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Leserbriefe

TStolz sind eitle Gockel

Zum Artikel „Spektakel sichert das Finale“ (TAGEBLATT vom 24. März) schreibt Bernd D. Hadeler aus Heinbockel:

Dienstag, 01.04.2025, 15:34 Uhr

Als wir nach verlorenem Finale 1982 zum Trost in den Vinschgau einreisen wollten, hielt uns am Brenner ein italienischer Zöllner an, teilte mir mit breitem Schmunzeln mit „Italien hat gewonnen“ und – ließ uns ohne Passkontrolle einreisen. Seitdem freue ich mich immer, wenn Italiens großartige, aber seit ich denken kann, unfaire, zeitverzögernde und lamentierende Spieler im Spiel mit unserer Mannschaft: verlieren. Am 23. März spielte eine großartige deutsche Mannschaft die Italiener aus der Nations League. Das hat mich schmunzeln lassen... Aber: Herr Kimmich, der brillant spielte, verdarb mir die anhaltende Freude: Auf der Titelseite des TAGEBLATT erschien am Folgetag ein Bild, das ihn mit weit aufgerissenem, gelinde gesagt, Mund und grässlich verzerrtem Gesicht zeigt. Das macht er seit Jahren so, obwohl er doch ansonsten ein freundlicher Kerl zu sein scheint. Ich frage mich, ob er dieses Bild seinen drei Kindern zeigt, und ob er nie bemerkt hat, dass er als Kapitän und Vorbild der Mannschaft bereits Mini-Fußballer infiziert hat, die mit ebenso verzerrten Gesichtern in die Kameras schreien, um offenbar etwas zum Ausdruck zu bringen, das jedenfalls mit Freude nichts zu tun haben kann, wie jeder, der etwas über die Analyse von Körpersprache gehört hat, bestätigen wird. Dazu passt höchstens das seit Jahren (zielgerichtet?) wieder eingeführte Wort „Stolz“, das mit Freude gar nichts zu tun hat, sondern aus dem undemokratischen Wortschatz stammt. Stolz sind eitle Gockel. Und ach: Zu meiner großen Freude sehe ich am 24./25. März im TAGEBLATT Bilder aus dem Frauenfußball (Werder und HSV). Da gibt es ebenfalls aufgerissene Münder. Doch die Augen vermitteln Freude. Und die Gesichter wirken nicht hasserfüllt-verzerrt. Aber die bei allen Fußballspielen gewohnheitsmäßig auftauchenden, pardon: aufgerissenen Fressen, könnte Herr Kimmich durch sein Vorbild in den Ausdruck von Freude wandeln. Oder weiß er am Ende gar nicht, was sein Gesichtsausdruck auf der Titelseite bewirkt?

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Rainer von Brook
02.04.202508:26 Uhr

Vielen Dank, endlich hat mal einer meine Gedanken beim Betrachten dieser üblichen "Schrei-Fressen" der Schauspieler im Männersport aufgeschrieben. ??

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