SV Düdenbüttel ist nach Abstieg frustriert
Bundesliga-Abstieg und fehlender Rückhalt: Jana Dubbels und ihre Mitspielerinnen sind enttäuscht. Foto: Bartsch
Als nach dem vergangenen Spieltag in der 1. Faustball-Bundesliga der Abstieg des SV Düdenbüttel besiegelt war, kam bei den Spielerinnen der ganze Frust hoch, mit der die Rumpftruppe durch die Saison getaumelt ist.
Mit Jana Dubbels (33), Franziska Eckhoff (35), Annalena Rathjens (37) und Lea Peters (25) hatte die Erstliga-Mannschaft nur vier Spielerinnen vor dem Start in die Hallensaison. Also musste eine gemeinsame Lösung her mit der zweiten Mannschaft, die mit zehn Nachwuchsspielerinnen in der 2. Bundesliga spielt. Darunter sind die Nationalspielerinnen Melissa Leopold und Mara Zastrow, die erst kürzlich U 18-Weltmeisterinnen wurden. Angedacht war ein gesunder Mix aus den beiden Teams, sodass die Erste konkurrenzfähig ist. Doch die jungen Talente wollten weiter als gemeinsame Einheit spielen. „Das haben wir akzeptiert“, sagt Karen Mügge, Trainerin der Zweiten und als einstige erfolgreiche Nationalspielerin auch Vereinslegende. Ihr Bruder Volker Mügge ist Vereinsvorsitzender.
Unbefriedigende Zusammenarbeit der Mannschaften
Jana Dubbels nennt Karen Mügge ihr Vorbild. Aber sie wie ihre Mitspielerinnen seien „einfach sehr enttäuscht“. „Wir hätten uns mehr Unterstützung gewünscht“, sagt die 33-Jährige. Die Routiniers, die den Aufstieg geschafft hatten, wollten „noch eine schöne Saison spielen“. Zumal die Mannschaft in der Halle besser sei als auf dem Feld. Daraus wurde nichts. „Zu 80 Prozent waren wir zu fünft“, sagt Dubbels bezüglich der Spieltage mit zwei Spielen. Also ohne Ersatzspielerin. „Wir haben teilweise gar nicht schlecht gespielt“, sagt Dubbels. Es wäre viel mehr drin gewesen, wenn „wir ein festes Team gehabt hätten“. Dass das nicht der Fall war, mache die Vier „einfach traurig“. Nach Jahrzehnten in dem Verein hätten sie mehr Hilfe erwartet.
Jana Dubbels spricht von Enttäuschung und Unverständnis. Kritik am Verein übt sie betont nicht, am Vorstand sei diese unbefriedigende Zusammenarbeit zwischen erster und zweiter Mannschaft vorbeigelaufen. Dubbels sagt auch, dass insgesamt viel zu wenig kommuniziert worden sei. Das Verhältnis zwischen den alten und jungen Spielerinnen sei auch „super“. Es habe aber die nötige Vermittlung gefehlt.
Vereinslegende Karen Mügge ist „enttäuscht“
Karen Mügge, die den erwünschten Einfluss in ihrer Mannschaft hätte nehmen können, sieht die Sache entsprechend anders. Sie selbst sei „enttäuscht“, weil vonseiten der ersten Mannschaft keine Kommunikation da gewesen sei. „Das ging eher von uns aus.“ Nachdem klar war, dass ihre Mannschaft weiterhin fest zusammenspielen will, wurde ein Saisonplan erstellt, welche Spielerinnen an welchem Spieltag bei der ersten Mannschaft aushelfen. „Das stieß bei der Ersten nicht auf große Freude“, erinnert sich Mügge.
Die erste Mannschaft hat den Meldetermin für die 1. Bundesligasaison im Feld verstreichen lassen. „Das hätte in unserem Fall ja gar kein Sinn gemacht“, sagt Dubbels, die Mannschaft hatte den Klassenerhalt nach der vergangenen Saison noch in der Relegation gesichert. Die Mannschaft von Mügge wird das Spielrecht übernehmen, hat also gemeldet. In diesem Fall wurde anscheinend ebenso wenig kommuniziert zwischen den Teams. Die vier Spielerinnen der Ersten werden wohl nicht mehr für den SV Düdenbüttel spielen, Stand jetzt. „Was kommt, weiß man nicht“, sagt Dubbels, die auch sagt: „Wir lieben den Verein.“ Trotz Enttäuschung, die in diesem Fall offensichtlich auf einem Kommunikationsproblem basiert.