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Staderin Nadine Wilhelm ist ein „Ninja Warrior“

Über vier Wochen hatte sich die Staderin Nadine Wilhelm auf ihren Auftritt bei der RTL-Show „Ninja Warrior Germany“ vorbereitet. Bei dem Hindernisparcours kam sie bis ans vorletzte Hindernis. Die Turnerin war sogar in der Werbung für die Show zu sehen.

Von Mario Battmer Donnerstag, 15.11.2018, 08:00 Uhr

Nadine Wilhelm hängt an den Griffen, genannt „Klacker“. Sie hat schon die ersten vier Hindernisse des „Ninja Warrior“-Parcours hinter sich. Sie muss die Griffe wie einen Hebel umlegen, um voranzukommen. Und das hängend, ein paar Meter in der Luft. Den rechten „Klacker“ konnte sie schon umlegen, doch der linke will nicht so, wie sie will. 15 Sekunden hängt die 27-Jährige schon in der anstrengenden Position. Ein letzter Ruck – dann kann sie sich nicht länger halten und fällt ins Wasser unter dem Hindernisparcours.

Sie wischt sich das Nass aus dem Gesicht und schlägt frustriert auf das Wasser. Die „Klacker“ seien für ihre Armlänge zu weit auseinander gewesen. „Die Kraft war eigentlich noch da“, sagt Wilhelm. Sie ist trotzdem mit ihrer Leistung vollkommen zufrieden. „Ich bin stolz, so weit gekommen zu sein.“ Auch Moderator Frank Buschmann lobt ihre Leistung auf dem Parcours als „herausragende Vorstellung“. Zur Ausstrahlung ihres Auftritts hat sie zu Hause mit 30 Freunden ein Public Viewing veranstaltet.

Dass sie für den Parcours fit genug ist, überrascht nicht. Wilhelm turnt seit fast 20 Jahren und feierte Erfolge bis auf Landesebene. Heute tritt sie kaum noch bei Wettbewerben an. „Aus dem Alter bin ich raus“, sagt sie. Einmal pro Woche trainiert sie beim MTV Himmelpforten, war zuvor auch beim TuS Güldenstern Stade (heute VfL Güldenstern) aktiv. Sie engagiert sich als Kampfrichterin und Betreuerin. Nur bei internationalen Sportfesten, wo auch Spitzensportler wie Fabian Hambüchen antreten, geht sie auch noch an den Start. In ihrer Jugend landete sie bei solchen Turnieren in den Top 25.

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Qualifiziert hat sich Wilhelm über das Casting in Hamburg. Eine Freundin habe sie einfach angemeldet. Sprichwörtlich eine Schnapsidee, die beiden saßen gerade bei einem Bier zusammen. Mit der Castingnummer 120137-15 war sie die Einzige ihrer Castinggruppe, die sich für die Show qualifiziert hat. Zur Vorbereitung trainierte Nadine Wilhelm fünf Wochen beim MTV Himmelpforten sowie auf dem Hof ihrer Eltern, wo sie momentan lebt. Dort fühlt sie sich wohl, sie bezeichnet sich selbst als Familienmensch. Zwei- bis dreimal pro Woche hilft sie unter anderem beim Füttern der Tiere.

Auf dem Hof leben mehr als 120 Rinder und auch 100 Hühner. „Das Füttern mit der Schubkarre ist härtere Arbeit als Training“, sagt Wilhelm. Sie war auf dem „Ninja Warrior“-Parcours in Bremen und hat zu Hause viel selbst gebaut, zum Beispiel eine Himmelsleiter. „Ich habe viel Griffkraft trainiert und Ganzkörpertraining gemacht“, sagt sie, „ich habe mich überall , wo es geht, drangehängt.“ Sie habe sich sehr auf die Herausforderung „Ninja Warrior“ gefreut. Ihr erster Eindruck vom Parcours? „Oh, die Hindernisse sind ja ganz schön weit auseinander.“

Wilhelm gehört zu den wenigen Athleten, die einen Werbespot bekommen haben. „Im Interview nach dem Casting wurde mir gesagt, dass ich interessant und authentisch wirke“, sagt sie. In der Stader Praxis „aktiVital“, wo sie als Physiotherapeutin arbeitet, habe sie fast nur Lob zu hören bekommen. Physiotherapeutin ist Wilhelm übrigens nicht wegen ihrer sportlichen Affinität geworden. Ihre Schwester leidet unter Rheuma. Als Kind hat Wilhelm daher viel Zeit mit ihr in Physiotherapie-Praxen verbracht. Berufsbegleitend hat sie den Bachelor gemacht und überlegt aktuell, noch einen Master in Osteopathie abzulegen.

Viktor Brüsewitz, Deutscher Meister mit den Fredenbecker Voltigierern, hat ebenfalls in diesem Jahr bei „Ninja Warrior Germany“ teilgenommen. Brüsewitz schaffte es bis ins Halbfinale, erreichte bei vorherigen Teilnahmen bereits das Finale. Er will sich wie Nadine Wilhelm im nächsten Jahr wieder bewerben.

 

Das Finale

Am Freitag, 16. November, ab 20.15 Uhr, findet das Finale von „Ninja Warrior Germany“statt. 28 Athleten kämpfen um den Titel „Ninja Warrior“ und das Preisgeld in Höhe von 300.000 Euro.

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