Ryanair streicht Angebot am BER deutlich zusammen
Ryanair streicht seine Basis am Hauptstadtflughafen BER erheblich zusammen. (Archivbild) Foto: Soeren Stache/dpa
Ryanair nimmt zum Winterflugplan zwölf Verbindungen am BER aus dem Angebot. Für sechs Ziele gibt es künftig gar keine Direktverbindung mehr. Der Standort in Schönefeld ist nicht allein betroffen.
Schönefeld. Die irische Fluggesellschaft Ryanair streicht ihr Angebot am Hauptstadtflughafen BER ab heute erheblich zusammen. Insgesamt zwölf Verbindungen nimmt das Unternehmen zum Start des Winterflugplans an diesem Sonntag aus dem Programm, wie Ryanair und die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) mitteilten. Sechs davon - Palermo, Marseille, Triest, Reggio Calabria, Tallinn und Pisa - sind laut FBB vom BER aus dann gar nicht mehr direkt erreichbar.
Sechs weitere Verbindungen werden übernommen
Die sechs weiteren Verbindungen werden demnach von anderen Fluggesellschaften übernommen. Dazu zählen Gran Canaria (wird künftig von Easyjet, Eurowings und Sundair angeboten), Fuerteventura (Easyjet, Eurowings), Bologna (Eurowings), Lanzarote (Easyjet, Eurowings), Thessaloniki (Easyjet, Aegean) und Vilnius (Wizz Air).
Die deutsche Hauptstadt wird zwar weiterhin von Ryanair angeflogen, verliert aber den Angaben zufolge rund die Hälfte des bisherigen Angebots. Ryanair kritisiert schon seit Jahren die hohen Standortgebühren in ganz Deutschland und insbesondere am BER.
Kürzungen stellen BER vor Probleme
Für die FBB ist die Angebotskürzung vor allem finanziell ein schwerer Schlag. Flughafenchefin Aletta von Massenbach rechnet für 2026 auch aus diesem Grund mit einem deutlichen Rückgang bei den Passagierzahlen - von 26,1 Millionen im Vorjahr auf rund 25,7 Millionen in diesem. Im kommenden Jahr gehe man von einem weiteren Rückgang auf 25 bis 25,2 Millionen Passagiere aus. Ursprünglich hatte der BER 2027 bis zu 27 Millionen Passagiere erwartet.
Betroffen ist aber nicht nur der BER in Schönefeld. Rynair streicht in ganz Deutschland sein Angebot zusammen. Das Unternehmen werde bundesweit rund 700.000 Sitzplätze weniger anbieten als vor einem Jahr, kündigte das irische Unternehmen Anfang Oktober an. Das sei ein Rückgang um 10 Prozent im Vergleich zum Winter 2025/26. Den Flughafen Bremen etwa will Ryanair komplett aus dem Programm streichen.
Andere Fluggesellschaften bauen Angebot aus
Streichungen von rund 5 Prozent gebe es auch in Hamburg, während die Kapazität in Memmingen und Köln ausgebaut werde. Neu im Winterflugplan von Ryanair sind Saarbrücken und Friedrichshafen.
Die BER-Betreiber weisen derweil darauf hin, dass trotz des Schritts durch Ryanair ab Sonntag acht Ziele mehr vom BER aus erreichbar sind als im vergangenen Winter. Grund dafür sei, dass andere Fluggesellschaften ihr Angebot in Schönefeld deutlich ausbauten. Eurowings etwa stationiert demnach zwei weitere Flugzeuge am BER und erweitere die dortige Flotte damit auf elf Maschinen. Die bulgarische Wizz Air wiederum baut ebenfalls ihr Angebot aus.