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Sicherheit

TSo schützt Bremerhaven seinen Weihnachtsmarkt vor Terroristen und Dieben

Der Bremerhavener Weihnachtsmarkt wirft seine Schatten voraus. Zusätzliche Sperren geben mehr Sicherheit.

Der Bremerhavener Weihnachtsmarkt wirft seine Schatten voraus. Zusätzliche Sperren geben mehr Sicherheit. Foto: ls

Als vor einem Jahr ein Mann sechs Menschen auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt tötete, wurde auch in Bremerhaven offenbar, dass die Absicherung des verbessert werden muss. Wie sieht es jetzt aus?

Von Klaus Mündelein Samstag, 22.11.2025, 08:50 Uhr

Bremerhaven . Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg im vergangenen Jahr besetzte die Polizei die offenen Zufahrten zum Bremerhavener Weihnachtsmarkt mit ihren Fahrzeugen.

Inzwischen gibt es andere Lösungen. Immerhin: Die neuen erhöhten Sicherheitsanforderungen haben nicht dazu geführt, dass der Bremerhavener Weihnachtsmarkt verkleinert wurde. Hier wie auch auf vielen anderen Märkten setzen die Veranstalter auf mobile Zufahrtssperren.

Rast ein Attentäter mit seinem Wagen über sie hinweg, verkeilen sie sich dermaßen zwischen Fahrzeugboden und Asphalt, dass die Fahrt schnell beendet ist.

Besucher können mühelos passieren

Ein weiterer Vorteil: Die Sperren müssen nicht fest verbaut und können für die Anfahrt von Rettungsfahrzeugen beiseitegeräumt werden.

Auch die Besucher des Weihnachtsmarktes kommen zu Fuß mühelos an den Pollern vorbei. „Wir haben mit der Feuerwehr und der ,Erlebnis Bremerhaven‘ geklärt, welche Zufahrten gesperrt werden müssen“, sagt Jens Ammermann von der Ortspolizeibehörde Bremerhaven.

Die genaue Anzahl der Sperren will er nicht verraten, damit niemand Rückschlüsse auf das Sicherheitskonzept ziehen kann.

Auch der Ort, an dem die Zufahrtssperren von der Polizei gelagert werden, bis sie nun immer wieder bei größeren Veranstaltungen in Bremerhaven zum Einsatz kommen, bleibt geheim.

Sperren verbleiben in Bremerhaven

Dass die Zufahrtssperren ständig in Bremerhaven bleiben und nicht immer wieder aus der Stadt Bremen angefordert werden müssen, ist schon einmal ein großer Erfolg. Anfangs war sogar unklar, ob Bremerhaven überhaupt solche Sperren aus Bremen bekommt, oder ob die Stadt sie für viel Geld bei privaten Anbietern mieten muss.

Die zusätzlichen Kosten hätten womöglich den Weihnachtsmarkt insgesamt gefährden können. „Anders als zur Sail brauchen wir für die Dauer des Weihnachtsmarktes glücklicherweise keine massiven Sperren mieten“, heißt es beim Veranstalter des Weihnachtsmarktes, der „Erlebnis Bremerhaven“ dazu.

Mitte vergangenen Jahres kaufte das Wirtschaftsressort für 2,8 Millionen Euro die mobilen Sperren. Das Geld kam aus der Landeskasse. Aber in der eiligen Tischvorlage wurde ein möglicher Einsatz in Bremerhaven mit keinem Wort erwähnt.

Das sorgte für große Verärgerung. Erst im Nachhinein gab es eine Verständigung zwischen Oberbürgermeister Melf Grantz und Innensenator Ulrich Mäurer (beide SPD).

Keine Angaben zu den zusätzlichen Kosten

Die „Erlebnis Bremerhaven“ äußert sich nicht zu den Kosten für die Sicherheit. Die zusätzlichen Ausgaben für die Sicherheitsdienste kann sie nur dank der finanziellen Unterstützung durch die Stadt bewältigen.

„Herausforderungen bestehen vor allem darin, Zufahrten so zu sichern, dass Besucher geschützt sind, berechtigte Verkehre aber ihre Ziele weiterhin erreichen können“, sagt Erlebnis-Chef Michael Gerber.

Eine besondere Aufmerksamkeit der Polizei gilt in diesem Jahr den Taschendieben. Im vergangenen Jahr soll es größere Probleme gegeben haben, heißt es. Offiziell bestätigt wird das allerdings nicht.

Auch in Bremen warnt die Polizei vor Taschendieben auf dem Weihnachtsmarkt und empfiehlt, nur so viel Bargeld mitzunehmen, wie benötigt wird, und Geld sowie Wertgegenstände in verschlossenen Innentaschen dicht am Körper zu tragen.

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