Pintensprinten: Tausende touren durch die Stader Kneipen
<p>Joshua Minow (Zweiter von rechts) mit Freunden aus Stade und Bremervörde vor dem Zeughaus.</p>
Mit dem Pintensprinten landeten die Stader Gastronomen am Sonnabend einen Volltreffer. Tausende zogen bis spät in die Nacht durch die Innenstadt. In den Kneipen und den Altstadtgassen zwischen Fisch- und Pferdemarkt herrschte ein ständiges Kommen und Gehen.
Die Idee ist simpel: Ausgestattet mit einem Laufzettel touren die Teilnehmer von Kneipe zu Kneipe. In jeder Gaststätte, in der sie einkehren, gibt es einen Stempel. Wer später seinen komplett ausgefüllten Bogen abgibt, hat die Chance, bei einer Verlosung abzuräumen. Zu gewinnen gibt es in diesem Jahr einen Reisegutschein, ein Wochenende mit einem neuen Auto und fünf Disco-Jahrestickets.
Joshua Minow (Zweiter von rechts) mit Freunden aus Stade und Bremervörde vor dem Zeughaus.
Aus vier Sorten Schnaps konnten die Besucher vor dem Irish Pub Fiddler’s Green im Zeughaus auswählen. Joshua Minow war mit fünf Freunden gekommen. Im vierten Jahr in Folge zogen sie beim Pintensprinten gemeinsam los. Die jungen Männer sind in Stade aufgewachsen, leben inzwischen aber wegen Studium und Ausbildung an verschiedenen Orten in der Republik. „Wir haben den Zettel immer voll bekommen“, sagte er. „Und wir haben noch nichts gewonnen.“ Diesmal werde es Zeit. Das Fiddler’s war ihre erste Station an diesem Abend, weitere rund 20 sollten folgen. Freunde aus Bremervörde gesellten sich dazu, sie hatten schon einige Kneipen am Fischmarkt aufgesucht. Die Jungs freuten sich schon auf den Ouzo beim Dionysos und den Mexikaner beim Lila’s. Ihnen gefiel, dass endlich einmal Leben in der Altstadt war. So groß sei der Andrang in der Stadt höchstens beim Altstadtfest oder während des Weihnachtsmarktes, sagte Joshua Minow. „Aber für die Größe Stades ist das angemessen. Ich erwarte hier nicht den Hamburger Kiez.“
Tina Boddin aus Armstorf feierte beim Pintensprinten ihren Junggesellinnenabschied. Ihre Freundin Sarah Hesse lebt seit vier Jahren in Stade und marschierte mit den Mädels – als gemeinsames Erkennungszeichen dienten bunte Blümchenketten – von Kneipe zu Kneipe. Neben dem Wein- und dem Altstadtfest sei das Pintensprinten „die einzige Veranstaltung, bei der in der Stadt mal so richtig was los ist“, sagten die jungen Frauen. „Wir finden es gut, es sollte mehr davon geben.“ Das wünschte sich auch der Stader Finn-Ole Vollmers, der mit Freunden beim Pintensprinten unterwegs war. Zum ersten Mal zogen die Sieben in dieser Runde gemeinsam durch die Kneipen-Szene. Sonst sei in der Altstadt ja eher wenig los, bemerkten die jungen Stader. Da könnten die Besucher zwar gemütlich durch die Gassen schlendern, doch gefeiert werde woanders.
Die zukünftige Braut Tina Boddin (kniend, Mitte) feiert den Junggesellinenabschied beim Pintensprinten.
Am Fischmarkt waren die Plätze im Freien rar – ein Bild wie an einem Sommerabend. Nicht nur vor den Eingängen der Lokale bildeten sich lange Schlangen, hier gab es Schnaps – und die Stempel für die Laufzettel. Sicher trugen auch die sternenklare Nacht und die milden Temperaturen zum Erfolg der Veranstaltung bei. Einige Besucher holten sich auch in der Dunkelheit noch ein Eis im Café Baretto. Das Pintensprinten dürfte gerne öfter stattfinden, sagten Theresa Lütje und Jan Dubberstein: „Da gehst du auch mal in Bars, in die du sonst nicht kommst.“
<p>Die zukünftige Braut Tina Boddin (kniend, Mitte) feiert den Junggesellinenabschied beim Pintensprinten.</p>