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Ostvariante der B3 neu

Schwiederstorfs Bauern fürchten um ihre Existenz

Die Landwirte Nils Prigge (von links), Wolfgang Hauschild, Jens Benecke, Ortsvorsteher Eberhard Cohrs, Hartmut Prigge, Hans Cohrs, Holger Hinze und Thies Klußmann vor den Feldern im Osten Schwiederstorfs. Eine Ostumgehung Elstorfs würde sie

Die Landwirte Nils Prigge (von links), Wolfgang Hauschild, Jens Benecke, Ortsvorsteher Eberhard Cohrs, Hartmut Prigge, Hans Cohrs, Holger Hinze und Thies Klußmann vor den Feldern im Osten Schwiederstorfs. Eine Ostumgehung Elstorfs würde sie

In Schwiederstorf formiert sich Widerstand gegen eine mögliche Ostumgehung Elstorfs, die mitten durchs Landschaftsschutzgebiet führen und die Äcker der Vollerwerbslandwirte zerschneiden würde. Für die betroffenen Bauern und ihre Betriebe wäre das das Aus.

Von Claudia Michaelis Freitag, 07.09.2018, 16:56 Uhr

In die frühzeitige Bürgerbeteiligung bei der Planung der Ortsumgehung Ovelgönne/Elstorf werden sich die Schwiederstorfer aktiv einbringen. Die Ankündigung der Landesstraßenbaubehörde Lüneburg, bei der jetzt beginnenden Neuplanung der B 3 neu im zweiten Abschnitt nicht nur eine westliche Umgehung Elstorfs, sondern auch eine mögliche Ostvariante um Daerstorf und Schwiederstorf zu prüfen, hat die dort ansässigen Landwirte in tiefe Sorge versetzt. Sie alle haben ihre Höfe und Flächen dort, wo eine Osttrasse in dem schmalen Korridor zwischen Schwiederstorf und dem Rosengartenforst verlaufen müsste und wären durch den Verlust ihrer Flächen in ihrer Existenz bedroht.

„Wir sind vor Jahren aus dem Ort hinausgegangen, weil wir uns dort nicht entwickeln konnten und auch wegen der gewünschten Entwicklung im Ortskern. Die Aussiedlung sollte uns damals eine langfristige Perspektive geben, wo wir über Generationen wirtschaften können,“ sagt Wolfgang Hauschild, der seinen Kartoffelhof im Süden Schwiederstorfs hat. „Wir haben der Entwicklung damals nicht im Wege gestanden, und jetzt bekommen wir das Ganze vor die Füße geworfen.“ Für ihn würde eine Osttrasse das Aus bedeuten, fürchtet auch Hartmut Prigge, der Am Alten Postweg seinen Kartoffelhof und Ackerbau betreibt. Die Trasse würde seine Äcker genau durchschneiden, „wir verlieren dadurch 30 Hektar“, sagt Prigge.

Durch die Umgehung würden sie alle 50 bis 80 Prozent ihrer eigenen Flächen verlieren, weiß der Schwiederstorfer Landwirt Jens Benecke, der Schweinehaltung und Ackerbau betreibt. Durch Anpachten anderer Flächen sei das nicht auszugleichen. Ein Flurbereinigungsverfahren, wie es die Behörde in Aussicht gestellt hat, sei keine Lösung. Für einen Hektar Eigenland müssten sieben Hektar zugepachtet werden, um das gleiche Ergebnis zu erwirtschaften, rechnet Benecke vor. Das sei völlig illusorisch und inakzeptabel. „Die Elstorfer Probleme werden zu unseren gemacht. Jetzt sollen Schwiederstorf und Daerstorf die Probleme haben“, sagt Thies Klußmann, der seinen Milchviehhof in Daerstorf hat.

„Wir sind alle Vollerwerbslandwirte und haben alle Nachfolger, die unsere Höfe übernehmen“, sagt Peter Hinze, der seine Äcker bei Schwiederstorf und Wulmstorf hat: „Es wäre die totale Katastrophe.“ „Sie nehmen mir die Weiden für meine Pferde und die Ausreitmöglichkeit nach Ketzendorf. Dann kann ich keine Boxen mehr vermieten, meine Existenz ist weg“, fürchtet Holger Hinze, der in Daerstorf Ackerbau und eine Pferdepension betreibt.

„Die Trasse darf auf keinen Fall nach Schwiederstorf, die Landwirte werden sich wehren“, kündigt Jens Benecke an. Rückendeckung bekommen die Bauern von Schwiederstorfs Ortsvorsteher Eberhard Cohrs. Die Elstorfer hätten gewusst, dass die Trasse kommt und könnten damit leben, sagt Cohrs. „Wir können nicht damit leben. Schließlich bauen wir die Umgehung Elstorf, nicht die Umgehung Schwiederstorf.“

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