Österreich statt Ostmark
Zum Artikel „Der Name Ostmarkstraße ist eine Belastung für die Stadt Stade“ (TAGEBLATT vom 16. November) schreibt Dr. Peter Meves, Am Stadtdubben in Stade:
Zum Artikel „Der Name Ostmarkstraße ist eine Belastung für die Stadt Stade“ (TAGEBLATT vom 16. November) schreibt Dr. Peter Meves, Am Stadtdubben in Stade:
Nach vielen Jahren vergeblicher Mahnung möchte der neugewählte CDU-Bürgermeister die Ostmarkstraße umbenennen lassen. Zwölf Tage später stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende in Stade kategorisch fest: „Die Umbenennung Ostmarkstraße bleibt unangetastet.“ Also soll diese nationalsozialistische Straßenbezeichnung auf Adressen und Straßenschildern auf Wunsch der Stader SPD erhalten bleiben.
Im Frühjahr 1938 eroberte die Wehrmacht als erstes Land Österreich, am dritten Tag der Besatzung hielt der deutsche Reichskanzler und Führer Adolf Hitler auf dem Heldenplatz in Wien eine viel beachtete Rede in der er offiziell den Begriff „Ostmark“ statt Österreich verwandte. Ein Vierteljahr später feierte der damalige hannoversche Gauleiter Otto Telschow empathisch in einem Schreiben zur Grundsteinlegung für den Stader NSV Kinder im nationalsozialistischen Überschwang die „Deutsche Ostmark“. Damals wurden sofort die österreichischen Sozialdemokraten verfolgt, aber noch viel brutaler alle Menschen, die nach der NS Nomenklatur als Juden bezeichnet wurden. Sie wurden gequält, gedemütigt, beraubt und ermordet, so dass bereits im ersten Monat der Besatzung, als auch Adolf Eichmann dort tätig wurde, mehr als 500 Juden in der „Ostmark“ in ihrer Verzweiflung Selbstmord begingen. Soll doch die Ostmarkstraße ohne viel Hokuspokus einfach in „Österreich Straße“ oder „Republik Österreich Straße“ umbenannt werden. Denn die Suche nach einer anderen Straßenbenennung führt nur zu weiteren Aufregungen.