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Park-Notstand am Elbe Klinikum Buxtehude hat ein Ende

Blick auf das Elbe Klinikum Buxtehude: In dem Waldstück links unten will das Krankenhaus 2016 bis 2020 neue Parkplätze schaffen . Foto Elsen

Blick auf das Elbe Klinikum Buxtehude: In dem Waldstück links unten will das Krankenhaus 2016 bis 2020 neue Parkplätze schaffen . Foto Elsen

Das Elbe Klinikum Buxtehude will in den Jahren 2016 bis 2020 mehr Parkplätze schaffen: In fünf Bauabschnitten sollen 309 Stellplätze auf den Grün- und Waldflächen parallel zum Ottensener Weg (K 52) südwestlich des Ärztehauses entstehen. 

Von Björn Vasel Mittwoch, 01.06.2016, 18:31 Uhr

Der Bau eines weiteren Parkhauses wurde aus Kostengründen verworfen. 1,8 Millionen Euro will die Klinik investieren. Betriebsleiter Arturo Junge hat die Pläne am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt. Die Politik signalisierte Unterstützung.

Die Vorgeschichte: Seit Jahren herrscht der Parkplatz-Notstand am Elbe Klinikum. Jeder zweite Autofahrer muss laut einer Untersuchung der Hochschule 21 drei Parkplätze auf dem Krankenhausgelände ansteuern, um einen Stellplatz zu finden; auch Seitenstraßen in den angrenzenden Wohnstraßen werden zugeparkt. Durch den Stellplatzsuchverkehr und die ungünstige Lage der Haupteinfahrt kommt es zu Staus auf dem Ottensener Weg. Das 2010 errichtete Parkhaus mit 140 Plätzen reicht nicht aus; aktuell gibt es 411 Stellplätze auf dem Gelände. Beschwerden häuften sich, so der Betriebsleiter.

Die Begründung: „Wachstum und Leistungsausweitungen der letzten Jahre führen bereits heute in Spitzenzeiten zu erheblichen Defiziten“, sagt Junge. Der Bedarf liege bei 588 Stellplätzen. Das heißt: 177 fehlen aktuell. Damit das Krankenhaus weiter schwarze Zahlen schreibt, muss es wachsen. Und: Die Menschen werden älter, die Zahl stationär aufgenommener Patienten sei seit 2010 um 20 Prozent gestiegen. Außerdem wird das Angebot in der Klinik und im Ärzte- und Therapiezentrum laufend ausgebaut, so kam zum 1. April die kardiologische Ambulanz dazu, zudem will die Klinik die onkologische Behandlung ausbauen, damit die Krebspatienten wohnortnah versorgt werden können.

Die Planung: Der Ausbau der bestehenden Parkpalette oder ein Neubau seien zu teuer. Deshalb sollen die Stellplätze ebenerdig erstellt – und eine „einheitlichen Parkzone“ in Verlängerung des Parkhauses südlich des Ärztehauses und des Wohnheims geschaffen werden. Die Verkehrsführung soll optimiert werden. Es soll 2018 eine neue Hauptzufahrt gegenüber der Bebelstraße geben, im Gespräch sind laut Aussage des Ersten Stadtrats Michael Nyveld eine Ampelkreuzung oder ein Kreisel – mit einem Durchmesser von 20 Metern so groß wie der neue in Osterjork. Diesen soll die Stadt bezahlen, so der Wunsch des Klinikums. Die verbliebenen Zufahrten sollen beschrankt werden, nur Rettungswagen, Feuerwehr oder Lieferanten dürften durch. Effekt: Der Verkehr auf dem Ottensener Weg fließt wieder. Weil die drei Zufahrten an Drosselgasse und Ottensener Weg wegfallen, will das Krankenhaus 2017/2018 eine 200 000 Euro teure Parkplatzstraße bauen, um die vier neuen Parkplätze in den heutigen Wald- und Grünflächen zu erschließen. Stellplätze nördlich der Rettungswache könnten entfallen.

Der Eingriff: 153 Bäume müssten gefällt werden, um Platz für mehr Autos zu schaffen. Der Eingriff muss ausgeglichen werden. Ein Antrag zur Waldumwandlung bei der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Stade ist erforderlich, sagte Klinik-Projektingenieur Carsten Mau. Außerdem müssen Archäologen im Vorfeld anrücken, eine Töpferwerkstatt aus dem Mittelalter und ein 2500 Jahre altes Urnengrab müssen ausgegraben werden.

Die Fertigstellung: Bis März 2020 will Junge das Parkplatzkonzept umgesetzt haben, im Herbst soll es losgehen. Auf der Fläche direkt an der Straße, zwischen dem Fuß-/Radweg zum Klöterbusch und der Zufahrt rechts davon, sollen 2016/2017 die ersten 94 Stellplätze geschaffen werden; 2017/2018 weitere 90 – inklusive der Parkplatzstraße. 2018/2019 würden weitere 100 am Südwestzipfel realisiert, der steile Fuß- und Radweg durch das Wäldchen zwischen der Drosselgasse und dem Klöterbusch müsste verlegt werden. Diese Verbindung wollen Anwohner und Politik für Schüler erhalten. Weitere 25 Stellplätze sollen 2019/2020 am Parkhaus entstehen.

Das Versprechen: Die Klinik kündigte an, die Anwohner umfassend zu informieren – wenn die Detailplanung steht, so Junge.

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