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Paintball-Anlage soll wachsen

Beliebte Freizeitaktivität : Viele Paintball-Teams treffen auf der Anlage in Klein-Wangersen aufeinander.

Beliebte Freizeitaktivität : Viele Paintball-Teams treffen auf der Anlage in Klein-Wangersen aufeinander.

Die Betreiber der Paintball-Anlage in Klein Wangersen möchten ihren Betrieb vergrößern. Das Angebot müsse attraktiver müsse, um gegen die Konkurrenz bestehen zu können, sagten Henner und Kai Wichern bei der jüngsten Sitzung des Ahlerstedter Bauausschusses.

Von Wilfried Stief Montag, 30.01.2017, 18:26 Uhr

Die Politiker sicherten ihre Unterstützung zu, es gab aber auch kritische Worte.

World of Paintball gibt es seit über zehn Jahren in Klein Wangersen. Die Brüder Henner und Kai Wichern fingen klein an, haben aber mittlerweile einen Betrieb mit drei Vollzeitkräften und 17 Aushilfen aufgebaut, berichteten die Unternehmer den Politikern.

Paintball ist ein Spiel mit mehreren Mannschaften, deren Spieler sich gegenseitig austricksen und mit Farbbeuteln markieren, bis es einen Sieger gibt. Ein Freizeitspaß, wie die Unternehmer im Ausschuss sagten, der auch Teams zusammenschweiße. Daher gehörten auch Gruppen aus großen Unternehmen der Region zu den Besuchern. Und auch der HSV war schon mal da – und siegte in dem Bundesligaspiel danach.

Die Situation hat sich für World of Paintball in den letzten Jahren geändert. Zu Anfang sei die Anlage in Wangersen, die aus einen landwirtschaftlichen Betrieb entwickelt wurde, eine von wenigen in der Region gewesen. Das aber habe sich geändert, sagten Kai und Henner Wichern. Mittlerweile gebe es Konkurrenten in Hamburg und bei Bremen, die mit mehreren Spielszenarien locken und mit größeren Anlagen den Besucher locken. „Wir können mit der Konkurrenz nicht mehr mithalten“, so die jungen Unternehmer. Das zeige sich im Rückgang der Besucherzahl.

Daher ist geplant, das Sondergebiet, wie es baurechtlich gesprochen heißt, zu vergrößern. Um zwei zusätzliche Spielfelder soll das Areal anwachsen. Auch die würden dann mit einem bepflanzten Wall umgeben und sich so unauffällig in die Umgebung einpassen. Die neuen Spielfelder sollen Naturstein und Kunstrasen als Untergrund erhalten, wodurch keine versiegelten Flächen entstehen würden. Als Hindernisse gebe es dann bewegliche Kulissen.

Mit ihren Plänen treten die Unternehmer aus Klein Wangersen nun den Gang durch die Institutionen an. Zunächst müsse die Gemeinde eine Stellungnahme abgeben. „Wenn die positiv ausfällt, suchen wir das Gespräch mit dem Landkreis“, sagte Peter Walthart, Bau- und Planungsfachmann im Rathaus Harsefeld. Ob es dann ein Bebauungsplanverfahren gebe, entscheide der Landkreis.

Unumstritten war das Anliegen der World of Paintball-Unternehmer nicht. So machte Ralph Lindemann (SPD) keinen Hehl daraus, dass er Paintball für ein Kriegsspiel mit realistischen Waffen und in Tarnkleidung halte. „Das ist kein Spiel mehr, sondern eine Kriegsübung“, meinte Lindemann, der sich der Stimme enthielt.

Dass Vorbehalte im Ort der Vergangenheit angehörten, sagte Hans-Werner Heins (FWG). Die Paintball-Spieler wirkten eher wie Fußballteams. Ballerspiele und die vielen Kampfsportschulen halte er für schlimmer, sagte Heins. Er plädierte dafür, dem Betrieb keine Steine in den Weg zu legen. Das fand die Mehrheit des Ausschusses auch.

Am Rande der Sitzung machten Kai und Henner Wichern auch deutlich, dass es mittlerweile richtige Liga-Wettbewerbe gebe, ähnlich anderen Sportereignissen. Der Freizeit-Sport Paintball sei schon längst aus der Schmuddelecke heraus.

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