Start-up: Gewürzmischungen aus Heinbockel
„Cherryblast“, „Brösel mal anders“ oder „Apfel trifft Rippchen“ heißen Gewürzmischungen, die zwei junge Männer aus dem Landkreis konzipiert haben. Marvin zum Felde und Stefan Becker werkeln in ihrer Gewürzküche in Heinbockel an den Produkten. Doch die Konkurrenz ist groß.
Alles begann mit einem Bier in der Hand bei einem Grillabend auf der Terrasse von Stefan Becker in Heinbockel. Seinem Arbeitskollegen Marvin zum Felde aus Stade schmeckte das gegrillte Hähnchen so gut, dass die beiden Männer überlegten, wie sie diesen Geschmack unter die Menschen bringen könnten. Beide hatten schon länger mit dem Gedanken gespielt, sich selbstständig zu machen. Nur die zündende Idee fehlte noch. Ein halbes Jahr später, im Februar 2018, meldeten die Kollegen das Gewerbe für „Spicekitchen“ an, seit kurzem sind sie mit ihren Produkten auf dem Markt.
{picture1s} 22 Gewürzmischungen in kleinen Dosen stehen mittlerweile im Regal in Stefan Beckers Arbeitszimmer, das jetzt zur Gewürzküche umfunktioniert wurde. Nach Farben sortiert warten daneben die Säcke mit Chili, Majoran oder Thymian aus dem Großhandel darauf, untereinander gemischt zu werden. Das Veterinäramt hat das ehemalige Büro abgenommen. Desinfektionsmittel hängt an der Wand, daneben steht die geeichte Waage, vor dem Fenster mussten sie ein Fliegengitter anbringen.
„Das erste halbe Jahr war schon anstrengend“, sagt Stefan Becker. Immerhin haben die beiden noch einen zweiten Beruf. Becker ist Medizintechniker bei der Klinik Dr. Hancken, zum Felde ist dort für die EDV zuständig. Die „Spicekitchen“ wurde zum Projekt nach Feierabend und am Wochenende. Einen Monat bastelten die Männer am Design des Etiketts. „Darauf haben wir großen Wert gelegt.“
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Die Aufgaben in der Gewürzküche sind klar verteilt. Marvin zum Felde betreibt den Webshop, Stefan Becker mischt die Gewürze. Doch nicht nur online vertreiben die beiden die Mischungen. Die Rewe-Märkte in Stade (Altländer Straße) und in Horneburg konnten sie bereits für ihren eigens für die Supermärkte konzipierten Aufsteller samt Gewürzen gewinnen. Mittlerweile ist auch Famila auf den Zug aufgesprungen. Das soll erst der Anfang gewesen sein, sind die beiden überzeugt. Dabei ist die Konkurrenz nicht gerade klein. Neben den schon seit Jahren am Markt etablierten Gewürzmischungen ist die Hamburger Firma „Ankerkraut“ in den Supermärkten seit kurzem stark vertreten. Das Start-up erhielt Unterstützung aus der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ von Investor Frank Thelen. „Manche Freunde sagen, dass wir verrückt sind – bei der Konkurrenz “, sagt Marvin zum Felde lachend.
Doch die beiden glauben an den großen Markt, der rund um das Essen ohne Zusatzstoffe und mit hochwertigen Produkten immer weiter wächst. Auch in ihren Mischungen sorgen ausschließlich Kräuter und Gewürze für den Geschmack. „Wir haben bisher etwa 800 Dosen verkauft“, sagen die beiden. Geschenkkörbe mit verschiedenen Mischungen sollen den Verkauf weiter ankurbeln.
„Geflügel mediterran“ ist die Lieblingsmischung der beiden. Aber auch das gewürzte Paniermehl könne sich sehen lassen, glauben die Unternehmer. Ständig arbeiten sie an neuen Produkten. Stefan Becker kocht, Marvin zum Felde probiert. „Jeder schreibt auf, was ihm noch fehlt oder zu viel ist“, sagt Becker.
Kochen konnte Stefan Becker eigentlich gar nicht. Dann zog er zum Studieren von zu Hause aus. „Mutti war nicht da, und ich musste plötzlich kochen“, sagt er und lacht. Vieles habe ihm am Anfang von seinen Kreationen nicht geschmeckt. „Ich habe aber nie Fertigtüten genommen“, sagt er. Nach und nach entwickelte sich eine Leidenschaft. Inzwischen ist er für das Weihnachtsessen der gesamten Familie zuständig.
Wer die beiden kennenlernen will, trifft sie am Sonntag, 9. Dezember, auf dem Horneburger Adventsmarkt an der Kirche. Hier geht's zum Onlineshop.