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Rock-Oper Excalibur enttäuscht

Locker-flockig mit schnodderigen Sprüchen: Als Zauberer Merlin führte der Schauspieler Ralf Bauer durch die Show Excalibur . Foto Schiffler

Locker-flockig mit schnodderigen Sprüchen: Als Zauberer Merlin führte der Schauspieler Ralf Bauer durch die Show Excalibur . Foto Schiffler

Der Name weckt Erwartungen: In „Excalibur – The Celtic Rock Opera“ mit dem Titel „The dark age of the dragon“ (Das dunkle Zeitalter des Drachen) wollte sich das Publikum in die sagenhafte Welt von König Arthur und der Ritter der Tafelrunde entführen lassen. Doch die zweistündige Show um den Zauberer Merlin und das namensgebende legendäre Schwert enttäuschte. Trotz vieler (ergrauter) Stars aus der Folk- und Rockmusik. Einige Zuschauer verließen die ohnehin nur halbvolle Barclaycard Arena vorzeitig.

Freitag, 16.12.2016, 19:14 Uhr

Der Name weckt Erwartungen: In „Excalibur – The Celtic Rock Opera“ mit dem Titel „The dark age of the dragon“ (Das dunkle Zeitalter des Drachen) wollte sich das Publikum in die sagenhafte Welt von König Arthur und der Ritter der Tafelrunde entführen lassen. Doch die zweistündige Show um den Zauberer Merlin und das namensgebende legendäre Schwert enttäuschte. Trotz vieler (ergrauter) Stars aus der Folk- und Rockmusik. Einige Zuschauer verließen die ohnehin nur halbvolle Barclaycard Arena vorzeitig.

Die keltische Rock-Oper Excalibur stammt aus der Feder des französischen Folk-Rock-Barden Alan Simon. In vielen großen Arenen Deutschlands war sie im Dezember zu sehen, am Donnerstag nun auch in Hamburg. Auch hier hatte der Bretone zahlreiche internationale Musiker und Sänger, einige Tänzer und das Sinfonieorchester Bohemian Symphony Orchestra Prague auf der Bühne vereint.

Doch eine mystisch-magische Stimmung wollte nicht aufkommen. Trotz schöner Rock- und Folksongs mit Dudelsack, Flöte und Harfe, trotz berührender Balladen mit keltischen Klängen. Trotz Rock-Legenden wie Gitarrist Martin Barre (Jethro Tull) und Saxofonist John Helliwell (Supertramp), der irischen Folk-Sängerin Moya Brennan (Clannad) und der schottischen Solo-Sängerin Maggie Reilly (Mike Oldfield Band).

Wegen der Erkrankung von Michael Mendl hatte Ralf Bauer die Rolle des Zauberers Merlin übernommen. Der Schauspieler führte damit – mehr schlecht als recht – durch die teils interaktive Show und spielte Merlin als einen moralisierenden Nostalgiker, der nach 1000-jährigem Schlaf in der modernen Welt des 21. Jahrhundert erwacht. Als singende Edle der Tafelrunde in Ritterkostümen traten die Sänger auf. So spielten „Kelly Family“-Sprößling John Kelly und seine Frau, die spanische Sopranistin Maite Itoiz, von der Folk-Gruppe Elfenthal, den Ritter Lancelot beziehungsweise dessen Geliebte Guinevere. Als ermatteter König Arthur versuchte der walisische Sänger Michael Sadler (SAGA) vergeblich, das Schwert aus dem Stein zu ziehen. Mittelalter-Rocksänger Eric Fish (Subway to Sally) trat als Ritter Fish auf die Bühne – und verabschiedete sich mittendrin von der Tour. Ausdrucksstark spielte und sang die walisisch-australische Harfenistin und Sopranistin Siobhan Owen als Stimme der bösen Fee Morgana. Weniger beeindruckend dagegen Luftakrobatin Simone Heitinga (Cirque du Soleil) als Morgana: Ihre Figuren an den Bändern waren nicht wirklich originell.

Die Produktion überzeugte nicht: Eindrucksvoll waren weder die Scheinwerfer-Effekte noch die Bilder von Flammen, Landschaften und Blüten auf der riesigen Leinwand; die gewollt locker-flockigen Dialoge mit schnodderigen Sprüchen langweilten; wenig ambitioniert auch die Schritte der sechs keltischen Stepptänzer und -tänzerinnen in Kilts, deren klackende Füße wegen der lauten Rockmusik selten zu hören waren, und der Spitzentanz der Ballerina.

Müden Beifall spendeten die Zuschauer. Viele wollten das Ende gar nicht erst abwarten. Noch während der Zugabe strömten sie zum Ausgang.

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