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Sozialraumstudie: Arm und Reich in Buxtehude

Viele Alte im Sozialraum 3 „Altkloster“ : 5686 Buxtehuder, das ist ein Anteil von 19 Prozent, wohnen hier. Die meisten von ihnen, nämlich 17,93 Prozent, sind über 80 Jahre alt. Die kleinste Gruppe unter den Altklosteranern sind die 0- bis 1

Viele Alte im Sozialraum 3 „Altkloster“ : 5686 Buxtehuder, das ist ein Anteil von 19 Prozent, wohnen hier. Die meisten von ihnen, nämlich 17,93 Prozent, sind über 80 Jahre alt. Die kleinste Gruppe unter den Altklosteranern sind die 0- bis 1

Die Linke hatte im vergangenen Jahr ursprünglich einen Armutsbericht beantragt. Doch daraus ist durch Beratungen und Beschluss der Politik etwas anderes geworden. Denn in Buxtehude sind Arm und Reich nicht schwarz-weiß. Die Sache ist vielschichtiger – und das zeigt die neue Sozialraumanalyse auch.

Von Anping Richter Samstag, 20.10.2018, 10:00 Uhr

Sozialwissenschaftlich gesehen ist Buxtehude sehr bunt: Acht Sektoren, sogenannte Sozialräume, wurden in der neuen Sozialraumanalyse betrachtet und sind in der Kartenansicht verschiedenfarbig markiert. Sie teilen das Buxtehuder Stadtgebiet, in dem die rund 41 000 Einwohner leben, in acht Sozialräume ein, zu denen differenzierte Daten und Analysen gehören. Zweck ist es, zu wissen, wo und wie Politik und Verwaltung die Weichen für Verbesserungen am besten stellen könnten.

Sozialraumstudien hat es in Buxtehude schon früher gegeben. Die aktuelle Analyse ist aber komplexer und verarbeitet sowohl Daten aus der Sozialraumstudie der sozialwissenschaftlichen Beratungsfirma Gebit von 2016, die fortgeschrieben wurden, als auch solche aus dem Wohnraumversorgungskonzept von 2016 sowie Einwohnerdaten der Hansestadt Buxtehude. In einer gemeinsamen Sitzung von Sozialausschuss und Jugendhilfeausschuss haben Fachgruppenleiterin Susanne Epskamp und Jugendamtsleiterin Andrea Lange-Reichardt die Analyse und ihre ersten wichtigen Erkenntnisse daraus vorgestellt.

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Eine davon lautet: Wo in den vergangenen Jahren gezielt gefördert wurde, wirkt sich das auf die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen bereits spürbar positiv aus. Das sagt Jugendamtsleiterin Andrea Lange-Reichardt und belegt es anhand der Analyse: Die Chancen zur Bildung und Teilhabe für Kinder und Jugendliche im Sozialraum Ia „Altstadt“, zu dem auch die Einwohner des Wohngebiets Altländer Straße/Sagekuhle gehören, haben sich stark gebessert. Dort leben 305 der insgesamt 918 Kinder aus Familien mit Niedrigeinkommensbezug in Buxtehude. Die Jugendamtsleiterin führt die positive Entwicklung auf Angebote wie die Offene Ganztagsschule und das Familienzentrum Fabiz zurück: „Da, wo wir sozialräumliche Unterstützungsangebote machen, können wir die Belastungsfaktoren reduzieren.“ Die Belastungswerte, die anhand dieser verschiedenen sozialen Faktoren ermittelt werden, seien im Sozialraum Ia in den letzten Jahren stark gesunken, und zwar von 90 auf 50 Punkte. „Kitas und Schulen sind heute nicht nur Lern-, sondern auch Sozialisations- und Lebensorte für Kinder und deren Familien, und wir haben hier viel Einfluss“, sagt Lange-Reichardt. Nicht Hilfe statt Erziehung, sondern Hilfe zur Erziehung zu geben, sei das Ziel. Daraus folgt auch eine andere Erkenntnis: Im Sozialraum 5 (Estetal) müsste die Stadt dringend aktiv werden. Er weist jetzt die höchsten Werte der Belastungsfaktoren für Kinder und Jugendliche auf: „Dort haben wir in den letzten Jahren nichts entwickelt.“

Menschen zwischen 65 und über 80 Jahren sind besonders in den Sozialräumen 4 (Buxtehude Süd), 1a (Altstadt) und 2 (Brunckhorst’sche Wiesen) stark vertreten. Die Sozialraumanalyse zeigt, wo genau die Situation für ältere Menschen verbessert werden sollte. Wie Susanne Epskamp erklärte, sind Überlegungen zur Errichtung von Wohnraum für Ältere in diesen Sozialräumen sinnvoll. 344 Buxtehuder über 65 Jahren beziehen Grundsicherung, 127 Wohngeld. Außerdem ist laut Epskamp von einer Dunkelziffer sogenannter „verdeckter Armut“ von sieben bis neun Prozent auszugehen, denn gerade ältere Menschen verzichten aus Scham häufig darauf, bei den Behörden Anträge auf Unterstützung zu stellen. Dann wäre von 1104 älteren Personen auszugehen, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind. Das wären 12 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren. „Wir wissen noch nicht, wie viele bereits mit bezahlbarem Wohnraum versorgt sind“, sagt Epskamp. Das zu erheben, wäre zur Schaffung entsprechenden Wohnraums auch als Argument bei Investoren gut. Epskamp hat jetzt begonnen, Info-Vorträge zu Wohngeld und Wohnhilfen für Ältere zu halten. Das Interesse sei sehr groß.

Viele Junge im Sozialraum 5 „Estetal“ : 3655 Buxtehuder und damit neun Prozent der Bevölkerung leben hier. Die meisten von ihnen, nämlich 11,47 Prozent, gehören zur Altersgruppe der 18 bis 21-jährigen, dicht gefolgt von den 0- bis 18-jährig

Viele Junge im Sozialraum 5 „Estetal“ : 3655 Buxtehuder und damit neun Prozent der Bevölkerung leben hier. Die meisten von ihnen, nämlich 11,47 Prozent, gehören zur Altersgruppe der 18 bis 21-jährigen, dicht gefolgt von den 0- bis 18-jährig

Viele Alte, aber auch viele Kinder, im Sozialraum 2 „Brunckhorst‘sche Wiesen “: Hier wohnen auch die meisten Buxtehuder, nämlich 7868, also 19 Prozent. Viele von ihnen, genauer gesagt 20,17 Prozent, sind Kinder und Jugendliche zwischen null

Viele Alte, aber auch viele Kinder, im Sozialraum 2 „Brunckhorst‘sche Wiesen “: Hier wohnen auch die meisten Buxtehuder, nämlich 7868, also 19 Prozent. Viele von ihnen, genauer gesagt 20,17 Prozent, sind Kinder und Jugendliche zwischen null

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