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Steht bei der Gyhumer Reha-Einrichtung ein Betreiberwechsel an?

Wie lange steht in Gyhum noch Median Klinik auf dem Schild?

Wie lange steht in Gyhum noch Median Klinik auf dem Schild?

Steht beim Median-Reha-Zentrum in Gyhum, das auch von Patienten aus dem Landkreis Stade oft angesteuert wird, ein erneuter Besitzerwechsel an? Im „Handelsblatt“ hieß es, die niederländische Beteiligungsgesellschaft Waterland wolle sich von der Median-Klinikkette trennen.

Dienstag, 13.11.2018, 14:30 Uhr

Steht beim Median-Reha-Zentrum in Gyhum, das auch von Patienten aus dem Landkreis Stade oft angesteuert wird, ein erneuter Besitzerwechsel an? Ende Juli hatte das „Handelsblatt“ über unbestätigte Berichte geschrieben. Darin hieß es, die niederländische Beteiligungsgesellschaft Waterland wolle sich von der Median-Klinikkette trennen.

Waterland hatte die damals 44 Median-Kliniken 2014 vom US-Finanzinvestor Advent gekauft. Laut „Handelsblatt“ habe Waterland das Immobilienvermögen von Median unmittelbar nach dem Kauf an die amerikanische Medical Properties Trust verkauft und die Kliniken wieder angemietet. Waterland Private Equity hat Median mit den RHM-Kliniken und Pflegeheimen verschmolzen und weitere Reha-Einrichtungen erworben. Heute sollen zum Berliner Median-Konzern 120 Rehabilitationskliniken gehören. Damit ist Median Deutschlands größter Betreiber von Reha-Kliniken.

Das Gyhumer Haus leitet Klaus Kurre. Er ist der dritte Chef der Klinik binnen vier Jahren. Von der Gründung des Reha-Zentrums 1988 bis 2014 war das Haus untrennbar mit der Familie Kettner verbunden. Oliver Kettner, Sohn der Hauptgesellschafterin Christel Kettner, hat die Klinik lange Jahre geführt – zunächst als Co-Geschäftsführer dann als alleiniger Geschäftsführer.

Bis Anfang 2014 – als sich die drei betagten Gesellschafter der Klinik zum Verkauf ihrer Anteile an den Median-Konzern entschieden hatten. Gyhum war der 44. Standort des Unternehmens und der erste in Niedersachsen. Oliver Kettner übernahm den Posten des Klinikdirektors.

Gut ein Jahr, nachdem die Median-Klinikkette von Waterland geschluckt worden war, gab es an der Spitze des Hauses in Gyhum einen Wechsel. Oliver Kettner verließ den Konzern. Fortan wurde die Einrichtung nicht mehr von einem Geschäftsführer oder gar Klinikdirektor geleitet, sondern von einer kaufmännischen Leiterin: Anna Sudeck. Sie trat den Posten im April 2015 an. Die damals 37-Jährige führte das Haus mit 333 Betten und 380 Mitarbeitern zwei Jahre und zwei Monate.

In dieser Zeit begannen die Beschwerden. An die Zevener Zeitung wandte sich im Juni 2016 Ingo Samsz aus Hamburg, dessen Ehefrau Karin in Gyhum behandelt werden sollte. Die Eheleute klagten über mangelnde Hygiene und unzureichende Behandlung. Seither reißt die Kritik von Patienten nicht ab.

Unter Sudeks Leitung wurde der Manteltarifvertrag für die Klinik gekündigt. Und vor gut einem Jahr ging die Gewerkschaft Verdi mit der Nachricht an die Öffentlichkeit, dass den Reinigungskräften der Gyhumer Klinik gekündigt wurde. Die Reinigung wurde an eine Fremdfirma vergeben.

Zeitgleich trat Klaus Kurre seinen Job in Gyhum an. Als sein Ziel formulierte er, das Haus in ruhiges Fahrwasser zu lenken und dessen „guten Ruf“ zu sichern. Die Kritik von Patienten schwillt gleichwohl an. Einige Patienten berichteten zuletzt, dass sie ihre Behandlung in Gyhum vorzeitig abgebrochen hätten.

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