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Ohne Frauenquote geht‘s nicht

Andrea Schrag (rechts) traf in Karlsruhe Bundesministerin Franziska Giffey.

Andrea Schrag (rechts) traf in Karlsruhe Bundesministerin Franziska Giffey.

Der Weg zu einer echten Gleichstellung zwischen Frauen und Männern ist noch weit. Um das zu ändern, werden klare Frauenquoten gefordert.

Sonntag, 23.09.2018, 17:07 Uhr

Zu diesem Fazit kommt Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg, nach der Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Karlsruhe, an der Schrag teilgenommen hat.

Mit ihrer Auffassung steht Andrea Schrag nicht allein: Drei Tage lang hat sie mit ihren Kolleginnen in Karlsruhe Erfahrungen ausgetauscht und über nötige Maßnahmen diskutiert. Den Abschluss bildete die einstimmige Verabschiedung der Karlsruher Erklärung „Verfassungsauftrag Gleichstellung – Taten zählen!“.

Die Erfahrungen seien überall ähnlich, sagt Andrea Schrag. „Die im Grundgesetz verankerte Gleichstellung zwischen Frauen und Männern ist fast 70 Jahre nach Inkrafttreten in vielen Punkten noch nicht erreicht.“ In den Kommunen müssten Männer und Frauen zusammen daran arbeiten, strukturelle Benachteiligungen von Frauen abzubauen. Bundesweite aktuelle Zahlen belegten die Schieflage in Sachen Gleichstellung, so Schrag. So liege der Frauenanteil in den Gemeindeparlamenten bei durchschnittlich nur 25 Prozent. Bei Führungspositionen seien gerade einmal 11,4 Prozent der 437 Verwaltungsspitzen in den Landkreisen, Stadtkreisen und kreisfreien Städten mit Frauen besetzt. In der freien Wirtschaft sei das Feld nicht besser bestellt: Nur jede vierte Führungskraft der obersten Ebene in der privaten Wirtschaft sei eine Frau.

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