St. Pauli Theater: Es geht um Vergewaltigung in der Ehe
Ein einvernehmlicher Kuss? – Johanna Christine Gehlen und Patrick Heyn. Foto Moog Photography
Ein aufwühlendes Stück feiert am 4. November Premiere im St. Pauli Theater:In „Konsens“ geht es um Vergewaltigung in der Ehe.
„Konsens“ beginnt als Komödie beim Essen im Anwaltsmilieu hipper und, sehr vorsichtig ausgedrückt, etwas unangenehmer Leute – zwei Rechtsanwälte und ihre Frauen diskutieren Strategien vor Gericht, wie man bei Vergewaltigungsprozessen die Opfer unglaubwürdig erscheinen lassen kann, um das Beste für die eigenen Mandanten herauszuholen.
Mit schwarzem englischem Humor erscheint die Unterhaltung trotz des ernsten Themas zunächst noch witzig und leicht, bis es die beiden Paare ganz privat einholt und das Gespräch eine radikale Kehrtwendung erfährt: Nachdem eine der beiden Frauen ihren Mann verlassen hat, kommt es zu einer Versöhnung, die beide Beteiligten später völlig verschieden erinnern. Und plötzlich steht der Vorwurf „Vergewaltigung in der Ehe“ im Raum.
Jetzt geht es um die Frage: Hat sie nun „Nein“ gesagt oder nicht? Oder wie es eine der Figuren ausdrückt: „Tja, Edward, jetzt sitzt du ziemlich in der Scheiße.“
Die englische Dramatikerin Nina Raine hat im Jahr 2006 ihr erstes Stück inszeniert und dafür zwei renommierte Autorenpreise bekommen sowie 2010 eine Auszeichnung als aussichtsreiches Talent. „Consent“ („Konsens“), das aktuellste Stück von Nina Raine, hatte am 4. April 2017 Uraufführung am National Theatre London in der Regie von Roger Michell. Im St. Pauli Theater wird es unter der Regie von Ulrich Waller vom 4. bis 25. November gespielt. (chw/st)
Karten: 19,90 bis 49,90 Euro, in Vorverkaufsstellen, unter 0 40/ 47 11 06 66 und online.