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So sieht die neue Volksbank in Stade aus

Aufgeräumt und einheitlich: So sollen sich die Fassaden der Volksbank an Pferdemarkt und Holzstraße nach dem Umbau zeigen.

Aufgeräumt und einheitlich: So sollen sich die Fassaden der Volksbank an Pferdemarkt und Holzstraße nach dem Umbau zeigen.

Der Blick auf die Häuserzeile der Volksbank Stade-Cuxhaven an der Ecke Pferdemarkt/Holzstraße wird sich in den kommenden Monaten verändern. Die Hauptstelle wird komplett innen modernisiert und neu strukturiert. Auch die äußere Schale wird aufgehübscht.

Von Lars Strüning Samstag, 14.07.2018, 07:00 Uhr

Der Umzug des Schuhhändlers Deichmann in das Geschäftshaus Neuer Pferdemarkt gab den Startschuss für den Umbau. Jetzt, nachdem die Baugenehmigung durch die Stadt vorliegt, geben sich Handwerker und die 100 Bankangestellten die Klinke in die Hand. Es handelt sich quasi um eine Operation am offenen Herzen, also einem Umbau bei laufendem Betrieb.

Volksbank-Vorstände Sievert (links) und Porth vor der Villa Kaisereichen.

Vier Millionen Euro will die Volksbank investieren, teilen die beiden Vorstände Ulrich Sievert und Henning Porth mit. Durch den Auszug des Schuhverkäufers gewinnen die Banker 660 Quadratmeter Nutzfläche dazu, die für die bank-typische Arbeit umgewandelt werden müssen. Die Gebäudeübergänge werden zum Teil aufgebrochen. In allen Etagen werden die Büros und Flure angefasst, modernisiert, mit neuen Möbeln, einem Beleuchtungskonzept sowie mit Farben und Bodenbelägen ausgestattet. Neue Technik wird installiert, Video-Beratung eingerichtet – zum Beispiel für die Filiale auf Helgoland. 200 neue Schließfächer entstehen, weil die Nachfrage steige, so Sievert und Porth.

Dazu gehört auch das 1977 eröffnete Haupthaus Richtung Pferdemarkt. Der Haupteingang wird an gewohnter Stelle bleiben. Im Inneren werden der Selbstbedienungsbereich und die Filiale neu gestaltet. Im Erdgeschoss sitzen die Mitarbeiter aus der Baufinanzierung und dem Vermögensbereich. Im ersten und zweiten Geschoss wird die Kundenberatung zentriert. Kurze Wege heißt das Konzept. Das war bisher nicht so. Abteilungen waren über Gebäude, Flure und Stockwerke verteilt. Einbezogen werden auch die Etagen über Fielmann und Douglas, beides sind Volksbank-Immobilien. Im Frühjahr 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Volksbank Stade war 1887 als „Spar- und Vorschussverein zu Stade“ gegründet worden. 1901 wurde die erste Geschäftsstelle in der Steilen Straße eröffnet, 1930 folgte der Umzug in die Große Schmiedestraße. 1977 wurde der Neubau am Pferdemarkt bezogen. Dort stand zuvor der „Lüneburger Hof“, der abgebrannt war. Er war der Nachfolger der „Stadt Lüneburg“, wo einst die Bank gegründet worden war. www.vobaeg.de

STADE. Je länger die Villa Kaisereichen an der Harburger Straße das Eigentum der Volksbank war, desto mehr haben sich die neuen Nutzer in sie verguckt. Eigentlich war geplant, eines der schönsten Gebäude in der Stadt zu vermarkten. Jetzt nutzt die Volksbank die Räumlichkeiten selbst und spart damit einen kostspieligen Anbau in der Innenstadt.

Ein parkähnliches Grundstück auf drei Hektar und repräsentative Nutzfläche von 800 Quadratmetern werden als zusätzliches Quartier flott gemacht. Interne Fortbildung und externe Veranstaltungen sind angedacht. Die Personal- und die Immobilienabteilung werden hier einziehen. Kundenverkehr ist nicht geplant. Volksbank-Vorstand Henning Porth lässt im ersten Obergeschoss eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses, der Bank und der Region vorbereiten. Auch die Bank habe viele Umbrüche erlebt, sagt Kollege Ulrich Sievert, derzeit sei es die Digitalisierung.

Die Villa Kaisereichen wurde im „Drei-Kaiser-Jahr“ 1888 als Gartenwirtschaft erbaut, schreibt Stades ehemaliger Stadtarchivar Dr. Jürgen Bohmbach in seinem Stadtlexikon. Sie hieß damals „Bock’s Etablissement Kaisereichen“. Der Blick von der Geestkante direkt an der Bahnlinie reichte einst bis Blankenese. Heute versperren Bäume die Sicht. 1910 brannte das Gebäude ab, 1920 errichtete der Besitzer des Mineralölwerks den prächtigen Neubau, der heute noch steht, für 1,7 Millionen Mark. 1936 wurde das Gebäude an die Wehrmacht verkauft, von 1945 bis 1950 zog die britische Armee hier ein. Später wurde es Sitz der Standortverwaltung der Bundeswehr, bis die aus Stade abgezogen wurde. 1998/99 wurde die Villa grundlegend saniert und zu einem Bürogebäude umgebaut.

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