Samtgemeinde Harsefeld investiert in die Feuerwehr
Viele Feuerwehrmitglieder wurden während der Harsefelder Gesamtwehrversammlung von Kreisbrandmeister Winter und Stellvertreter Klensang (rechts) ausgezeichnet .
Die Feuerwehren in der Samtgemeinde Harsefeld haben große Zuklunftsziele. „Das Konzept ist kein Papiertiger“, sagte Gemeindebrandmeister Heiko Wachlin während der Jahresdienstversammlung aller 16 Ortsfeuerwehren im Ahlerstedter Schützenhof.
Bei der Tagung wurden Berichte gehalten und mehr als 91 Feuerwehrleute für langjährige Mitgliedschaften und besonderes Engagement geehrt oder in höhere Dienstgrade befördert. Wie Wachlin berichtete, soll die Freiwillige Feuerwehr Bargstedt im August zu einer Stützpunktfeuerwehr aufgestockt werden. In Oersdorf soll das alte Feuerwehrhaus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Hier sind die Räumlichkeiten inzwischen zu eng geworden. Ebenso wie in Reith, wo der Anbau einer Fahrzeughalle geplant ist. Die Freiwilligen aus Bargstedt sollen ein Hilfeleistungs-Löschfahrzeug erhalten, und die Ohrensener Kameraden bekommen ein Kleinlöschfahrzeug. Neue Einsatzleitwagen sollen in Harsefeld und Ahlerstedt stationiert werden.
Im Vorjahr ist der Parkplatz der Schwerpunktfeuerwehr Harsefeld erneuert worden, die Ortswehr Ohrensen hat in ihrer Garage eine Abgassauganlage erhalten, und für die Hollenbecker Wehr wurde ein neues Einsatzfahrzeug angeschafft. Um bei Bahnunfällen effektiver helfen zu können, wurden für die Freiwilligen aus Brest und Ruschwedel Schleifkorbtragen und Schienen-Rettungsplattformen (Loren) angeschafft.
An die Einsätze der 16 Ortsfeuerwehren erinnerte der stellvertretende Gemeindebrandmeister Harald Lange in seinem Rückblick. Die Helfer rückten zu insgesamt 229 Einsätzen bei 191 Schadensereignissen aus. 33 Brände waren zu bekämpfen, 102 technische Hilfeleistungen zu absolvieren und 56 andere Aktivitäten – zum Beispiel Umzugsbegleitungen – abgearbeitet. Bei vier Verkehrsunfällen waren Menschenleben zu beklagen. Die AED-Gruppen in Ahlerstedt und Bargstedt rückten zu 14 Einsätzen aus. Die Feuerwehren mussten zudem bei drei Personensuchen aktiv werden. Den spektakulärsten Einsatz hatten die Brandschützer zu absolvieren, nachdem in Harsefeld ein Wohnhaus explodiert war.
Die 16 Ortsfeuerwehren in der Harsefelder Samtgemeinde zählen fast 600 Mitglieder. Dabei sind 41 Frauen. Die Einsatzstärke ist somit konstant geblieben.
Von den aktiven Mitgliedern sind 137 in der Altersgruppe bis 27 Jahre dabei. 149 Aktive sind über 50 Jahre alt. 307 Mitglieder gehören der Altersgruppe zwischen 28 und 50 Jahren an. Die Anzahl der Mitglieder in der Jugendfeuerwehr ist leicht auf 53 Mitglieder zurückgegangen. In den Abteilungen in Ahlerstedt, Bargstedt und Harsefeld engagieren sich auch sieben Mädchen.
Wie Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann berichtete, wird die Harsefelder Samtgemeinde rund 800 000 Euro in den Kauf von neuen Einsatzfahrzeugen und den Neubau von Gerätehäusern investieren. „Der Brandschutz hat bei uns einen hohen Stellenwert“, betonte er. Die laufenden Kosten der Kommune für den Bereich Feuerwehr betragen jährlich um die 430 000 Euro.
Das niedersächsische Brandschutzgesetz soll geändert werden. Darin ist vorgesehen, das Dienstalter von Feuerwehrleuten auf 67 Jahre anzuheben. „Das unterstützen die kommunalen Spitzenverbände“, sagte Schlichtmann.
Langjährige Mitglieder wurden geehrt. 70 Jahre: Hermann Albers (Reith), Helmut Löhden (Ruschwedel). 65 Jahre: Johann Wilkens (Kakerbeck), Joachim Poppe (Ruschwedel), Joachim Mehrkens (Wohlerst). 60 Jahre: Gerhard Meyer, Werner Wölk (beide Reith), Arnold Niemann (Wohlerst). 50 Jahre: Heino Detjen, Hans-Hermann Krüger (beide Ahrenswohlde), Hans Wilhelm Vagts (Bargstedt), Klaus Schröder (Ottendorf), Ewald Kulak (Wangersen), Hans-Dieter Lemmermann (Wohlerst). 40 Jahre: Johann Allers (Ahrenswohlde), Lothar Böttcher (Bargstedt), Wilhelm Goetz, Ingo Mehrkens (beide Harsefeld) Hans-Dieter Fitschen, Jürgen Tietjen (Hollenbeck), Johann Ahrens (Kakerbeck), Werner Albers, Klaus-Jürgen Holst (Reith), Eckhard Noack, Hans-Wilhelm Wohlers (Ruschwedel), Peter Fitschen (Wohlerst). 25 Jahre: Sandra Tsilikis (Ahlerstedt), Sven Matthes (Ahrensmoor), Norbert Hagenguth, Gerald Heins, Stefan Meier (Ahrenswohlde), Eike Stelling, John Stölpe (Bargstedt), Hartmut Bodendörfer (Brest), Joachim Schellen, Britta Fitschen (Harsefeld), Stefan Borchers (Harsefeld), Thomas Fitschen, Uwe Siebrecht (Oersdorf), Jens Eckhoff (Ohrensen), Holger Wichert (Reith), Lars Steffen, Jens Teichmann (Ruschwedel), Christoph Brinkmann, Uwe Heins, Niels Lühmann, Jörn Meier (Wangersen), Frank Tobaben (Wohlerst). Die niedersächsischen Ehrenabzeichen überreichte Kreisbrandmeister Peter Winter den Kameraden.
Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann ehrt die langjährigen Mitglieder Johann Wilkens (Kakerbeck), Joachim Poppe (Ruschwedel) und Joachim Mehrkens (Wohlerst, von rechts) mit Präsenten. Fotos Kordländer