Recyclinggeschäft ist hart umkämpft
Der Himmelpfortener Unternehmer Alf Heidemann vor der noch aufzubereitenden Schlacke.
Das Recyclinggeschäft ist hart umkämpft und es lebt von Innovationen. Wer hier die Nase vorn hat, hat ganz klare Wettbewerbsvorteile. Ein solches Unternehmen ist Scanmetals in Bremen. Einer der Gesellschafter ist der Himmelpfortener Recyclingunternehmer Alf Heidemann.
Im Kern geht es hier um recyceltes Metall, das aus der Schlackenaufbereitung gewonnen wird. Seit 2007, erzählt der findige Unternehmer aus Himmelpforten, habe man versucht, das Recyclingverfahren zur Säuberung und Trennung der Metalle so zu verfeinern, dass am Ende des Prozesses hochreine Metalle gewonnen werden. Nach Jahren der Entwicklung und mit maßgeblicher Hilfe eines Partners aus Dänemark, einem Experten aus der Aluminiumindustrie, dem der Himmelpfortener durch Zufall begegnet ist, gelang der Scanmetals Deutschland schließlich vor gut zwei Jahren der Durchbruch. „Wir wollten schon aufgeben, aber nun haben wir eine ökonomisch und ökologisch herausragende Technik“, sagt Heidemann.
{picture3s} Metalle durch Magneten, sogenannten Wirbelstromscheidern, auszusondern, ist eine längst angewendete Methode, die viele Recyclingunternehmen anwenden. Doch das Ergebnis führt zu relativ grob zuzuordnenden Metallen. Aus diesen holt Scanmetals nun hochprozentig reines Aluminium, Kupfer, Messing, V2A und sonstige Metalle heraus. Nicht nur das: Auch die unterschiedlichen Körnungen und Zusammensetzungen der Metalle kann das Unternehmen genau bestimmen und zuordnen. Das recycelte Aluminium beispielsweise wird in unterschiedlichen Rezepturen für verschiedenste Verwendungen produziert. Unter geschützten Produktnamen wie Tiger, Elephant oder Lion werden die Produkte an Verwender in ganz Europa, China, Korea oder Indien verkauft. Aus dem Aluminium werden daraus etwa Alufelgen, Motorenteile oder Getriebe. Bisher ist die deutsch-dänische Kooperation mit zwei Anlagen des dänischen Partners in Dänemark und England, sowie der deutschen Anlage einmalig mit seinen Produkten am Markt. Das Grundmaterial, also die vorbehandelten Metalle aus der Schlacke, kaufen die Bremer von Recyclingunternehmen aus ganz Europa.
{picture1s} Hinsichtlich des genauen Produktionsablaufs möchte sich das Unternehmen nicht in die Karten schauen lassen. So dürfen beim Rundgang durch die Produktionshalle mit Betriebsleiter Björn Schütt auch bestimmte Anlagen nicht fotografiert werden. Schütt: „Wir sind ständig am Verbessern und Weiterentwickeln, um noch besser und präziser arbeiten zu können. Je genauer wir bestimmte Qualitäten produzieren können, desto höher ist der ökonomische und ökologische Nutzen“. Die Anlagen und Geräte – so viel wird verraten – arbeiten unter anderem auf Röntgenbasis.
Auf dem Gelände bei den Bremer Industriehäfen im Norden der Hansestadt betreibt nicht nur Scanmetals seinen Betrieb, sondern auch Heidemann Recycling eine eigene Aufbereitungsanlage, wie sie auch in Düdenbüttel betrieben wird. Das sechs Hektar große Gelände ist logistisch bestens erschlossen, liegt direkt an der Autobahn und hat einen eigenen Bahnanschluss und einen Schiffsanleger. 35 feste Mitarbeiter sind bei Scanmetals beschäftigt sowie weitere gut 10 Mitarbeiter eines Personaldienstleisters.
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Ganz wichtig ist Betriebsleiter Björn Schütt, dass mit dem Recycling auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werde. Recycling an sich sei ja schon eine Schonung von natürlichen Ressourcen. Bei Scanmetals käme hinzu, dass mit jedem Kilo des recycelten Aluminiums rund 95 Prozent weniger CO2 emittiert werde als bei der Produktion von Aluminium-Neuware.
Das Unternehmen Heidemann mit Hauptsitz in Himmelpforten und Düdenbüttel besteht aus insgesamt 14 Unternehmen und Firmenbeteiligungen. Die Unternehmen sind überwiegend im Landkreis Stade angesiedelt. In Thüringen gibt es Niederlassungen und eben die Firmenbeteiligung in Bremen. Die Heidemann-Gruppe ist in der jetzigen Rechtsform seit 1982 am Markt. Gegründet wurde sie Anfang der 1960er Jahre vom Vater von Alf Heidemann.
Siegfried Heidemann hat mit der Entsorgung und dem Recycling von Bauschutt und mineralischen Baustoffen begonnen. Seine Söhne haben den Betrieb erweitert und diversifiziert. In der Heidemann-Gruppe sind rund 170 Menschen beschäftigt.