Poco öffnet Türen in Stade – und Aldi auch
Sind startklar: die Mitarbeiter von Poco in Stade; in der Mitte im weißen Hemd: Marktleiter Oliver Möller. Fotos: Strüning
Poco eröffnet seine Stader Filiale und damit auch das Möbellager jenseits der B 73 am Steinkamp. Bereits vor der großen Eröffnung gibt es für besonders neugierige Kunden die Möglichkeit, das Sortiment zu testen. Auch Aldi eröffnet in Kürze, aber es gibt auch Verlierer.
Sechs Jahre hat es gedauert, bis aus dem alten Max-Bahr-Gebäude am Haddorfer Grenzweg der neue Poco wurde, der 126. in Deutschland. Der Möbelhändler musste sich erst mit der Stadt über sein Warensortiment einigen, die die Innenstadtbereiche nicht gefährden dürfen. Vertriebsgeschäftsführer Thomas Kurz spricht von „konstruktiven Gesprächen“. Dann musste eine Halle für das Warenlager gefunden werden.
Da bei Poco 90 Prozent der Waren sofort zum Mitnehmen sein sollen, ist das Lager essenziell für den Standort. Eine gebrauchte Immobilie wurde nicht gefunden, also baute Poco selbst. Das 4800 Quadratmeter große Hochregallager in knalligem Gelb ist kaum zu übersehen. Sechs Millionen Euro hat das Unternehmen nach eigenen Angaben investiert in den Standort Stade. Waren in der Größenordnung von wiederum sechs Millionen Euro sind im Angebot. Die Verkaufsfläche beträgt 5200 Quadratmeter, auf dem 14 000 Artikel Platz finden.
Der Discounter bietet klassisch Möbel an mit Küchen, Betten und Wohnzimmer, aber auch viel Handwerker- und Renovierungsbedarf mit Teppichen, Bodenbelägen, Haushaltswaren oder Elektrogeräten. Dieser Bereich, so Thomas Kurz, mache 40 Prozent des gesamten Umsatzes aus – und er locke die Kunden ins Haus.
Der Poco-Markt Stade beschäftigt 58 Mitarbeiter. Sie wurden zwei Monate lang auf ihre neue Rolle vorbereitet, im hauseigenen Ausbildungszentrum in Dortmund, in anderen Märkten sowie am Standort Stade. Unter anderem wurden sie digital geschult. PC und Tablets unterstützen die Verkäufer bei den Beratungsgesprächen. Die Preise würden ausschließlich elektronisch ausgezeichnet, so Vertriebsleiter Stefano Buosi. Marktleiter ist Oliver Möller. Gut 120 Parkplätze stehen zur Verfügung. Und: Der Imbiss dort hat all die Jahre überlebt und wird bestehen bleiben.
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Am Sonnabend, 31. August, wird von 10 bis 17 Uhr im großen Stil die Eröffnung gefeiert. Unter anderem gibt es ein Auto zu gewinnen. Die Verantwortlichen rechnen mit bis zu 20 000 Kunden an diesem Tag, durchschnittlich kämen täglich 2000 Kunden in einen Markt der Stader Größe. Der Montag gilt auch noch als Aktionstag. Das neue Geschäft bietet zudem eine stille Eröffnung: Bereits am Donnerstag und Freitag hat es geöffnet, um die Systeme im Echtbetrieb zu testen.
Das Unternehmen hat sich Stade bewusst ausgesucht. Die Parameter der Standortuntersuchung stimmten, nachdem Fragen zu Kaufkraft und Haushalten geklärt worden waren. Poco rechnet mit 100 000 Einwohnern in einem Umkreis von einer halben Stunde Fahrzeit. Zudem schließt Stade die Lücke zwischen Harburg und Bremerhaven als die nächst gelegenen Standorte. Zum Wettbewerb mit Häusern wie Möbel Jähnichen, Dänisches Bettenlager, Tedox, Toom oder auch Marktkauf sagt Kurz: „Wir sehen das positiv und sind Verfechter der Koexistenz.“ Der Standort gewinne insgesamt.
Zwei ziehen aus dem Standort keinen Gewinn mehr: Das Autohaus Stöppelkamp, einst Honda-Spezialist vor Ort, hat seine Niederlassung ebenso geschlossen wie in der Nachbarschaft Textilhändler „Millers&Monroe“ (ehemals Vögele) wegen Insolvenz.
Etwas zu feiern hat Aldi: Am Montag, 2. September, wird der neue Aldi-Markt am Steinkamp eröffnet – mit Gewinnspiel. Auf knapp Tausend Quadratmetern findet sich das bekannte Sortiment wieder, heißt es in einer Mitteilung des Discounters. Filialleiter Patrick Ryba: „Die neue Filiale schaut wirklich klasse aus.“ Am Eröffnungstag bekommen die ersten 100 Besucher als Willkommensgeschenk je ein Rubbellos, in denen sich Sofortgewinne befinden. Als Hauptgewinn winkt ein 500-Euro-Einkaufsgutschein.
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Das bietet der neue Aldi nach eigenen Angaben: Eine Backstation mit mehr als 35 Brot- und Backwaren und Brotschneidemaschine, eine „Frischeinsel“ mit Obst und Gemüse sowie Fleisch und Fisch in neuen Kühlwandregalen. Das neue Convenience-Regal führe Snacks wie Smoothies, Salate, Fertiggerichte sowie gekühlte Getränke.
Bioprodukte, Weine oder das „Rezept der Woche“ rundeten das Angebot ab. „Bei allen Neuerungen und Optimierungen bleiben wir natürlich Aldi“, so Regionalverkaufsleiterin Yvonne Schröder. In den kommenden Jahren würden sukzessive alle gut 2300 deutschen Märkte von Aldi Nord modernisiert.