Onlineversand auf Expansionskurs
Diese drei Jungunternehmer stehen hinter dem Onlineshop „The All American Sports Store“ (www.taass.com) mit Sitz in Harsefeld: Christian Querin (30), Frederik Tidiks (29) und Kim-Christopher Tidiks (32). Foto Beneke
Harsefelder Unternehmer vertreiben amerikanische Sportartikel im Internet – Betrieb mit eigenem Lager will wachsen.
Alles begann in den Kellern ihrer Elternhäuser. Christian Querin, Frederik Tidiks und Kim-Christopher Tidiks waren noch Schüler, als sie vor zwölf Jahren mit ihrem Onlineversand an den Start gingen. Spätestens seit ihren Highschool-Aufenthalten hegen die drei jungen Männer von der Stader Geest ein Faible für moderne amerikanische Sportarten wie Football oder Eishockey. Inzwischen haben sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. Auf dem Internetportal www.taass.com vertreiben die Jungunternehmer tausende Fanutensilien und Trainingsklamotten. Sortiert, gepackt und verschickt werden die Pakete in Harsefeld.
Anfangs wurden sie für ihr Vorhaben belächelt. Da haben die Nachwuchskaufleute die Bestellungen abends nach dem Unterricht und später parallel zu Ausbildung und Studium abgewickelt. Inzwischen wirft der Vertrieb der Firma The All American Sports Store (TAASS) über das eigene Internetportal so viel Geld ab, dass die drei Gesellschafter und ein Angestellter in Vollzeit davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Die Brüder Frederik (29) und Kim-Christopher Tidiks (32), die beide in dem Geestflecken aufgewachsen sind, widmen sich mittlerweile ganz dem Onlineshop, sind jeden Tag in dem unscheinbaren Geschäftsgebäude im Gewerbegebiet Im Sande präsent.
Christian Querin aus Dollern war zwar maßgeblich am Aufbau des Betriebes beteiligt, der einige Jahre auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in Stade-Ottenbeck residierte, arbeitet aber im Hauptberuf im Unternehmen seiner Eltern, das er später einmal übernehmen möchte. Bei TAASS ist der 30-jährige Zahlenexperte, der Mann für die Buchhaltung. Eine kaufmännische Ausbildung beziehungsweise ein wirtschaftswissenschaftliches Studium bietet den drei Amerika-Fans das nötige Fundament für ihre florierenden internationalen Geschäfte. 4000 Produkte gehören zum Sortiment, das von einem Cap der Football-Mannschaft Seattle Seahawks und einem Becher des Eishockey-Teams New York Islanders über Plüschfiguren von Basketballern der Cleveland Cavaliers und Wanduhren des Baseball-Klubs San Francisco Giants bis hin zu DVDs mit Spielaufzeichnungen und Autogrammkarten gefeierter Athleten. „Wir sind die erste Anlaufstelle für Fanartikel der US-Sportarten“, betont Christian Querin.
In Deutschland gebe es kein Internetportal mit einem vergleichbaren Angebot. Die Produkte bezieht TAASS überwiegend direkt aus Amerika oder von Lizenzhändlern in Großbritannien. „Wir müssen viel auf Lager nehmen“, erklärt Kim-Christopher Tidiks. Bestellt werde nur ein bis zwei Mal im Jahr. Ein durchaus risikoreiches Unterfangen. Ob die eingekauften Merchandising-Utensilien der einzelnen Mannschaft von den Kunden wirklich abgerufen werden, hängt nämlich maßgeblich von ihrem Abschneiden in der laufenden Saison ab. Überraschungen sind also vorprogrammiert.
Da kommt es den sportverrückten Unternehmern zupass, dass sie alleine schon aus beruflichen Gründen immer am Ball bleiben müssen. Auf dem großen Fernseher im Büro läuft deshalb der amerikanische Sender Fox Sports, der viele Spiele überträgt. In den Wintermonaten ist das Interesse an den Sportartikeln besonders groß. Die Hauptsaison geht für das Trio von September bis Mai. „Das sind dann Zwölfstundentage“, berichtet Frederik Tidiks. In der Vorweihnachtszeit stößt die kleine Firma mitunter an ihre Grenzen. Erst im Sommer wird’s ruhiger. Die eingehenden Bestellungen werden in der Harsefelder Halle abgearbeitet. Im Gegensatz zu Branchengrößen verzichtet TAASS auf Subunternehmer. Hier haben die Chefs zu jeder Zeit alle Abläufe im Blick. Sie bestücken die Päckchen mit den Waren aus dem Lager, drucken die Rechnungen und übergeben die Sendungen die Lieferdienst-Boten.
Die Jungunternehmer möchten die Logistik bewusst in Eigenregie weiterführen und legen dafür auch selbst Hand an. Sie haben Spaß daran, Verantwortung zu übernehmen. „Wir sind sehr schnell“, betont Christian Querin. Innerhalb der Bundesrepublik kämen die Pakete häufig am nächsten Tag an. 70 Prozent der 45 000 Sendungen pro Jahr bleiben im deutschsprachigen Raum. Der Rest geht ins europäische Ausland, manchmal nach Australien oder Südafrika, selten sogar wieder zurück nach Amerika.
Wenn sich das Geschäft weiterhin so positiv entwickelt, könnten sich die drei Unternehmer vorstellen, in ein paar Jahren erneut zu expandieren.
Informationen
The All American Sports Store GmbH, Im Sande 81, 21698 Harsefeld.
Kontakt: 0 41 64 / 90 81 68 1 oder per shop@the-all-american-sports-store.com.