So sehen die Gäste den Heidebad-Umbau
Das Buxtehuder Freibad von oben: Die helleren Flächen rechts und links sind die Nichtschwimmerbereiche, dazwischen sind acht Schwimmerbahnen sowie die nicht voll nutzbare Schwimmerbahn außen rechts erkennbar, zu der ein Stück Treppe gehört
„Wir sind alle hier, weil wir dieses Schwimmbad lieben“, sagt eine Nutzerin. Sie ist eine von etwa 70 Besuchern, die am Dienstag zu den Stadtwerken gekommen sind, um über die Freibad-Umbau-Pläne zu sprechen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.
Es werden fünf Millionen Euro in den Umbau des Freibads investiert. Warum verlieren wir trotz dieser hohen Investition zwei Schwimmerbahnen?
Das Buxtehuder Freibad ist für die Stadt Buxtehude als einzige Gesellschafterin der Stadtwerke ein Zusatzgeschäft, das sie jedes Jahr 380 000 Euro kostet. Von dem, was eine einzige nach Beheizung an Gas verbraucht, könnte ein Einfamilienhaus einen ganzen Winter lang geheizt werden, sagt Stadtwerke-Chef Stefan Babis. Durch die Verkleinerung des Schwimmbeckens soll kräftig Energie gespart werden. Um das Becken um eine Schwimmerbahn zu verbreitern, müsste das bislang intakte Betonfundament aufgebrochen werden. Das wäre mit einem großen Baurisiko und Mehrkosten von etwa 1 Millionen Euro, sagt Babis. Insgesamt rechnen die Stadtwerke nach den Umbau, so wie er jetzt geplant ist, mit 23 Prozent weniger Energiekosten.
Weshalb bekommen die Nichtschwimmer vier Bahnen und Kinder einen Sprayground zum Toben, während die Fläche für die vielen Schwimmer, die langjährige und treue Kunden sind, so reduziert wird?
Beim Umbau sollen alle Nutzergruppen berücksichtigt werden. An warmen Sommertagen mit vielen Besuchern sind die Familien in der Mehrzahl. Der Sprayground soll das Bad für sie attraktiver machen. Die vier Nichtschwimmerbahnen, die durch einen Gang im Becken abgetrennt sind, sollen vor allem bessere Bedingungen für den Schwimmunterricht schaffen. Lehrer oder Bademeister können die Schwimmschüler begleiten und haben im Notfall einen kürzeren Rettungsweg, erläutert Bäder-Betriebsleiterin Sonja Koch.
Die Stadtwerke präsentieren ihre Freibad-Umbaupläne öffentlich. Lokalpolitiker und vor allem viele Nutzer nehmen mit kritischen Fragen und Anregungen Anteil. Foto Richter
Weshalb wird der Sprayground auf der einen Seite des Schwimmbeckens angelegt, wenn das Planschbecken auf der anderen Seite liegt? Beides benachbart anzulegen, wäre für Familien und die Beaufsichtigung der Kinder praktischer.
Es schien günstiger, weil die mit der Schwimmbadtechnik verbunden Leitungen auf diese Weise kürzere Wege haben. Nun soll aber geprüft werden, ob der Sprayground auch ohne unverhältnismäßigen Mehraufwand auf der anderen Seite gebaut werden kann.
Haben die Buxtehuder Wasserballer nach dem Umbau noch ausreichende Bedingungen für das seit fast fünf Jahrzehnten in Buxtehude ausgerichtete Wasserballturnier und für Pokalspiele?
Die Tiefe von heute 1,90 bis 2 Metern sollte zunächst auf 1,80 bis 1,90 Meter reduziert werden, um Platz für die neue Technik mit Vertikaldurchströmung zu schaffen. Weil die Wasserballer Einspruch erhoben haben, wird das Becken jetzt aller Voraussicht nach aufgekantet, um weiter die gleiche Tiefe zu gewährleisten.
Die Wasserballer brauchen mindestens 15 Meter Breite zum Spielen, für Pokalspiele eigentlich sogar noch mehr, sagt Reik Schmedemann, der Vorsitzende des Buxtehuder Schwimm-Clubs (BSC) Könnte der Sprungturm in den Bereich verlagert werden, wo früher das Naturbecken war und jetzt die Trampoline stehen und dort ein eigenes Sprungbecken bekommen? Dann würde Platz für die Schwimmer und Wasserballer frei.Sponsoren könnten gesucht werden, BSC-Mitglieder wären bereit, mit Eigenleistung zu helfen.
Ob es möglich wäre, an dieser Stelle für ein Sprungbecken drei bis vier Meter in die Tiefe zu gehen, müsste eine Bodenuntersuchung zeigen; das soll mit der Fachplanungsfirma erörtert werden. Zudem würde es teuer, Sponsoren, die zu einem dauerhaften Engagement bereit wären, müssten erst gefunden werden.
Bei der Sanierung soll das Betonbecken des bestehenden Schwimmerbereichs mit Edelstahl ausgekleidet werden. Das kostet erheblich viel mehr als eine Auskleidung mit glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Lohnt sich die Mehrausgabe?
GFK ist billiger in der Anschaffung, hat aber auch seine Probleme; Edelstahl ist teurer, aber auch nachhaltiger und sehr hygienisch. Das Edelstahlbecken ist auf eine Lebensdauer von 40 Jahren angelegt.
Wenn die Planung noch nicht fertig ist, weshalb wird dann nicht noch eine Saison geöffnet und erst dann mit dem Umbau begonnen?
Die Ausschreibungen sollen im November/Dezember starten, aber weil die Baubranche boomt, kann es zu langen Wartezeiten für die Gewerke kommen.
Der Umbau-Plan: Aus dem alten Nichtschwimmerbereich (rechts) soll ein flacher Sprayground werden, der Nichtschwimmerbereich wird auf vier Bahnen verbreitert und durch einen Gang vom Schwimmerbecken abgetrennt. Es bleiben sechs 50-Meter-Schwimmerbahnen, insgesamt 15 Meter breit, und der Turm mit Sprungbereich oben links.