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Serie: Auf nach Hamburg

Rundumblick in 30 Metern Höhe

Der Energiebunker in Wilhelmsburg. Er war Publikumsmagnet auf der vor zehn Jahren gestarteten Internationalen Bauausstellung. Foto: Hitij/dpa

Der Energiebunker in Wilhelmsburg. Er war Publikumsmagnet auf der vor zehn Jahren gestarteten Internationalen Bauausstellung. Foto: Hitij/dpa

Er ist einer der auffälligsten Bauten Wilhelmsburgs, erinnert mit seinen fensterlosen Mauern an eine andere Zeit. Mit seinen vier runden Flaktürmen sollte der Bunker an der Neuhöfer Straße in Wilhelmsburg einst ein sichtbares Zeichen für die Wehrhaftigkeit der Stadt sein.

Von Mona Adams Mittwoch, 14.02.2018, 18:41 Uhr

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs suchten Tausende Menschen hinter bis zu drei Meter dicken Wänden Schutz vor den alliierten Luftangriffen auf Hamburg. Eigentlich sollte die einstige Kriegsruine 1947 von der britischen Besatzung gesprengt werden. Doch der Bunker blieb zumindest äußerlich unversehrt. Und so stand der markante Klotz jahrzehntelang ohne Nutzung auf der Wiese inmitten eines Wohngebiets.

Heute darf er wieder betreten werden. Mit dem Fahrstuhl geht es auf die Aussichtsplattform in 30 Metern Höhe, wo Erläuterungstafeln Zeitzeugen zu Wort kommen lassen. Von dort oben offenbart sich dem Besucher ein Rundumblick: auf Wilhelmsburg, das Elbvorland, bis hin zum Hamburger Hafen, zur Michaeliskirche und zur Elbphilharmonie, der Köhlbrandbrücke, dem Fernsehturm bis nach Norderstedt. Auf dem Bunkerdach lässt sich der alte Bau einmal komplett umrunden, Sitzmöglichkeiten laden besonders auf der Sonnenseite zu einer Pause ein. Dass dies überhaupt möglich ist, ist der Internationalen Bauausstellung zu verdanken. Aufgrund derer wurde die Kriegsruine 2013 Mittelpunkt eines spektakulären Umbauprojekts. In nur drei Jahren wurde der Bunker statisch gesichert, saniert und zu einem innovativen Kraftwerk umgebaut, das sauberen Strom produziert und den Stadtteil mit ökologischer Wärme versorgt.

Heute gehören die auffälligen Solar-Installationen an der Südwand und auf dem Dach fest zum Erscheinungsbild des Energiebunkers. Seine Betreiber sind Hamburg Energie und das Café „Vju“, das den Besuchern in 30 Metern Höhe neben dem öffentlichen Zugang zu diesem historischen Gebäude auch kleine Speisen, Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke anbietet. Natürlich betrieben aus hausgemachter Energie.

Neuhöfer Straße 7, 21107 Hamburg. Bunker-Café „Vju“, geöffnet Freitag 12 bis 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 bis 18 Uhr, Rundgänge der Geschichtswerkstatt jeden zweiten Sonntag im Monat um 14.30 Uhr für 6 Euro. www.vju-hamburg.de.

„Auf nach Hamburg“ heißt das Format, in dem wir immer donnerstags Ziele vorstellen, für die es sich lohnt, nach Hamburg zu fahren.

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