Sturmflutwarnung: Inselgäste sollen Parkplatz räumen
Wegen einer drohenden Sturmflut soll der Parkplatz im Hafen von Neßmersiel geräumt werden. (Archivbild) Foto: Sina Schuldt/dpa
Eine Sturmflut könnte den Parkplatz am Fährhafen von Neßmersiel treffen. Für Baltrum-Urlauber bietet die Reederei an, ihre Autos in Sicherheit zu bringen – dafür braucht sie jedoch die Autoschlüssel.
Baltrum/Neßmersiel. Wegen einer drohenden Sturmflut am Wochenende werden insbesondere Feriengäste auf der ostfriesischen Insel Baltrum aufgerufen, ihre abgestellten Autos am Festland umzuparken. Denn von der Sturmflut betroffen ist absehbar ein Dauer-Parkplatz im Hafen des kleinen ostfriesischen Küstenortes Neßmersiel (Landkreis Aurich), dem Fährort zur Insel, wie die Reederei Baltrum-Linie mitteilte. Der Parkplatz soll wegen der Sturmflutgefahr vorsorglich geräumt werden.
Um die geparkten Autos zu entfernen, bietet die Reederei den Inselgästen einen Service an: Sie können ihren Autoschlüssel in einem Umschlag samt Kfz-Kennzeichen und Name in einem Umschlag mit der Fähre ans Festland senden, wo die Reederei dann das Umparken der Autos hinter den sicheren Deich übernimmt. „Fahrzeuge, die nicht rechtzeitig innerorts geparkt werden, müssen kostenpflichtig abgeschleppt werden“, teilte die Fährgesellschaft weiter mit.
Leichte Sturmfluten drohen
Baltrum ist die kleinste der Ostfriesischen Inseln. An diesem Wochenende enden in Niedersachsen die Herbstferien, in einigen anderen Bundesländern dauern sie noch an. Bereits an diesem Freitag soll es vor allem im Nordwesten Deutschlands stürmisch werden.
Wegen des stürmischen Wetters besteht nach Einschätzung des Sturmflutwarndienstes des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Gefahr von zwei leichten Sturmfluten. Demnach soll das Hochwasser bei Westwind am späten Sonntagabend etwa in Emden, Wilhelmshaven und Bensersiel um bis zu eindreiviertel Meter höher auflaufen als das sonst übliche mittlere Tidehochwasser. Es besteht dann die Gefahr, dass etwa Strände und Hafenflächen überflutet werden.
Eine weitere leichte Sturmflut könnte der Vorhersage zufolge an der niedersächsischen Nordseeküste auch beim Hochwasser am Montagmittag folgen.
Ausfälle bei Inselfähren möglich
Wegen erwarteter höherer Wasserstände müssen sich Reisende an diesem Wochenende auf mögliche Einschränkungen im Fährverkehr einstellen. Die Reederei Norden-Frisia teilte mit, dass es im Inselverkehr von und nach Norderney von Samstag an und in den Folgetagen zu Verzögerungen oder Ausfällen kommen könne. Anschlüsse an den Bahnverkehr am Festland in Norddeich seien nicht gewährleistet, hieß es. An diesem Wochenende enden die Herbstferien in Niedersachsen.

Eine Fähre fährt am Morgen an der Insel Norderney vorbei. (Archivbild) Foto: Volker Bartels/dpa
Die Inselgemeinde Langeoog, die die Schifffahrt von und zur Insel betreibt, teilte Änderungen im Fährverkehr wegen der Wetterlage bereits mit. Für Sonntag ist ab Langeoog nur noch eine Fährabfahrt am Morgen eingeplant, von Bensersiel am Festland zur Insel fahren zwei frühe Fähren. Danach ist Schluss. „Sogar die komplette Einstellung der Fahrten sind möglich“, teilte die Inselgemeinde weiter mit. Reisende sollten sich im Internet informieren.
Kein Katamaran nach Helgoland
Der Vorhersage des Deutsches Wetterdienstes (DWD) zufolge sind in der Nacht zum Sonntag und am Sonntag insbesondere an der Nordseeküste schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde (Windstärke 10) zu erwarten. Auch einzelne orkanartige Böen (Windstärke 11) seien möglich, hieß es. Bereits am Freitag sollte es im Nordwesten stürmisch werden.
Änderungen im Linienfahrplan von und zur Insel Wangerooge sind am Sonntag und Montag möglich, wie die Deutsche Bahn, die dort den Fährverkehr mit einer Tochtergesellschaft betreibt, im Internet mitteilte. Die Fahrten mit der kleinen Schnellfähre „Wattsprinter“ sind bereits bis einschließlich Montag abgesagt.
Zwischen Cuxhaven und der Hochseeinsel Helgoland fällt am Wochenende die Katamaran-Verbindung aus, wie die Reederei Cassen Eils mitteilte. Stattdessen gibt es Ersatzfahrten mit der MS „Helgoland“.