Schimmel-Alarm in der Grundschule Altkloster
Die Schallschutzdämmung der Sporthalle der Grundschule Altkloster (oben links) rieselte herunter und wurde entfernt; nun ist das Arbeiten hier wegen des Halls nicht mehr akzeptabel.
Der größten Grundschule Buxtehudes macht ihre marode Bausubstanz zu schaffen: Der Keller ist wegen Pilzbefall gesperrt, und gegen die weitere Benutzung der Sporthalle hat der Gemeindeunfallverband Bedenken angemeldet.
Die Schimmelsanierung in Altkloster ist bereits angelaufen: In den letzten Tagen haben Mitarbeiter einer Spezialfirma in weißen Schutzanzügen den Keller ausgeräumt und von Pilzsporen belastete Nachbarräume gereinigt und desinfiziert. Alte Pulte, Stühle und Schränke, die im Keller gelagert wurden, füllen bereits einen Container an der Schulstraße. Die Baustelle ist durch Plastikplanen zum Schulgebäude hin abgeriegelt, die Gesundheit von Schülern und Lehrern und damit auch der Unterricht sind nicht gefährdet.
Dem Schulleiter Ulrich Mayntz macht etwas anderes mehr Sorgen: Der Gemeindeunfallverband hat sich auf seine Bitte hin die Sporthalle angesehen und sie nicht für gut befunden – der Hall ist dort so stark, dass es, wie die Stadt Buxtehude bestätigt, für den laufenden Schulbetrieb nicht akzeptabel ist. Der Schallschutz an der Sporthallendecke hatte im Laufe der Zeit seine Konsistenz verändert und rieselte herunter. In Abstimmung mit der Schulleitung wurde die Schallschutzdecke zunächst vollständig entfernt. Wie Ulrich Mayntz vor Ort erklärt, ist die Schallkulisse nun aber eigentlich unzumutbar: Jeder Pfiff, jeder Ruf und das Händeklatschen wird durch den Hall verstärkt, in der Summe ist die Geräuschkulisse schnell jenseits des Tolerierbaren.
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Genau das hat auch der GUV moniert. Dass die Halle entweder saniert oder neugebaut werden muss, steht nun wohl außer Frage. Wie die Stadt mitteilt, soll Ende Januar ein weiterer Termin zur Abstimmung der Sanierungsmaßnahme mit der Schulleitung stattfinden. Dann soll ein Sanierungskonzept entwickelt und ermittelt werden, wie viel Geld dafür benötigt wird. Die Mittel dafür sollen im kommenden Jahr in die Haushaltsplanberatungen eingebracht werden. Es zeichnet sich ab, dass die Turnhalle nicht die einzige Sanierungsmaßnahme in der in der Nachkriegszeit erbauten Schule bleiben dürfte. Bei einer Begehung der Schule springen viele Mängel ins Auge: Feuchte Wände und morsche Decken voller Ausblühungen gibt es auch im Hauptgebäude, in der Aula rieselt von außen eindringendes Feuchtigkeitswasser die Innenfenster hinab. Woher das kommen könnte, zeigt ein Blick aus dem Fenster des Schulleiters: Auf dem Flachdach steht das Wasser.
Die schimmelbefallenen Kellerräume wurden früher von der Offenen Ganztagsschule (OGS), zuletzt aber nur noch als Lager genutzt. 2016 waren die Wände gegen Feuchtigkeit abgedichtet worden. Eine nachträgliche Abdichtung der Kellersole war aus statischen Gründen nicht möglich. Wie die Pressestelle der Stadt Buxtehude mitteilt, hat ungenügendes Lüften zu dem Schimmelpilzbefall geführt, Pilzsporen wurden in die Nachbarräume verschleppt. „Da eine organisatorische Lüftung sich nicht als ausreichend erwiesen hat, werden in diesem Zuge in den betroffenen Räumen mechanische Lüftungen eingebaut“, heißt es weiter. Die Sanierung des Kellers werde geschätzte 40.000 Euro kosten und aus laufenden Haushaltsmitteln der Bauunterhaltung beglichen.
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Eine Sanierung oder ein Neubau der Sporthalle dürfte wesentlich teurer werden. Schon als die neue Mensa gebaut wurde, waren die Architekten gebeten worden, einen späteren Turnhallenneubau in ihre Entwürfe einzubeziehen. Schon damals hatte die Stadt für 2021 eine Sanierung oder einen Neubau der Turnhalle angekündigt.
Angesichts der vielen anstehenden Großprojekte wie Halle Nord, IGS, Gymnasium Süd und Halepaghenschule fürchtet Ulrich Mayntz allerdings, dass für seine Sporthalle nun nicht mehr genügend Mittel zur Verfügung stehen könnten. Den Mensa-Neubau von 2016 findet er „wunderbar“ und lobt die Stadt Buxtehude auch dafür, dass sie in 2018 an der Grundschule neue Türen eingesetzt und neue Anstriche vorgenommen hat.
„Aber die Stadt hat sich als Schulträger mit den beiden Gymnasien ohne Not sehr viel ans Bein gebunden“, findet Mayntz und verweist darauf, dass auch andere Grundschulsporthallen in Buxtehude dringend sanierungsbedürftig sind. Allerdings soll die Turnhalle am Rotkäppchenweg, für deren Sanierung sich Elternvertreter seit Jahren stark machen, im Rahmen der angekündigten Neugestaltung des Rotkäppchencampus erneuert werden. Die Stadt versichert, dass auch das Sporthallenproblem der Grundschule Altkloster jetzt in Angriff genommen wird, und dass aktuelle Planungen und Prioritäten anderer Projekte sich dadurch nicht verändern werden. Für die Bauzeit kann Ulrich Mayntz sich vorstellen, den Sportunterricht übergangsweise in die kleine Gymnastikhalle sowie im Sommer ins Jahnstadion zu verlegen: „Wir könnten auch mal in der Aula Badminton spielen.“
Wie das Hauptgebäude stammen die verspakten Waschräume aus der Nachkriegszeit.