Rückendeckung für die anstehende Tarifrunde
Wenn das keine Rückendeckung für die anstehende Tarifrunde ist: Die IG Metall Küste meldet steigende Mitgliederzahlen in den fünf norddeutschen Bundesländern. Die Zahl der Organisierten sei um ein knappes Prozent auf 178 000 gestiegen, berichtete Bezirksleiter Meinhard Geiken in Hamburg. Dahinter verbergen sich 10 800 Neuaufnahmen, so viele wie seit 20 Jahren nicht. Todesfälle und Austritte (insgesamt 9466) wurden mehr als ausgeglichen. Geiken zufrieden: „Im Gegensatz zu vielen Großorganisationen steigen unsere Mitgliederzahlen.“ Als Grund für den Zulauf sieht der Bezirksleiter die Nähe der Küstengewerkschafter zu den Beschäftigten und das beständige Kümmern um deren Themen und Sorgen.
Wenn das keine Rückendeckung für die anstehende Tarifrunde ist: Die IG Metall Küste meldet steigende Mitgliederzahlen in den fünf norddeutschen Bundesländern. Die Zahl der Organisierten sei um ein knappes Prozent auf 178 000 gestiegen, berichtete Bezirksleiter Meinhard Geiken in Hamburg. Dahinter verbergen sich 10 800 Neuaufnahmen, so viele wie seit 20 Jahren nicht. Todesfälle und Austritte (insgesamt 9466) wurden mehr als ausgeglichen. Geiken zufrieden: „Im Gegensatz zu vielen Großorganisationen steigen unsere Mitgliederzahlen.“ Als Grund für den Zulauf sieht der Bezirksleiter die Nähe der Küstengewerkschafter zu den Beschäftigten und das beständige Kümmern um deren Themen und Sorgen.
Die meisten Mitglieder verzeichnet die IG Metall Küste im nordwestlichen Niedersachsen (50 500), gefolgt von Hamburg (44 500), Bremen (34 300), Schleswig-Holstein (34 200) und Mecklenburg-Vorpommern (15 000). Die höchsten Zuwächse gab es bei jugendlichen (+5,5 Prozent) und weiblichen (+2,2) Neumetallern. Insgesamt sei es gelungen, zunehmend auch Arbeitnehmer aus kleineren Industrie- sowie Handwerksbetrieben für die IG Metall zu gewinnen.
Geiken sieht dank des Mitgliederzuwachses die Kampfkraft der Gewerkschaft für die bevorstehende Tarifrunde in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie gestärkt. In die erste Verhandlungsrunde am 10. März geht die IG Metall voraussichtlich mit einer Forderung von fünf Prozent höhere Löhne und Gehälter für die 140 000 Beschäftigten. Die Forderung setze sich zusammen aus der Zielinflationsrate der Europäischen Zentralbank von 2,0 Prozent, der mittelfristigen Entwicklung der Produktivität von 1,1 Prozent sowie einer Umverteilung zugunsten der Arbeitnehmer von 1,9 Prozent. Kritik der Arbeitgeber an der Höhe der Forderung wies der Chefmetaller als „Jammern auf hohem Niveau“ zurück. Geiken: „Wir sind der Auffassung, die Forderung passt in die wirtschaftliche Landschaft, passt für die Betriebe und passt vor allem für die Menschen.“ Das Wachstum werde derzeit maßgeblich vom privaten Konsum getragen, den die Metallgewerkschaft mit dem Tarifabschluss weiter stärken wolle.
Erstmals seit langem verhandelt die IG Metall Küste ausschließlich über eine Entgeltforderung, ohne Nebenforderungen. Ob das die Verhandlungen leichter mache, müsse sich noch erweisen, so der Bezirksleiter. Die Friedenspflicht endet am 28. April um Mitternacht, dann sind Streiks möglich. Und auf die bereitet sich die Gewerkschaft schon mal vor – allerdings wie jeder Tarifrunde.
Der Arbeitgeberverband Nordmetall nannte die Forderung „abgehoben“. Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch: „Fünf Prozent mehr Lohn zu fordern entbehrt jeder Grundlage und gefährdet viele Unternehmen.“ Die Gewerkschaft ignoriere wirtschaftliche Fakten: „Die Produktivität in der Metall- und Elektroindustrie ist seit 2008 um lediglich zwei Prozent gestiegen, die Lohnkosten aber um 20 Prozent.“ Auch für 2016 sind die Aussichten laut Lambusch „alles andere als rosig“. Die Experten rechneten im besten Fall mit nur einem Prozent Wachstum in der Branche. Die Gewerkschaft mahnt der Nordmetall-Präsident: „Für Höhenflüge ist jetzt wirklich der falsche Zeitpunkt.