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Politik In Hammah hält an Containerlösung für Krippe fest

Eltern, die ihr Krippenkind im DRK-Kinderschiff untergebracht haben, sind versorgt. Aber 26 weitere Familien brauchen dringend einen Platz. Foto Eidtmann

Eltern, die ihr Krippenkind im DRK-Kinderschiff untergebracht haben, sind versorgt. Aber 26 weitere Familien brauchen dringend einen Platz. Foto Eidtmann

Große Aufregung vor und in der Ratssitzung Hammah. In ihrem Bemühen, eine Containerlösung für die Interims-Betreuung von Krippenkindern zu schaffen, fühlen sich Politik und Verwaltung ausgebremst.

Von Jutta Eidtmann Donnerstag, 14.07.2016, 17:56 Uhr

In einem Schreiben an den DRK-Kreisverband vom 12. Juli hatte die für Tageseinrichtungen zuständige Referentin des Kultusministeriums in Lüneburg erklärt, dass Container für die Betreuung von Krippenkindern nicht geeignet seien.

Sehr lange wurde im Rat am Mittwochabend darüber debattiert, wie die Mitarbeiterin des Ministeriums zu solch einer Aussage komme und warum sie das nicht begründe. Schließlich geht es um die Betriebsgenehmigung. Wenn sie nicht in Aussicht gestellt wird, kann die Gemeinde die Option Container vergessen.

Zwei auf kindliche Bedürfnisse zugeschnittene Container wollte die Gemeinde sofort nach dem Ratsbeschluss erwerben und zum 15. September in Betrieb nehmen. 26 Krippenkinder – das ist belegt – benötigen zum neuen Kindergartenjahr einen Platz, den die Gemeinde, die nur einen Kindergarten (das DRK-Kinderschiff) unterhält, nicht bieten kann. Der fest geplante Neubau eines zweizügigen Krippenkindergartens wird die Lage entspannen, der Bauantrag an den Landkreis Stade ist gestellt. Aber da Landesmittel nicht zur Verfügung stehen, dürfte sich die Realisierung hinziehen.

Die Gemeinde braucht also ein Provisorium für ein oder zwei Jahre. „Mit Hochdruck haben wir daran gearbeitet“, erklärten Bürgermeister Rainer Jürgens und Gemeindedirektor Holger Falcke nicht zuletzt auch den Eltern, die im Publikum saßen und in der Einwohnerfragestunde deutlich gemacht hatten, dass sie auf glühenden Kohlen sitzen, weil sie nicht wissen, ob die Betreuung ihrer Kinder geklärt wird.

Die Alternative zu Containern stellen Bauten in Holzrahmenbauweise oder Modulbauweise dar. „Aber die könnten wir erst zum 1. März 2017 vorhalten und dann wären 26 Kinder unversorgt“, so Bürgermeister Jürgens.

„Hat denn überhaupt mal jemand nachgefragt und angerufen, vielleicht gab es auch Missverständnisse“, wollte die Grüne Katjana Lorenz wissen. Nein, das hatte man nicht. Aber Jürgens hatte postwendend am 13. Juli einen Brief verfasst.

Nach TAGEBLATT-Recherchen sind die bereits fortgeschrittenen Planungen der Gemeinde und des DRK-Kreisverbandes als Träger in der Tat nur rudimentär in Lüneburg angekommen. Mit ihr habe keiner gesprochen, so die zuständige Referentin. Ihr lagen nur zwei noch dazu schlechte Kopien vor.

Offensichtlich hatte man im Behördenhaus den Eindruck, da wolle eine Gemeinde eine Billiglösung für die Betreuung ihrer kleinsten Bürger.

Nach Darstellung der Politik sind die Container aber eigens auf Kleinkinder ausgerichtet und auch der Gemeindeunfallversicherungsverband habe schon sein Okay gegeben. „Besser ein Container als gar keine Betreuung“, fand eine betroffene Mutter nach der Sitzung.

Die Gemeinde Hammah will jetzt weiter um eine Containerlösung kämpfen. Beispiele an anderen Orten gibt es. Aber vom Lüneburger Fachdienst kommt klar das Signal: Hohe Voraussetzungen müssen stimmen.

Einig ist man sich im Rat auch über den Standort: Die Container sollen nicht beim bestehenden Kindergarten, sondern hinter dem Feuerwehrgerätehaus aufgestellt werden. Dann muss beim DRK-Kinderschiff nicht noch mehr Außengelände zerstört werden (das passiert schon für den Neubau des Krippenkindergartens). Außerdem ist auch die Nachnutzung geklärt: Die Container sollen der Jugendfeuerwehr zur Verfügung gestellt werden. Deshalb ist die Gemeinde auch bereit, die Bauten zu erwerben (und nicht zu mieten) und dafür 200 000 Euro zu zahlen.

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