Richtfest beim HSV-Campus
Die Computersimulation zeigt das Modell für das Nachwuchsleistungszentrum Campus des Hamburger SV . Knapp ein Jahr nach Baubeginn wird nun auf der Baustelle Richtfest gefeiert. Foto ECE/HSV Fußball AG/dpa
Das sonnige Wetter kam wie bestellt zum Richtfest vom neuen Campus des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV. Direkt am Volksparkstadion soll ab den 1. Juli 2017 das Nachwuchsleistungszentrum fertig sein.
Der Rohbau steht schon, die Strukturen sind erkennbar. Der Glanz werde „weit über Hamburg hinaus strahlen“, sagte Innen- und Sportsenator Andy Grote, nicht nur für den Klub würde der Bau mit seiner modernen Infrastruktur positive Wirkung zeigen.
Aus rein sportlicher Sicht geht es um die Rekrutierung des eigenen Nachwuchses, wobei die Talente ganz Norddeutschlands im besonderen Fokus stehen. Die Mannschaften von der U15 bis zur U23 werden ab dem kommenden Sommer ihr Training von Norderstedt in den Volkspark verlegen. Bei der U23 ist das bereits der Fall, auch die U17 der Rothosen schuftete gestern auf dem satten Grün eines der Trainingsplätze zwischen Stadion und Campus-Bau. Drinnen tummelten sich neben dem Senator rund 300 Gäste, auch HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer war natürlich anwesend.
„Es ist unser Herzstück, unsere Zukunft“, sagt er. „Wir sind hier eng am Spiel, wollen die Talente über Jahre optimal positionieren“, betonte Beiersdorfer und sprach von einem Meilenstein. „Es soll sich an diesem Ort eine HSV-Fußball-Welt entwickeln: mehr Zusammenhalt, kürzere Wege, bessere Kommunikation.“ HSV-U17-Spieler Tobias Knost freut sich drauf. „So sind wir näher an den Profis dran“, sagte er. Sein Teamkollege Randy Gyamenah ergänzte: „Das ist für uns ein Ansporn, weil wir das Stadion immer vor uns haben.“
Im Zuge des Baus entsteht in der Nähe der Trainingsplätze ein Lauftreff für Parksportler mit Umkleiden und Sanitäreinrichtungen. Das Campus-Gebäude wird insgesamt 4600 Quadratmeter Fläche betragen, zur Hälfte neben einem riesigen Erdgeschoss auf zwei Etagen, der linke Flügel ist ein Stockwerk niedriger, auf der Dachterrasse dort wird es sogar einen Basketballplatz geben.
In den großzügigen Räumen im Inneren des modernen Beton- und Glasbaus gibt es bald den Nassbereich mit Ermüdungsbecken und Eistonne. Nicht nur die Profis sollen sich hier optimaler Reha-Methoden erfreuen. Es gibt Kraft-, Ruhe- und Internatsräume – acht Zimmer mit 16 Betten beherbergen einige Jungtalente – und sogar eine Laufbahn. Zudem Büros für den Trainer- und Betreuerstab und Schulungsräume. Talente und Profis sollen in der Mensa im Erdgeschoss teilweise auch gemeinsam essen. Schließlich würde der Nachwuchs dem „Traum von Fußball-Bundesliga nachjagen“, sagte Beiersdorfer.
Der Bezirk Altona habe das Ganze sehr konstruktiv begleitet, erwähnte der Boss der HSV AG. Im Sommer 2014 war die Profiabteilung des Traditionsklubs aus dem Gesamtverein ausgegliedert worden. Man versprach sich schlankere, leistungsintensivere Strukturen. Auf den Nachwuchs muss der HSV auch deswegen setzen, weil er mit 90 Millionen Euro Verbindlichkeiten auf einem Berg von Schulden sitzt.
So ist der Campus-Bau nur möglich gewesen, weil der Hamburger Unternehmer Alexander Otto zehn Millionen Euro hierfür gespendet hat. Otto ist ehemaliger HSV-Aufsichtsratsvorsitzender. Seine Firma, der Projektentwickler ECE, hat auch das Design entwickelt und den Bau begleitet. Der HSV zahlt eine Miete, die direkt in eine gemeinnützige Gesellschaft fließt.
HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer stellt beim Richtfest den Gästen das Nachwuchsleistungszentrums des Hamburger SV vor. Foto Charisius/dpa