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Sauensieks Rundum-Weitblick aus luftiger Höhe

Auf dem Gipfel der höchsten Erhebung im Landkreis Stade genießen Tatjana Detjen (links) und Susanne Riechert den Ausblick vom Gauß-Turm aus 90 Meter Höhe. Foto Lepél

Auf dem Gipfel der höchsten Erhebung im Landkreis Stade genießen Tatjana Detjen (links) und Susanne Riechert den Ausblick vom Gauß-Turm aus 90 Meter Höhe. Foto Lepél

Klare Luft, Sonnenschein und ein beeindruckender Weitblick: Auf dem Litberg in Sauensiek kann das Winterwetter auf besondere Weise genossen werden – Höhenrausch inklusive.

Von Sabine Lepél Montag, 16.01.2017, 20:06 Uhr

Nachdem Tatjana Detjen und Susanne Riechert gestern bei strahlendem Sonnenschein die 133 Stufen des Gauß-Turms auf dem Sauensieker Litberg hochgeklettert waren, beschlich sie doch ein wenig Enttäuschung: „Hier oben ist es deutlich diesiger, als wir unten vermutet hatten“, stellten die beiden Heidenauerinnen etwas atemlos fest. Trotzdem: Der Aufstieg in luftige Höhe hatte sich gelohnt: „In der Natur um Sauensiek ist es immer wieder schön“, sagte Susanne Riechert. „Und der Blick von hier oben ist fantastisch.“

Die Freundinnen ließen ihn in alle vier Himmelsrichtungen schweifen, bevor sie sich wieder auf den Weg nach unten machten. Ganz vorsichtig, denn ein Teil der Metallstufen ist glatt, das Gelände eisig kalt. An manchen Stellen haben sich skurrile Eiszapfen gebildet: Sie sehen aus, als habe jemand durchsichtige Plastikschnüre um die Streben gewickelt. Wie diese kleinen Kunstwerke wohl zustande gekommen sind?

Der Sauensieker Aussichtsturm ist auch im Winter ein beliebtes Ausflugsziel. Er steht auf dem Litberg, der mit 65 Metern über Normalnull die höchste Erhebung im Landkreis Stade ist. Der Turm wurde nach Karl-Friedrich Gauß benannt, ein Landvermesser, der um 1821 das Königreich Hannover vermessen sollte. Die dabei auftauchenden Probleme im norddeutschen Flachland, wo Landschaftserhebungen für die bessere Übersicht fehlten, löste Gauß unter anderem auf dem Litberg, wo er einen Vermessungsturm aufstellte, um seine Ziele in Hamburg-Altona, Hohenhorn, Elmenhorst und Zeven besser anpeilen zu können. Später wurde diese Vermessung auf der Rückseite eines Zehn-Mark-Scheines dokumentiert.

Von 1949 bis 1962 wurde am Litberg im Tagebau Kies und Sand abgebaut. Dabei traten diverse Findlinge zutage. Das Gelände wurde nach Beendigung des Abbaus wieder vollständig rekultiviert und der Natur überlassen, einige der Findlinge befinden sich nahe dem Turm. An einem besonders beeindruckenden Koloss am Gipfel wurde ein Schild mit der Aufschrift „Gauß-Turm 2009“ angebracht. Die Plattform des damals auch mit EU-Mitteln errichteten neuen Aussichtsturms liegt in 90 Meter Höhe.

Der Gauß-Turm auf dem Litberg.

Der Gauß-Turm auf dem Litberg.

Naturkunst: Das ist ein skurril geformter Eiszapfen , keine Plastikschnüre.

Naturkunst: Das ist ein skurril geformter Eiszapfen , keine Plastikschnüre.

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