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Ehemaliger Hauptsitz der Stadtsparkasse wird abgerissen

So will die Sparkasse in Buxtehude neu bauen

So soll der neue Sparkassen-Gebäude-Komplex von der anderen Seite der Bahnhofstraße aussehen

So soll der neue Sparkassen-Gebäude-Komplex von der anderen Seite der Bahnhofstraße aussehen

Wie soll das neue Sparkassen-Gebäude in der Buxtehuder Bahnhofstraße aussehen? Das Rätsel um die Frage ist jetzt gelöst. Wie berichtet, plant die Sparkasse Harburg-Buxtehude am jetzigen Standort einen Neubau. Jetzt ist der Entwurf öffentlich.

Von Karsten Wisser Mittwoch, 18.09.2019, 10:00 Uhr

Der über 40 Jahre alte ehemalige Hauptsitz soll abgerissen und ersetzt werden. Das vom Büro Lohmann Architekten aus Rotenburg entworfene Konzept geht aber weit über einen Neubau hinaus. Entstehen soll laut Sparkasse ein „innerstädtisches Quartier für neues Wohnen und Arbeiten im Herzen Buxtehudes“. Die Sparkasse stellte das Projekt am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung vor.

Man habe sich bewusst für die Erarbeitung einer anspruchsvollen städtebaulichen und gebäudeplanerischen Lösung entschieden. „Wohnen und arbeiten in der Stadt, sowie die innerstädtische Mobilität sind die Themen der Zukunft, auch in Buxtehude. Diesem Anspruch werden wir mit unserem Konzept Rechnung tragen“, sagte Andreas Sommer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse.

Für die Kunden soll sich in der Bauphase wenig ändern. Die Sparkasse hat bereits Räume auf der anderen Seite der Bahnhofstraße unweit der jetzigen Filiale gemietet. Der Umzug soll bereits Anfang nächsten Jahres realisiert werden.

Auf dem neu konzipierten Gelände werden auf gut 5000 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche ein Beratungscenter der Sparkasse sowie attraktive Wohn- und Büroflächen geschaffen. „Der geplante Neubau ist ein klares und nachhaltiges Bekenntnis zum Standort Buxtehude“, so Sommer. Das neue Quartier werde den Standort aufwerten und einen Beitrag zur Neugestaltung der Bahnhofstraße leisten. Außerdem fördere das Konzept generationenübergreifendes Wohnen und Leben.

Der vordere Teil des alte Gebäudes wurde 1973 als Hauptstelle der Stadtsparkasse Buxtehude errichtet, 1998 erfolgte die Erweiterung im rückwärtigen Grundstücksteil. „Das Gebäude entspricht baulich, energetisch und hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten nicht mehr den künftigen Ansprüchen“, erklärte Andreas Sommer. Die Kundenhalle sei für die Anforderungen viel zu groß, die Bürostruktur unübersichtlich und unflexibel. Das Gebäude habe eine mangelhafte Energieeffizienz, außerdem einen erheblichen Flächenüberhang und nicht zuletzt ein unzeitgemäßes äußeres Erscheinungsbild.

Man habe sich auch mit der Möglichkeit eines Umbaus auseinandergesetzt und die Kosten für eine Revitalisierung des bestehenden Gebäudes denen eines Neubaus gegenübergestellt. Allein schon aus betriebswirtschaftlicher Sicht war die Entscheidung zugunsten der jetzt geplanten Lösung schnell getroffen.

Das Quartiers-Konzept sieht einen offen gestalteten, begrünten Quartiersplatz an der Süd-West-Seite des Gebäudes (zum Ärztezentrum) vor, der von der Bahnhofstraße wie auch der Pohlstraße erschlossen ist. Er stellt gleichzeitig die Verbindung des rückwärtigen Wohnquartiers mit der Innenstadt dar.

Anstelle des vorhandenen massiven Gebäudekomplexes sind drei Gebäudekörper geplant, die sich in der Fassadengestaltung mit verschiedenfarbigen Klinkern und in den Gebäudehöhen unterscheiden. Die Gebäudehöhen sind gestaffelt und an die Nachbarbebauung angepasst.

Während das rein für Wohnzwecke ausgelegte, kleinste der drei Gebäude im hinteren Teil alleinstehend ist, sind das vordere und mittlere Gebäude miteinander verbunden. Über der Tiefgarage erstreckt sich über das gesamte Erdgeschoss das neue Beratungscenter der Sparkasse. Im ersten Obergeschoss verbindet ein Dachgarten die Gewerbeflächen im vorderen Gebäude mit den Wohnungen im mittleren Gebäude. In den darüber liegenden Geschossen sind über beide Gebäude hinweg Wohnungen geplant.

Auf knapp 3000 Quadratmetern Wohnfläche sind 46 Wohnungen vorgesehen, darunter 15 Mikro-Appartements von 25 bis 28 Quadratmetern für junge Leute zu bezahlbaren Mieten. Das erste und mit vier Stockwerken größte Gebäude an der Bahnhofstraße bekommt auf der obersten Etage außerdem zwei exklusive Penthouse-Wohnungen.

Die Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sind durchgängig barrierefrei, einige für Rollstuhlfahrer geeignet. Der Dachgarten als Ausgleichs- und Begegnungsstätte steigert aus Sicht der Sparkasse außerdem die Wohn-Attraktivität.

Mit dem Neubau verbunden ist ein Mobilitätskonzept, das auf E-Mobilität und Carsharing setzt. Deshalb soll es auf dem Quartier-Gelände eine Mobilitätsstation für Elektro-Fahrzeuge und E-Bikes geben. Die Sparkasse Harburg-Buxtehude will dazu auch einen Beitrag leisten: Sparkassen-Vorstand Andreas Sommer hat die Zusage gegeben, dass sein Institut ein E-Fahrzeug sowie vier E-Bikes aus eigenen Mitteln zur Verfügung stellt, die von Bewohnern und Nutzern der Büroflächen nach dem Modell des Car- und E-Bikesharings genutzt werden können. Die Verbesserung der verkehrlichen Situation ist einer der Ansätze in der aktuellen Diskussion um die Neugestaltung der Bahnhofstraße in Buxtehude. „Das neue Areal mit dem modernen Gebäudekomplex inmitten attraktiv gestalteter Außenanlagen bettet sich nahtlos in das Konzept ein und leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung der Bahnhofstraße“, so Sommer.

Baubeginn für das neue Gebäude könnte bereits 2020 sein. Für die rund zweijährige Bauzeit habe man bereits Räume in einem gegenüber liegenden Gebäude angemietet. Momentan arbeiten in der Bahnhofstraße rund 30 Mitarbeiter.

Die ersten Reaktionen auf die Vorstellung fielen positiv aus. Konzept und Optik des neuen Gebäudekomplexes wurden begrüßt. Es gab allerdings Nachfragen zum Thema Parkplatz. Der Entwurf sieht 89 Parkplätze für Mieter, Mitarbeiter und Kunden vor. 40 davon entstehen oberirdisch, 49 davon in einer Tiefgarage unter dem neuen Gebäudekomplex. Besonders die SPD und die AfD formulierten Zweifel, ob das ausreichend ist. Die Grünen wünschten sich zusätzliche Informationen, wie die Energie-Versorgung geregelt werden soll. Die Linke hatte einen Antrag gestellt, der vorsah, dass die Stadt die neuen Wohnungen übernehmen solle, um dort langfristig bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. „20 Prozent der Buxtehuder sind faktisch vom Wohnungsmarkt ausgeschlossen, weil sie sich die Mieten in der Stadt nicht mehr leisten können“, sagte Linken-Fraktionschef Benjamin Koch-Böhnke. „Wir werden das Projekt nicht bis auf den letzten Tropfen ausquetschen, aber wir werden auch nur Dinge realisieren, die sich wirtschaftlich rechnen“, reagierte Vorstandschef Andreas Sommer auf diesen Vorstoß.

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