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Seltene Berufe: Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik an der Kläranlage

Der Auszubildende Niklas Quast am Biologiebecken der Kläranlage: Hier wird das Abwasser mit biologischem Schlamm vermischt. Abermillionen Bakterien filtern Schadstoffe aus dem Wasser. Foto: Meybohm

Der Auszubildende Niklas Quast am Biologiebecken der Kläranlage: Hier wird das Abwasser mit biologischem Schlamm vermischt. Abermillionen Bakterien filtern Schadstoffe aus dem Wasser. Foto: Meybohm

Niklas Quast hat seinen Traumjob gefunden: Der 20-Jährige durchläuft am Klärwerk der EWE Wasser in Fredenbeck die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik. Niklas gefällt die Abwechslung bei der Arbeit. „Umrühren und abschmecken“ gehört allerdings nicht zu seinen Aufgaben.

Von Catharina Meybohm Dienstag, 21.03.2017, 14:15 Uhr

An der Kläranlage der EWE Wasser kommt das Abwasser aus dem gesamten Bereich der Samtgemeinde Fredenbeck an: Alles, was 15 000 Einwohner beim Duschen, Wäschewaschen oder auf der Toilette in die Kanalisation schicken, wird hier angespült. Bevor das Wasser von Schmutz und Schadstoffen gereinigt wird, filtert ein Sieb den groben Teile heraus. „Neben Flusen und Essensresten kommen hier auch mal Gardinen, Zahnprothesen oder Jeanshosen an“, erzählt Niklas Quast.

Niklas steckt im dritten und letzten Lehrjahr zur Fachkraft für Abwassertechnik. „Eigentlich wollte ich Tischler werden“, erzählt Niklas. Nach dem erweiterten Realschulabschluss stieß er durch Zufall auf die Stellenanzeige der EWE Wasser, bewarb sich und hatte den Ausbildungsvertrag in der Tasche.

Obwohl die Kläranlage in direkter Nachbarschaft zu seinem Elternhaus liegt, wusste Niklas nicht, wie die Arbeit dort konkret abläuft. Vorurteile und Unwissenheit über den Beruf seien weit verbreitet, sagt Niklas‘ Ausbilder, der Abwassermeister Jens Glombik. „Früher hielt sich das Klischee des Abschmeckers, der mit zwei kräftigen Armen und einem großen Löffel umrührt.“ Heute sei die Ausbildung sehr anspruchsvoll, sagt Glombik.

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