Müssen in Japan Haltung des Budo-Kämpfers wahren. Norman Goly, Leiter der Karateschule Agathenburg-Stade, und seine Mitstreiter Marc Pönisch (links) und Jan Seba (rechts) dürfen in der ältesten Übungsstätte für Samurai-Künste antreten. Foto Bröhan
Norman Goly, Leiter und Lehrer der Karateschule Agathenburg-Stade, und seine beiden Mitstreiter Marc Pönisch und Jan Seba reisen am Sonnabend nach Japan und erreichen damit ein Ziel ihres Budo-Weges.
Budo, der Oberbegriff für die japanischen Kampfkünste, sei eine Lebenseinstellung, sagt Goly. In Japan sind er, Pönisch und Seba Teil der elfköpfigen deutschen Mannschaft, die am weltweiten Ländervergleich teilnimmt. Ausrichter ist der japanische Kampfkünste-Verband Dai Nippon Buto Kai (DNBK). Der Wettkampf findet nur alle vier Jahre statt. Mehr als 30 Länder nehmen teil. „Es ist eine große Ehre für uns, dabei zu sein“, sagt Goly.
Der DNBK wurde 1895 gegründet und steht unter der Schirmherrschaft des japanischen Kaiserhauses. Ziel war es seinerzeit, die Tradition des Budo zu bewahren, nachdem während der japanischen Modernisierungsphase auch westliche Wettkampfregeln immer stärker einflossen in verschiedene Kampfkünste.
Goly ist stolz, Teil des elitären DNBK sein zu dürfen. Man bewirbt sich nicht, der Verband wählt seine Mitglieder selbst aus. Die Qualifizierung, so Goly, bestehe in dem Weg, den man als Kampfkünstler gehe, mit seiner geistigen Einstellung und seinem Handeln. Dass die Karateschule Gewaltprävention und Inklusionsarbeit, auch schon gewürdigt vom Bundespräsidenten, betreibt, ist beispielsweise ein Teil dieses Weges.
Nun der persönliche Höhepunkt für die Agathenburger Kampfkünstler. Zwei Wochen dauert der Wettkampf, wo die Teilnehmer die Kampfkünste Jiu Jitsu, Iaido und Karatedo präsentieren. Goly, Pönisch und Seba führen ihre Karatekunst vor. Die Bayern im deutschen Team haben sich auf die alte Samurai-Kunst mit Schwert, Bogen oder Speer spezialisiert. „Es geht hauptsächlich um die Authentizität“, sagt Goly. Eine Jury, darunter große Altmeister, entscheidet. „Wir sind nach zwölf Monaten harter Vorbereitung gut aufgestellt“, sagt Goly. Nervös sei er nicht. Aber sehr gespannt auf diese neue Herausforderung und Erfahrung.
Der Wettkampf findet in dem Nationaldenkmal Butokuden in Kyoto statt. Die weltweit älteste Übungsstätte der einstigen Samurais nahe des kaiserlichen Palastes ist dem DNBK heilig. „Wir werden sogar einen Lehrgang im Waschen bekommen“, sagt Goly, damit sie „rein“ die Räumlichkeiten betreten. Während der zwei Wochen wird es viele traditionelle Zeremonien geben, Altmeister, Regierungsvertreter und Gesandte des Kaiserhauses werden anwesend sein und Reden halten. Die Agathenburger werden viele Trainingseinheiten absolvieren und Prüfungen bestehen müssen.