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Soroptimisten: Hilfe für Frauen von Frauen

Irmhild Reimers, Claudine Wonner-Panten und Ursel Imhof (von links) mit dem selbst entworfenen Geschenkpapier der Soroptimisten Buxtehude.  Foto Felsch

Irmhild Reimers, Claudine Wonner-Panten und Ursel Imhof (von links) mit dem selbst entworfenen Geschenkpapier der Soroptimisten Buxtehude. Foto Felsch

Es ist nicht direkt ein Problem, aber es beschäftigt die Frauen vom Soroptimist International Club Buxtehude manchmal doch: „Keiner kennt uns so richtig, der Name sagt den meisten nichts“, bedauern Ursel Imhof, Irmhild Reimers und Claudine Wonner-Panten vom Serviceclub.

Von Franziska Felsch Dienstag, 30.04.2019, 08:00 Uhr

Der macht immerhin schon seit 25 Jahren in der Hansestadt mit sozialen Projekten von sich reden. Eigentlich noch etwas länger. Schon Anfang der 90er kümmerten sie sich um Flüchtlinge, organisierten eine Nähwerkstatt für ausländische Frauen, wie Ursel Imhof erinnert. Aber da der Club aufgrund einer Bestimmung von Soroptimist International erst Ende April 1994 offiziell gegründet werden konnte, wird das Jubiläum 2019 gefeiert. 1991 lernte die Realschullehrerin zum ersten Mal den Soroptimist Club kennen, den weiblichen Pendant zu Lions und Rotary. Soror heißt übersetzt Schwester, aber dahinter steckt viel mehr als nur eine enge Frauengemeinschaft: Ziel ist es, sich für die schulische und berufliche Förderung von Mädchen und Frauen einzusetzen. „Da es da immer noch Nachholbedarf gibt, war das auch mein und unser Anliegen“, sagt Gründungspräsidentin Ursel Imhof.

Gemeinsam mit der Historikerin und Stadtarchivarin Dr. Margarete Schindler machte sie sich auf die Suche nach Frauen, die den Regularien von Soroptimist International entsprachen, nämlich jeder Beruf sollte nur einmal vertreten sein. Schnell hatten sie die 18 notwendigen Kandidatinnen aus den Bereichen Medizin, Ingenieurwesen, Justiz, Schule, Kunst, Bankwesen gefunden und die ersten offiziellen Treffen nach dem Leitfaden von Soroptimist International konnten stattfinden. Frauen, viele in Führungspositionen oder selbstständig, aber auch eine Hausfrau, weil das in den Augen der Soroptimisten ein anerkannter Beruf ist, machten sich mit Begeisterung an die Aufgabe, anderen zu helfen. Vornehmlich Frauen.

Aber nicht nur. Zu ihren Aktionen in den vergangenen 25 Jahren gehört „Gegen Gewalt gegen Frauen“, das MINT-Projekt mit der Hochschule 21, das frühzeitig das Interesse von Mädchen an technischen und mathematischen Berufen wecken soll, Bewerbungstrainingskurse, Rhetorikschulungen, Selbstverteidigungskurse und Schwimmkurse für Musliminnen und die Hilfe für in Not geratene Menschen. Das Kinderforum in der Sagekuhle als Spielplatz ist für sie genauso förderungswürdig wie die frühkindliche Bildung in der FABIZ und die Integration der Flüchtlinge durch wöchentliche Beratungsbesuche.

„Wir haben ein großes Netzwerk und unterstützen uns gegenseitig“, freut sich Past-Präsidentin Claudine Wonner-Panten. Als besonders bereichernd empfindet die jetzige Präsidentin Irmhild Reimers die Begegnung mit Clubschwestern aus anderen Ländern. Reimers hat auch das Geschenkpapier entworfen, mit den Has- und Igelfiguren der Hansestadt, dessen Verkaufserlös wohltätigen Zwecken zugutekommt.

Soroptimist International ist mit 80 000 Mitgliedern und über 300 Clubs in 132 Ländern die weltweit größte Serviceorganisation berufstätiger Frauen. In Buxtehude sind es derzeit 26, etwa die Hälfte sind seit der Gründung dabei. Ihr Jubiläum feiern sie – trotz vorzeigbarer Erfolge – eher im bescheidenen Rahmen. Auch wenn die Soroptimisten weniger bekannt sind als die beiden anderen Serviceclubs – mit den Lions und Rotariern verbindet sie eines ganz besonders: Hilfe und Unterstützung für diejenigen, die es brauchen.

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