Zähl Pixel
Bildung

TSteigende Schülerzahlen, aber vorerst keine neue Grundschule für Buxtehude

In Altkloster könnte es künftig eng werden . Fotos: Frank/Wisser

In Altkloster könnte es künftig eng werden . Fotos: Frank/Wisser

Seit Jahren wird in Buxtehude die Diskussion um eine neue Grundschule geführt. Im Schulausschuss wurden jetzt Zahlen zur Schülerentwicklung vorgestellt. Das Schulpersonal hat derweil eine eindeutige Meinung zum Bau einer neuen Grundschule.

Von Lennart Möller Samstag, 18.02.2023, 12:00 Uhr

Soll die Stadt Buxtehude in den kommenden Jahren eine neue Grundschule bekommen? Wenn es nach den Schulleiterinnen der Buxtehuder Grundschulen geht, lässt sich die Frage mit einem klaren Nein beantworten. „Sinniger wäre es stattdessen, die Schülerströme, die auf uns zukommen, intelligent umzuleiten“, erklärte Ulrike Janssen, Schulleiterin der Grundschule Altkloster, im Ausschuss für Schule und Sport. Dafür erntete sie von den Ausschussmitgliedern Zuspruch.

Martin Albrecht vom Planungsbüro Gertz Gutsche Rümenapp hat Zahlen im Ausschuss präsentiert, die die Anzahl der Kinder im grundschulrelevanten Alter in den kommenden Jahren bis 2035 abbilden. Dafür wurden anhand von vorliegenden Daten Prognosen zu Geburten und Sterbefällen in Buxtehude vorgenommen. Berücksichtigt wurde auch die Neubautätigkeit im Stadtgebiet. Mit der Giselbertstraße und dem Orchideenquartier entstehen nämlich im Norden der Stadt zwei neue Gebiete, die den Bedarf an Grundschulplätzen massiv steigern werden.

Zuwachs von 17,1 Prozent bis 2035

Bis ins Jahr 2035 werde die Zahl der Kinder im grundschulrelevanten Alter um 17,1 Prozent steigen. Konkret sind das 305 Kinder mehr, die dann in Buxtehude eingeschult werden müssten. Grundschulklassen dürfen in Niedersachsen höchstens 26 Schüler stark sein.

Zwei Wohngebiete sorgen für hohen Zuwachs am Rotkäppchenweg.

Zwei Wohngebiete sorgen für hohen Zuwachs am Rotkäppchenweg.

So ist die Grundschule am Rotkäppchenweg stark von den prognostizierten Zahlen betroffen. Im Jahr 2022 besuchten 347 Schülerinnen und Schüler die Grundschule, die damit fast durchgehend vierzügig war. Für das Jahr 2026 prognostizierte Albrecht einen Anstieg der Schülerzahlen auf 399. 2035 läge die Schülerzahl bei 372. Dann würden einzelne Jahrgänge in die Fünfzügigkeit gehen. Temporär sei dies nicht dramatisch, auf lange Sicht jedoch nicht vorgesehen, erklärte Claudia Blaß, Fachgruppenleiterin für Schulen und Sport.

Die Schule, die von den prognostizierten Zahlen am stärksten betroffen ist, ist die Grundschule Altkloster. Hier prognostizieren die Zahlen einen drastischen Anstieg der Schülerzahlen, von 317 im Jahr 2022 auf 473 im Jahr 2035. Das würde ab dem Jahr 2029 eine dauerhafte Fünfzügigkeit bedeuten. Um das zu vermeiden, müssten im Jahr 2029 14 Kinder an anderen Schulen eingeschult werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 hatte die Schule noch fünf freie Plätze in den eingeschulten Klassen des Jahrgangs.

Zahlen beschreiben das Worst-Case-Szenario

„Wir haben hier den absoluten Worst Case berechnet, um einen Stress-Test für unsere Landschaft zu schaffen“, so die Fachgruppenleiterin. Durch die Zahlen sei man nun in der Lage, Maßnahmen gegen das Eintreten dieses Szenarios zu ergreifen. Die Grundschule Altkloster habe zudem das größte Einzugsgebiet aller Buxtehuder Grundschulen.

An der Grundschule Harburger Straße lag die Schülerzahl im Jahr 2022 bei 320. In den kommenden Jahren werden Schwankungen der Zahlen erwartet, den Höhepunkt soll die Schule nach den Prognosen des Planungsbüros im Jahr 2035 mit 371 Schülern erreichen. Auswirkungen auf die Jahrgangsgröße würden diese hohen Zahlen allerdings nicht haben. Die Schule bleibt nach den Prognosen des Büros durchgehend vierzügig.

Anders stellt sich die Situation an der Grundschule Neukloster dar. Bereits in den vergangenen Jahren war die Schule teilweise zweizügig, in diesem Jahr könnte es darauf hinauslaufen, dass sowohl der erste als auch der zweite Jahrgang mit zwei Klassen beschult wird. Ab 2025 befände sich die Schule allerdings wieder in einer dauerhaften Einzügigkeit.

Ähnlich gestaltet es sich bei der Grundschule Hedendorf. Auch hier sorgen steigende Schülerzahlen dafür, dass die reguläre Einzügigkeit auf zwei Klassen pro Jahrgang erweitert wird. Bei der Grundschule am Stieglitzweg sei in den kommenden Jahren mit einer Abnahme der Schülerzahlen zu rechnen, von 359 im Jahr 2022 auf 314 im Jahr 2026. Danach ginge die Tendenz wieder nach oben, mit 336 als Höchstwert 2035. Teilweise rutscht die sonst vierzügige Grundschule so in eine Dreizügigkeit und würde Kapazitäten für Kinder aus anderen Einzugsgebieten schaffen.

Finale Entscheidung steht noch aus

Als Nächstes sollen die Grundschulen anhand der Zahlen ein pädagogisches Konzept erarbeiten. Machbarkeitsstudien sollen im Anschluss prüfen, inwiefern diese Konzepte umgesetzt werden können. Die Ergebnisse werden dann im Schulausschuss vorgestellt. Die finale Entscheidung darüber, ob die Stadt Buxtehude eine neue Grundschule erhält, soll dann nach Vorstellung der Ergebnisse fallen.

Die Grundschule Stieglitzweg ist mit 385 Schülern die derzeit größte Grundschule in der Stadt Buxtehude. Es scheint wahrscheinlich, dass Buxtehude in naher Zukunft eine weitere Grundschule braucht. Foto: Frank

Die Grundschule Stieglitzweg ist mit 385 Schülern die derzeit größte Grundschule in der Stadt Buxtehude. Es scheint wahrscheinlich, dass Buxtehude in naher Zukunft eine weitere Grundschule braucht. Foto: Frank

Die Grundschule an der Harburger Straße bleibt auch künftig vierzügig.

Die Grundschule an der Harburger Straße bleibt auch künftig vierzügig.

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel