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Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts einstimmig im Amt bestätigt

Die neun Deichrichter Jörg Hauschildt, Hinrich Gründahl, Jürgen Schwarz, Hans-Jürgen Bremer, Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts, Hans-Jürgen Lindner, Helmut Ellmers, Gerd Lefers und Johann Rieper (von links). Foto: Vasel

Die neun Deichrichter Jörg Hauschildt, Hinrich Gründahl, Jürgen Schwarz, Hans-Jürgen Bremer, Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts, Hans-Jürgen Lindner, Helmut Ellmers, Gerd Lefers und Johann Rieper (von links). Foto: Vasel

Wilhelm Ulferts aus Buxtehude bleibt Oberdeichrichter des Deichverbandes II. Meile Alten Landes mit Sitz in Jork. Für Verstimmung sorgte der Umstand, dass Hamburg die Altländer über einen Sperrwerks-Defekt im Unklaren ließen.

Donnerstag, 16.01.2020, 07:00 Uhr

Schon sein Vater und Großvater waren Deichrichter – in Ostfriesland. Der ehemalige Airbus-Manager und Unternehmensberater steht seit Herbst 2015 an der Spitze des Verbandes. Bei der verbandsöffentlichen Meilversammlung im Hotel „Altes Land“ in Jork sind Ulferts und seine Stellvertreter einstimmig in ihrem Amt bestätigt worden. Auch die neun Deichrichter wurden gewählt. Die Deichgeschworenen und -richter sollen den Schutz von 50 000 Menschen vor Sturmfluten und Hochwasser sicherstellen.

Das Verbandsgebiet ist 12.000 Hektar groß, 48,8 Kilometer beträgt die Deichlänge an Elbe, Este und Lühe/Aue. Der Verband hat etwa 16.800 zahlende Mitglieder, rund 625 000 Euro stehen für die Unterhaltung bereit.

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Das Team um Wilhelm Ulferts hat in den vergangenen Jahren einiges erreicht, der Hochwasserschutzverband Aue/Lühe und die Hochwasserpartnerschaft Este wurden gegründet. Und auch die Kommunikation mit den Bürgern läuft auf Augenhöhe, die Homepage sorgt für Transparenz. Projekte wie der Hochwasserentlastungspolder im Bullenbruch und die Erhöhung des Elbdeiches (Start in Hinterbrack) sind auf dem Weg. Ab 2020/2021 beziehungsweise ab 2022 sollen die Bagger rollen. In diesem Jahr wird der Uferbereich der Hochwasserentlastungsanlage in Horneburg mit dem See zum Bullenbruch verstärkt. Dort ist es zu Abbrüchen gekommen. Eine Steinschüttung wird den Uferbereich künftig vor Erosion schützen – obendrauf kommen Schilfmatten. Das wird voraussichtlich 600.000 Euro kosten.

Alle wurden am Dienstagabend einstimmig gewählt. Lediglich ein Punkt der Sitzung war nicht von Harmonie geprägt, Rainer Podbielski von der IG Este machte den Defekt des Este-Sperrwerks im Herbst 2019 zum Thema.

Die vier Torflügel – jedes der Stemmtore wiegt 160 Tonnen, das 1996/ 2000 errichtete Sperrwerk an der Elbe dient dem Schutz vor Sturmfluten – waren vom 11. November bis zum 19. November nicht einsatzbereit, vom 20. bis 25. November 2019 war nur die Elbe-Linie funktionsfähig. Erst ab dem 26. November war der vollständige Verschluss wieder gewährleistet, so die Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

Das lag laut Aussage der Behörden an Baggerarbeiten der Pella-Sietas-Werft in Neuenfelde unterhalb des Docks mittels Wasserinjektion. Wrack- und Metallteile wurden aus der Este geborgen. Schlick und Klei-Klumpen wurden mit dem Ebbstrom nicht in die Elbe getrieben, sie setzten sich im äußeren Sperrwerk ab und führten zum Defekt.

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Das Baggern habe aufgrund von Naturschutzauflagen erst in der Sturmflutsaison stattgefunden, so Ulferts. Er mahnte an, Baggermaßnahmen in Zukunft außerhalb der Sturmflutsaison durchzuführen: „Das Menschenleben hat Vorrang.“ Er hat bei HPA nachgehakt – und moniert, dass weder Untere Deichbehörde (Kreis) noch Deichverband informiert worden sind. Das, so der Deichrichter Gerd Lefers, sei ein „erneutes Beispiel der Hamburger Arroganz“, schließlich war das Alte Land teilweise „ohne unser Wissen ohne Schutz“. Der Kreistagsabgeordnete der KWG aus Jork mahnte an, dass sich diese (Kommunikations-)Panne nicht wiederholen dürfe. Pella Sietas muss Sedimente in Zukunft mit dem Greifbagger rausholen und in Schuten packen. Es sei nicht sicher, dass das Innere Sperrwerk angesichts der Este-Deichhöhen die Anwohner wie bei der Sturmflut 1962 teilweise schützen kann.

HPA ließ eine TAGEBLATT-Anfrage (bislang) unbeantwortet. Hamburg Port Authority baggert selbst regelmäßig am äußeren Sperrwerk, letztes Jahr gab sie 550.000 Euro aus, um Binnen- und Außeneste (ansatzweise) freizuhalten; Rückgang des Schiffsverkehrs und Elbvertiefung tragen zur Verstopfung bei. Alle 48 Stunden werden die Tore überprüft, zwei Mal im Jahr gebe es Peilmessungen. www.dv-zweite-meile.de

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