbeiteten Konzept dabei. Der Vertrag zwischen Stade Marketing und den Event-Planern von RSW ist auf fünf Jahre ausgelegt.
Der Wandel vom bisherigen Markt zum skandinavischen Treiben wird intensiv begleitet: Anna Moritz aus Himmelpforten studiert in Altona Sport- und Eventmanagement und schreibt ihre Bachelorarbeit über die Transformation am Fischmarkt.