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Selbsthilfegruppe

Sie klären über Hautkrebs auf

Bei der Sendung (von links): Michael Thürnau , Solveig Schnaudt , Martina Kiehl und Annegret Meyer . Foto:NDR

Bei der Sendung (von links): Michael Thürnau , Solveig Schnaudt , Martina Kiehl und Annegret Meyer . Foto:NDR

Solveig Schnaudt, Martina Kiehl und Annegret Meyer von der Selbsthilfegruppe Hautkrebs Buxtehude haben ihre Arbeit bei NDR 1 Niedersachsen vorgestellt.

Dienstag, 10.12.2019, 20:30 Uhr

Anlass war die NDR-Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland – Hilfe für Krebskranke und ihre Familien im Norden“ mit Moderator Michael Thürnau.Hautkrebs wird als Krankheit oft unterschätzt. Aber: Wenn Schwarzer Hautkrebs nicht rechtzeitig erkannt wird, kann er streuen und Metastasen bilden - und zum Tode führen. Annegret Meyer entdeckte 2006 einen Hautfleck an sich. Ihre Ärztin empfahl ihr nur, diesen Fleck zu beobachten. Das genügte ihr aber nicht, und sie ging zu einem anderen Arzt, wo das Melanom richtig diagnostiziert und dann entfernt wurde. Bei ihr trat der Hautkrebs auf, weil sie wegen Schuppenflechte mit UV-Licht behandelt wurde. Sonnenlicht wie auch künstliches UV-Licht, auch in Solarien, ist gefährlich, betont sie. Inzwischen setzt sie sich sehr dafür ein, über diese Gefahren auch andere gründlich zu informieren. Geheilt ist sie nicht, da sie noch immer Hellen Hautkrebs hat und deshalb immer mal wieder operiert werden muss. Doch sie wird gut behandelt und fühlt sich in ihrem Alltag wohl.

Solveig Schnaudt weist darauf- hin, wie wichtig eine Untersuchung ist. Nach einem Befund sollte man sich zum Beispiel beim Hautkrebsnetzwerk erkundigen, beim Krebs-Nachsorgedienst nachfragen oder eine Selbsthilfegruppe suchen. Die Leitlinien der Ärzte richten sich teilweise – in einfacherer Sprache – auch an Patienten. Sie ist selbst auf Anraten ihres Ehemanns erstmals zur Untersuchung gegangen, der Hautbereich erwies sich als malignes Melanom und musste entfernt werden. „Das ist nicht nur eine tiefe Wunde, sondern tut auch etwas im Kopf“, sagt sie und fühlt sich auch deshalb in der Selbsthilfegruppe gut aufgehoben. Inzwischen hat sie auch wegen ihrer eigenen Erfahrungen schon mal eine Gruppe Jugendliche angesprochen, die auf einem Sportplatz mittags in der prallen Sonne standen. Sie selbst hatte in ihrer Kindheit häufiger Sonnenbrand, denn so etwas wie Sonnenschutzfaktor-Creme 50+ gab es nicht. Sie plädiert für das Pflanzen von Bäumen an den Straßen, um mehr Schattenplätze zu ermöglichen.

Auch Martina Kiehl hatte Hautkrebs. Das liegt 15 Jahre zurück, die Nachsorge für sie also beendet. „Wer gut informiert ist, ist im Vorteil“, erklärt sie. Sie reist gern zu Kongressen, um sich über den neuesten Stand zu informieren. In den vergangenen sechs bis sieben Jahren sind diverse neue Therapien - Immuntherapien und auch Medikamente - aufgekommen, die Betroffenen große Hoffnung machen, sagt Martina Kiehl.

Nach Studien sind Männer wie Frauen gleich betroffen. Bei Männern sind die Ergebnisse oft schlimmer, weil sie häufig später zum Arzt gehen. Inzwischen ist Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt: Beispiele aus der SHG Buxtehude sind ein Kapitän, der in tropischen Gewässern zur See fuhr oder auch ein Ingenieur, der viele Jahre in Saudi-Arabien arbeitete. Beide sind durch die Arbeit im Freien von Hautkrebs betroffen. In der Selbsthilfegruppe sind sie aber nicht immer traurig oder ernst gestimmt, es kann auch sehr lustig zugehen, beispielsweise bei gemeinsamen Ausflügen. Die Informationen, die Martina Kiehl gesammelt hat und durch den Austausch erfahren, helfen ihr dabei, ein gutes Leben zu führen.

2016 hat Annegret Meyer das Hautkrebs-Netzwerk Deutschland gegründet. Dort schließen sich die Selbsthilfegruppen zusammen, um gemeinsam mehr zu erreichen. Fachleute kommen, um die Gruppen zu informieren. Auch ein wissenschaftlicher Beirat kann jederzeit angesprochen werden. Außerdem gründet das Netzwerk weitere Selbsthilfegruppen in Deutschland. Viele Menschen gehen gern hin, doch Leitungsaufgaben möchte nicht jeder übernehmen. Es ist viel Arbeit, gibt Annegret Meyer zu. Ihr kam zugute, dass sie bereits in Rente ist und so die nötige Zeit aufbringen kann. Sie merkt, dass durch Anfragen und Kontakte inzwischen große Anerkennung für das Netzwerk da ist. Am Anfang war es schwierig, in die Vorträge zu kommen – inzwischen werden sie längst angeschrieben und darum gebeten, mit einem Infostand teilzunehmen. Unter www.hautkrebs-netzwerk.de finden sich weitere Informationen. (bt)

Wer für die Benefizaktion spenden möchte, kann dies tun auf das Spendenkonto der niedersächsischen Krebsgesellschaft bei der Bank für Sozialwirtschaft unter der IBAN DE 32 251 205 100 200 300 400.

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