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Steffen Deibler ist Deutscher Meister – aber hat die Olympianorm verpasst

Marie und Lina Fischer (rechts) vom Stader SV trafen bei der DM in Berlin Steffen Deibler.

Marie und Lina Fischer (rechts) vom Stader SV trafen bei der DM in Berlin Steffen Deibler.

Steffen Deibler ist zwar Deutscher Meister über die 100 Meter Schmetterling geworden, hat aber die Olympianorm verpasst. Das TAGEBLATT begleitet den Schwimmer aus Hamburg mit regelmäßigen Berichten auf dem Weg nach Rio. Ein Hintertürchen steht noch offen.

Von Jan Bröhan Montag, 09.05.2016, 16:39 Uhr

Einen Tag vor der Abreise nach Berlin war Deibler noch guter Dinge. „Ich bin gesund“, betonte er im Gespräch. Abends musste er sich dann übergeben. Leichter Magen-Darm-Infekt. Deibler hatte schon während der Vorbereitung mit Fieber im türkischen Trainingslager zu kämpfen. Die Krankheit durchkreuzte den kompletten Trainingsplan. Auf welchem Leistungsstand er ist vor der Deutschen Meisterschaft, wo er sich für seine dritten Olympischen Spiele qualifizieren wollte, konnte er nur schwer einschätzen. Das „Einschwimmen“ über die nicht olympische Disziplin 50 Meter Schmetterling verlief noch einigermaßen gut. Deibler wurde auf der Distanz, auf der er seit 2009 den Weltrekord hält (21,80 sec), Vizemeister. Tags drauf die große Enttäuschung: Im Finale über die 100 Meter Freistil wurde Deibler nur Siebter. Am letzten Wettkampftag verzichtete er auf seinen Start über die 50 Meter Freistil. Er konzentrierte sich auf die 100 Meter Schmetterling. Als Drittbester qualifizierte er sich fürs Finale. Dort verbesserte er seine Zeit (52,16 sec) um 22 Hundertstel, wurde Deutscher Meister, verpasste aber um ebenso 22 Hundertstel die Olympianorm (51,94 sec). „Das waren aufregende Tage“ , sagt der 28-Jährige. Für die Umstände sei er mit seinen Leistungen relativ zufrieden gewesen. Erwähnenswert: Deiblers Konkurrent Philip Heintz aus Heidelberg hatte sich als Bester der Vorläufe durchgesetzt und unterbot dabei die Olympianorm, im Finale wurde er dann Dritter. Deibler hofft nun auf eine Staffel- Nominierung.

Die Stader Schwimmerinnen Marie und Lina Fischer trafen Deibler kurz vor ihren eigenen Wettkampf und holten sich im Gespräch das letzte Quäntchen Motivation. Gemeinsam mit Lina Cornelie Hartwig (17) und Katharina Zeidler (20) haben sich Lina und Marie (15) für den Staffelwettbewerb über 4x200m Freistil qualifiziert. Die Meldezeit von 10:00,02 Minuten wollte das Team des Stader SV unterbieten und nicht den letzten Platz unter den 22 Teams belegen. Alle vier Schwimmerinnen steigerten ihre Bestzeit um zwei Sekunden. Nach 9:44,87 Minuten schlugen sie als Zweite im ersten Lauf an. Im zweiten Rennen waren noch drei weitere Mannschaften deutlich langsamer als die Staderinnen. Die Staderinnen freuten sich über den 18. Platz.

Chantal Kasch vom Buxtehuder SC hatte sich über die 100 und 200 Meter Brust für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Wie in den Jahren zuvor war der 17-Jährigen klar, dass sie es nicht über den Vorlauf hinaus schaffen werde. Allerdings war sie so erfolgreich wie noch nie und feierte jeweils neue persönliche Bestzeiten. „Die Atmosphäre war top. Und ich hatte einfach Bock reinzuspringen und war super motiviert“, sagt Chantal Kasch. Sie wurde 59. von 71 Schwimmerinnen über die 100 Meter in 1:16,42 Minuten. Noch besser lief es für Chantal Kasch über die 200 Meter, hier wurde sie 38. von 61 Starterinnen in 2:43,05 Minuten. Die Olympianorm schaffte in diesen Wettkämpfen keine deutsche Schwimmerin. (jan)

Das TAGEBLATT begleitet den Schwimmer Steffen Deibler aus Hamburg auf dem Weg zu den Olympischen Spielen nach Brasilien, besucht ihn beim Training und drückt ihm bei den Deutschen Meisterschaften die Daumen.

Der erste Teil „Deibler hat Olympia fest im Visier“ erschien am 2. April. Der zweite Teil „Die einzige Chance rückt näher“ erschien am 21. April.

Der dritte Teil „Deibler muss jetzt abliefern“ erschien am 4. Mai.

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