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Segler gestehen Kokain-Schmuggel

Zum Auftakt eines Prozesses um einen großen Kokain-Schmuggel in der Karibik haben die beiden angeklagten Segler Geständnisse abgelegt. 

Montag, 07.12.2015, 18:32 Uhr

Der Verteidiger eines 50-Jährigen aus Nackenheim in Rheinland-Pfalz verlas am Montag im Namen seines Mandanten eine Erklärung vor dem Hamburger Landgericht.

Darin bestätigte der Angeklagte, dass er sich 2014 auf Ibiza für einen Drogentransport aus der Karibik nach Europa anheuern ließ. Zusammen mit seinem mitangeklagten Freund habe er das Kokain – laut Anklage mehr als 81 Kilo – im Juni 2015 vor der Küste Surinams an Bord genommen. Wenige Tage später wurden sie 230 Seemeilen vor Martinique von der französischen Marine festgenommen.

Der mitangeklagte 41-Jährige aus Wiesbaden bestätigte in einer ebenfalls von seinem Anwalt verlesenen Erklärung die Darstellung. Er sei von seinem Freund angesprochen worden, weil er einen Sportbootführerschein besaß. 12 000 Euro seien ihm als Belohnung für den Drogen-Törn in Aussicht gestellt worden. Er betonte, wie der 50-Jährige, dass sie von den Hintermännern unter Druck gesetzt worden seien. „Tod und Folter“ hätten ihnen gedroht.

Die beiden Männer hatten sich Jahre zuvor in einem Motorrad-Club kennengelernt. Der Ältere hatte sich als Grafikdesigner und Webprogrammierer selbstständig gemacht. Dann habe er seine bürgerliche Existenz aufgegeben und sei nach Ibiza gegangen, hieß es. Dort sei er schließlich in Geldnot geraten. Ein alter Bekannter habe ihm Hilfe angeboten: „Ich kümmere mich um dich.“ Für 60 000 Euro sollte er ein Boot für den Kokain-Transport besorgen.

Zur Tarnung der Fahrt sollten sich die Segler bei einer Transatlantik-Rallye anmelden. Doch die beiden unerfahrenen Männer verpassten die Rallye – und fuhren Ende 2014 trotzdem über den Atlantik, mit einem weiteren seekundigen Begleiter. Ihre Auftraggeber seien ungeduldig geworden. Der Ältere musste erst für Wochen nach Deutschland zurückfliegen, wo ihm klar gemacht worden sei, dass das Ganze „kein Spiel“ sei. Schließlich habe er nach Französisch-Guayana reisen müssen, wo er und auch seine Familie bedroht worden seien.

Während seiner Abwesenheiten segelte der jüngere Angeklagte zwischen Martinique und der Karibikinsel Santa Lucia hin und her, um für die Überfahrt zu üben, wie es hieß. Dabei seien dem Maurer und ehemaligen Wachmann immer mehr Bedenken gekommen, auch wegen der beginnenden Hurrikan-Saison. Doch sein Freund habe die Instruktion zur Drogenübernahme mitgebracht. Vor Paramaribo, der Hauptstadt Surinams, seien fünf Personen mit Maschinenpistolen in einem Boot herangefahren gekommen und hätten die Drogen und Sprit fürs Boot übergeben.

Laut Anklage sollten die beiden Männer das Rauschgift einem Abnehmer in Portugal aushändigen. Doch dazu kam es nicht mehr, weil ein französisches Marineschiff die Segeljacht „Madame“ aufbrachte.

Der Prozess wird am 16. Dezember fortgesetzt.

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