Sternenhimmel im Dezember
Im Dezember sind gegen zehn Uhr abends am Osthimmel bereits alle Wintersternbilder aufmarschiert. In der westlichen Himmelshälfte stehen die Herbststernbilder dann vor ihrem Untergang.
Hoch in westlicher Richtung sieht man das Pegasusquadrat, bekannt als Herbstviereck. Seine Südwestecke deutet zum Westhorizont. An der obersten Ecke hängt die Sternenkette der Andromeda. Den Platz im Zenit nimmt der Perseus ein. Tief im Nordwesten ist noch das Sternenkreuz des fliegenden Schwans mit dem Stern Deneb zu sehen. Knapp über dem Nordhorizont flackert die Wega in der Leier.
Hoch im Süden findet man nahe der Mittagslinie (Meridian) das Sternbild Widder. Im Wesentlichen setzt es sich aus drei helleren Sternen zusammen, die ein stumpfwinkeliges Dreieck bilden. Dem Namen nach ist der Widder jedem vertraut, denn er gehört zum Tierkreis, der die 13 Sternbilder vereint, durch die die Sonne im Laufe eines Jahres wandert. Den Widder passiert sie vom 19. April bis 14. Mai.
Der Hauptstern des Widders, Hamal genannt, leuchtet in einem orangegelben Licht und ist kühler als unsere Sonne. Sein Name bedeutet im Arabischen Hammel oder Lamm. Seine Fachbezeichnung lautet Alpha Arietis. Hamal ist ein Riesenstern in 66 Lichtjahren Entfernung.
Hoch im Osten, fast im Zenit, leuchtet die gelbe Kapella im Fuhrmann. Darunter stößt man auf die beiden Sternenketten der Zwillinge mit ihren Hauptsternen Kastor und Pollux. Hoch im Südosten sieht man Aldebaran, den rötlichen Hauptstern des Stieres, sowie die beiden auffälligen Sternhaufen der Plejaden und Hyaden. Südöstlich vom Sternbild Stier strahlt unübersehbar der Himmelsjäger Orion mit dem rötlichen Schulterstern Beteigeuze und dem bläulichen Fußstern Rigel. Der Orion ist das Leitsternbild des Winterhimmels. Tief im Südosten ist soeben Sirius im Großen Hund aufgegangen. Sirius ist der hellste Fixstern am irdischen Firmament und mit nur knapp neun Lichtjahren Entfernung ein Nachbarstern unserer Sonne.
Helle Planeten fehlen am abendlichen Sternenhimmel. Nur der flinke Merkur zeigt sich gegen Jahresende kurz. Vom 25. Dezember bis 3. Januar 2016 ist Benjamin der Planeten in der Abenddämmerung knapp über dem Südwesthorizont zu sehen. Bald darauf geht Merkur unter. Venus lässt das Jahr als Morgenstern ausklingen. Am 1. Dezember erfolgt ihr Aufgang kurz vor 4 Uhr morgens, zum Jahresende erst um 5.15 Uhr.
Jupiter im Sternbild Jungfrau ist Planet der zweiten Nachthälfte. Er ist der zweithellste Planet am irdischen Himmel und wird nur noch von Venus an Glanz übertroffen. Zwischen Jupiter und Venus leuchtet der rötliche Mars, zurzeit der lichtschwächste in diesem Planetentrio.
Von etwa 7. bis 17. Dezember machen sich die Meteore des Geminidenstromes bemerkbar. Sie erreichen ihren Höhepunkt in der Nacht vom 13. auf 14. Dezember, wobei stündlich bis zu 120 Meteore über den Himmel huschen, auch sehr helle Objekte. Um die Weihnachtsfeiertage tauchen die Sternschnuppen des Ursidenstromes auf. Ihr Maximum erreichen sie in der Nacht zum 23. mit bis zu 20 Meteore pro Stunde.
Am 5. befindet sich der Mond mit 404 800 Kilometer Distanz in Erdferne. Neumond tritt am 11. des Monats um 11.29 Uhr ein. Die längste Vollmondnacht des Jahres erleben wir vom 25. auf 26., wobei der hell glänzende Mond im Sternbild Zwillinge nahe der Grenze zum Stier steht. Mit 368 420 Kilometer Entfernung kommt der Mond am 21. in Erdnähe.
Am Abend des 23. Dezember bedeckt der fast volle Mond den hellen Hauptstern des Stieres, Aldebaran genannt. Da der Mond ohne Lufthülle ist, verschwindet Aldebaran schlagartig am Ostrand des Mondes und erscheint etwa eine Stunde später ebenso plötzlich am hellen Westrand des Mondes. Für den in Deutschland zentralen Ort 50 Grad Nord und 10 Grad Ost verschwindet Aldebaran um 19.15 Uhr hinter dem Mond und taucht um 20.20 wieder auf. Der Verlauf ist ortsabhängig. Er beginnt zum Beispiel in Stuttgart um 19.10 Uhr (Ende 20.17 Uhr MEZ), in Berlin um 19.17 Uhr (Ende um 20.27 Uhr) und in Hamburg um 19.19 Uhr (Ende 20.24 Uhr).
Die Sonne wechselt am 18. abends aus dem Schlangenträger in das Sternbild Schütze, in dem sie am 22. um 5.48 Uhr ihren Jahrestiefststand erreicht. Damit beginnt der astronomische Winter. Die Nacht vom 21. auf 22. ist mit rund 16 Stunden die längste des Jahres.