TSo sorgen Schülerlotsen in Buxtehude für die Verkehrssicherheit
Schülerlotsen im Einsatz an der Altländer Straße. Foto: Siegfried Häußler
Seit 70 Jahren gibt es Schülerlotsen in Deutschland. Auch wenn dieses Ehrenamt also Tradition hat: Das Interesse am Engagement sinkt. Doch Buxtehude bildet da eine Ausnahme.
Sie helfen Kindern, sicher zu ihrer Grundschule zu kommen: Schülerlotsen und Elternlotsen, auch Verkehrshelfer genannt. Die Idee stammt aus den USA. Im Jahr 1953 wurde der Schülerlotsendienst in der Bundesrepublik eingeführt, auch in der DDR gab es Schülerlotsen. Im Laufe der Zeit ist die Zahl der Ehrenamtlichen gesunken.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gibt es in Niedersachsen noch etwa 4000 Schülerlotsen, in Bremen nur noch 15. Hierbei handelt es sich allerdings um Zahlen der jeweiligen Verkehrswachten. Manche Schulen organisieren auch selbst eine Art Schülerlotsendienst.
Keine Konflikte mit Autofahrern
Im Landkreis Stade gibt es einen von der Verkehrswacht Buxtehude organisierten Schüler- und Elternlotsendienst in Buxtehude und Jork. In der dunklen Jahreszeit - vom Ende der Herbstferien bis zum Beginn der Osterferien - sicherten 28 Schülerinnen und Schüler sowie 28 Mütter und Väter den Schulweg zur Grundschule am Rotkäppchenweg. In Jork waren 36 Lotsen im Einsatz; einige Elternlotsen gibt es zudem in Hedendorf.
Seit 2011 gibt es Schülerlotsen an der Rotkäppchen-Schule. Durch Neubaugebiete rund um das Märchenviertel gab und gibt es viel Zuzug - und entsprechend auch mehr Verkehr. Seit zwei Jahren übernehmen die Achtklässler der Halepaghen-Schule den Schülerlotsendienst, zusammen mit Eltern der Grundschüler. Sie sind an jedem Schultag im Einsatz. Jeder Lotse hat einmal pro Woche Dienst. Bisher hätten sich immer genug Lotsen gefunden, sagt Siegfried Häußler von der Verkehrswacht Buxtehude, aber Werbung dafür sei weiter wichtig.
Eine gute Nachricht: Auch bei den Autofahrern im Viertel scheint der Dienst bekannt und anerkannt zu sein. Autofahrer, die sich einfach zwischen den Lotsen durchschlängeln, die den Übergang über die Straße sichern - so etwas habe es in Buxtehude bisher nicht gegeben. In anderen Städten kommt das durchaus vor.
Sie waren in der dunklen Jahreszeit im Einsatz für mehr Verkehrssicherheit: die Schüler- und Elternlotsen in Buxtehude. Foto: Frank
Das frühe Aufstehen nehmen sie gern in Kauf
Morgens früher aufstehen, um schon ab 7.15 Uhr den Dienst an der Straße zu übernehmen - warum machen die Achtklässler das? „Ich mag es gern, anderen zu helfen, und mir ist wichtig, dass Kinder sicher zur Schule kommen“, sagt etwa Finley Nong Jacobsen. Das frühe Aufstehen nehme er gern in Kauf - auch wenn er mit dem Fahrrad - und bei ganz schlechtem Wetter mit dem Bus - aus Jork kommen muss. Muhammad Shoaib Uddin war selbst früher auf der Rotkäppchen-Schule - und hatte einen sicheren Schulweg. „Ich fand das toll, dass ich allein mit dem Rad zur Schule fahren konnte“, sagt er, „und ich wollte auch etwas ehrenamtlich machen.“ Und Bastian Venus ergänzt: „Kinder sollen keine Angst haben, zur Schule zu gehen.“
Vor den Osterferien wurden die Schüler- und Elternlotsen verabschiedet, mit Übergabe der Urkunden und selbst gebackenen Waffeln von Schülern und der FSJlerin der Grundschule. Man merkt: „Die Verkehrswacht gehört hier zum Inventar“, wie Schulleiterin Heike Welle sagte. „Ich finde das eine hervorragende Leistung, jeden Morgen bei Wind und Wetter hier zu stehen“, sagte sie an die Lotsen gewandt. Das finden auch Buxtehuder Unternehmen: Das Modehaus Stackmann und HBI unterstützen das Projekt.