Rübke bekommt Schutz vor Fluten
Horst Subei steht am kritischen Punkt an der Buxtehuder Straße in Rübke, wo der Schulbeek von Neu Wulmstorf kommend in die Rübker Landwettern mündet und in Richtung Este zum Schöpfwerk Moorende fließt. Hier kommt es regelmäßig zu Überschwem
Die Bewohner der Häuser an der Buxtehuder Straße in Rübke kennen das Problem seit vielen Jahren aus leidvoller Erfahrung: Bei Starkregen werden regelmäßig ihre Grundstücke überschwemmt.
Grund: Ein Großteil des Oberflächenwassers aus Neu Wulmstorfs Ortskern fließt durchs Moor nach Rübke und lässt dort die Landwettern überlaufen. Seit der letzten großen Flut 2002 hat sich das Problem weiter verschärft, und auch der Wasser- und Bodenverband Buxtehude-Rübke (WBV) drängt jetzt auf eine zeitnahe Lösung. Im nächsten Jahr will die Gemeinde das Dorf nun von den Fluten entlasten.
rst im August und zuletzt im November dieses Jahres hatten die starken Regenfälle die Landwettern in Rübke wieder überlaufen lassen und vor allem im östlichen Teil der Buxtehuder Straße bis hin zur L 235 für Überschwemmungen gesorgt. Angesichts dieser Lage und der Erkenntnis, dass der Klimawandel und die zunehmenden Starkregenfälle das Problem in Zukunft weiter verschärfen werden, drängt jetzt auch der Wasser- und Bodenverband Buxtehude-Rübke darauf, dass die Gemeinde das Überschwemmungs-Problem im Dorf zügig angeht.
Verbandsvorsteher Horst Subei hat die Gemeinde bereits angeschrieben und ihr die Unterstützung des WBV zugesagt. 2007 waren in Neu Wulmstorf am Lindweg bereits Stauschieber eingebaut worden, doch das allein hat nicht ausgereicht, um die Überlastung der Landwettern durch die Bach-Zuläufe zu verhindern. Der WBV selbst hatte versucht, durch verstärkten Betrieb des Schöpfwerks in Moorende den Rückstau in Rübke abzufangen, aber auch das gelingt nur teilweise, weil das Schöpfwerk nicht groß genug ist, erläutert Subei.
Bereits seit 2002 gibt es den Vorschlag, den Zustrom des Oberflächenwassers aus Neu Wulmstorf vor dem Schulbeek über den Randkanal abzuleiten, der parallel zu den Landwettern südlich von Rübke Richtung Moorende/Este verläuft und das Wasser auf diese Weise vom Dorf fernzuhalten. Der WBV hatte in den Folgejahren mehrfach auf das Problem hingewiesen und 2014 einen Ausbau des Randkanals beantragt. Da auch im Zuge des Baus der A 26 keine wesentlichen Änderungen in der Gebietsentwässerung zu erwarten seien, sollte die Gemeinde ein Fachbüro beauftragen, das eine technisch machbare Lösung erarbeitet, regt Subei an.
Die Gemeinde habe das Überschwemmungsproblem in Rübke schon länger im Blick und in Arbeit, bestätigt Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf Rosenzweig auf TAGEBLATT-Nachfrage. „Das hat für uns ganz große Priorität.“ Bereits vor drei Monaten habe die Gemeinde Rübkes Wasserproblem zum großen Thema gemacht, auch ohne den Anstoß des WBV. „Wir haben selbst gesehen, wie es dort aussieht.“
Nach der Überflutung im August hatte die Gemeinde die Wettern bereits außerplanmäßig vom Schlick räumen lassen. Ein Fachbüro sei jetzt dabei, verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu prüfen, sagt Rosenzweig. Für Hochwasserschutzmaßnahmen in Rübke stehen 2016 im neuen Haushalt 200 000 Euro bereit, und wenn das Ergebnis der Gutachten vorliege, wolle die Gemeinde dann auch zügig handeln.
Der Wasser- und Bodenverband Buxtehude-Rübke
Der Wasser- und Bodenverband Buxtehude-Rübke wurde 1936 als Wassergenossenschaft gegründet. Aufgabe des Verbands mit seinen rund 550 Mitgliedern sind der Bau und die Unterhaltung von Gewässern zweiter und dritter Ordnung samt Anlagen, der Schutz von Grundstücken vor Hochwasser und die Verbesserung der Flächen zur Be- und Entwässerung. Das Verbandsgebiet umfasst 1134 Hek-tar Fläche und gut 50 Kilometer Gewässer. Die Gewässer II. Ordnung (mit überörtlicher Bedeutung), das Schöpfwerk Moorende und die Schleusen unterhält und betreibt der WBV im Auftrag des Unterhaltungsverbands Altes Land. Die Unterhaltung der Gewässer III. Ordnung (ohne überörtliche Bedeutung) vergibt der Verband an Unternehmer.
Bei Starkregen staut sich das Wasser in den Landwettern entlang der Buxtehuder Straße und flutet die Grundstücke.